Nur das Einweihungsspiel fehlt Corona-bedingt noch...

Hochmodernes neues Flutlicht erfreut Wittingens Fußballer

Hochmodern und stromsparend: Der VfL Wittingen/S. um Projektleiter Eckhard Niehs (l.) und Andreas Bona als ausführendem Organ verfügt nun über ein zeitgemäßes Flutlicht.
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Große Strahlkraft: Der VfL Wittingen/S. um Kassenwart/Projektleiter Eckhard Niehs (l., hier mit dem BMU-Zertifikat) und Andreas Bona als ausführendem Organ hat mit überschaubaren Eigenmitteln ein hochmodernes Flutlicht erschaffen.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Was lange währt, wird irgendwann hell... Von den ersten Planungen bis zur tatsächlichen Umsetzung zogen immerhin fünf Jahre ins Land. Doch mittlerweile ist die Fußball-Sportanlage des VfL Wittingen/Suderwittingen an der Spittastraße zu einem ökologischen Vorzeigeprojekt avanciert. Der Verein kann mit Fug und Recht behaupten, eine der modernsten Flutlichtanlagen im gesamten Kreis Gifhorn sein Eigen nennen zu können

Wittingen - Einziger Haken an diesem leuchtenden Beispiel: Seit der Installation wehen die LED-Leuchten gewissermaßen auf Halbmast und warten auf ein offizielles Einweihungsspiel. Es lässt sich unschwer erahnen: Die Corona-Pandemie ist bei diesem Vorstoß dazwischengegrätscht. Gut anderthalb Monate profitierten die Brauereistädter an den Trainingsabenden von ihrer neuen Errungenschaft, dann knippste der zweite Lockdown den Lichtschalter aus.

Per App steuerbar und haarfein ausgerichtet

Beziehungsweise die App. Denn wie es sich für eine zeitgemäße Anlage gehört, können die Flutlichtmasten auf dem B- und C-Platz in Wittingen per Smartphone gesteuert werden. Es sei ohne Frage eine Light-Version „mit Pfiff“, bekräftigt auch Andreas Bona von der gleichnamigen Elektro-Firma, die die Umrüstung des stark in die Jahre gekommenen Vorgänger-Modells vornahm. „Das ist à la bonheur, ein Highlight für Wittingen.“ Wie buchstäblich Recht er doch hat. Mit einem Fingerschnipp inszeniert Eckhard Niehs, Kassenwart der VfL-Fußballer und Projektbeauftragter, förmlich eine Lichtershow am Wittinger Abendhimmel. Wohlgemerkt: Im Gegensatz zu den, mit Verlaub, alten Funzeln zuvor kommt das Licht genau dort an, wo es gebraucht wird. Auf dem grünen Rasen. Und nicht verstreut in der Nachbarschaft... „Jede Diode ist genau ausgerichtet. Das wurde alles haargenau ausgemessen. Wir sind überall auf den Plätzen mit den Lux-Zahlen über Soll“, pointiert Bona.

Das ist à la bonheur, ein Highlight für Wittingen. Jede Diode ist genau ausgerichtet. Das wurde alles haargenau ausgemessen. Wir sind überall auf den Plätzen mit den Lux-Zahlen über Soll.

Andreas Bona, der die Flutlichtanlage in Wittingen installiert hat

Große Energiekosten-Ersparnis

Dazu noch die XXL-Energie-Ersparnis, die der Fahrleistung von 60 000 Kilometern eines aktuellen VW Passat entsprechen. Gut 70 Prozent Kilowattstunden weniger laufen durch die Leitung. Da freut sich das Vereinssäckle. Die ursprungs 1987 respektive 1997 errichtete Flutlichtanlage mit 16 alten Halogen-Metalldampflampen hat der VfL im Juni 2020 durch 13 leistungsfähigere und zugleich energiesparendere LED-Leuchten ersetzt.

Der lange und beschwerliche Wittinger Weg von einer defekten Lampe zum hochmodernen LED-Flutlicht

Eine defekte Lampe am B-Platz im Jahr 2015 hat den Anstoß zur letztlich im Juni 2020 erfolgten Komplett-Umstellung der Flutlichtanlage auf dem Wittinger Sportplatz gegeben. Als sich der VfL damals die ersten Angebote eingeholt hätte, wurde schnell klar, dass solch eine Maßnahme nicht aus dem laufenden Sportbetrieb heraus finanzierbar sei, erklärt Kassenwart Eckhard Niehs.

Also begann, mit Verzögerung, die Finanzierungs-Odyssee. Durch einen IK-Artikel über das neue LED-Flutlicht im Wesendorfer Heidelandstadion, gefolgt von einem Besuch beim WSC, nahm das Thema ab 2017 wieder Fahrt auf. Wobei bis zur Konkretisierung noch eine ganze Weile ins Land strich. Ein erster Antrag für einen Zuschuss an die Stadt Wittingen wurde vom Verein wieder zurückgezogen – erst einmal sollten die genauen Kosten und weitere Fördermöglichkeiten eruiert werden. Neben der Kommune war auch der Kreissportbund Gifhorn mit im Boot. Doch es taten sich auch rechtliche Hürden bei der Sportstättenbauförderung auf, die einen Antrag bis zum Stichtag im September 2018 verhinderten. Also weiter Planen und Feilen.

Vom Ursprung, nur acht Lampen am B-Platz auszutauschen, wichen Wittingens Fußballer ab. Am Ende fiel der Entschluss, den C-Platz direkt mit zu sanieren. Niehs: „Uns kam die Erkenntnis, dass man diesen Aufwand nur einmal macht.“ Nun begann der Antragsmarathon. Unter erheblichem Zeitaufwand meisterte der Kassenwart die umfangreichen bürokratischen Anforderungen. Dabei ging es vordergründig auch um Fördermittel des Bundesministeriums für Umwelt (BMU), um den Nachweis der CO²-Einsparung zu erbringen. Schlussendlich konnten die Anträge fristgerecht im September 2019 beim KSB und der Stadt Wittingen gestellt werden. Bei der tatsächlichen Installation der LED-Leuchten durch die Elektro-Firma Bona mit Unterstützung eines Hubsteigers der Firma Zschumme funkte dann auch noch die Corona Pandemie dazwischen. Aber Ende Juni 2020 wurde der VfL endlich erleuchtet.

Gefördert wurde diese Maßnahme vom KSB Gifhorn (30 Prozent), der Stadt Wittingen (31) sowie vom BMU (17), sodass der VfL selbst nur noch 13 000 Euro Eigenanteil stemmen musste.

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