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Wahrenholz hält Mega-Druck stand

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Von: Ingo Barrenscheen

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Ein Spieler grätscht gegen einen anderen Spieler.
So geht Abstiegskampf! Der VfL Wahrenholz (Dorian Henneicke, Simon Janetzko) schmiss im Sechs-Punkte-Spiel gegen die TSG Bad Harzburg alles rein und schaffte nach dem 1:2-Pausenrückstand noch den Turnaround zum 4:2-Heimsieg. © Ingo Barrenscheen

Der Fußball-Landesligist VfL Wahrenholz gewann sein erstes Spiel nach der Trennung von Trainer Thorsten Thielemann mit 4:2 gegen den Kellerkonkurrenten TSG Bad Harzburg.

Wahrenholz – Jan Schöbel und seine Weggefährten vom VfL Wahrenholz kamen sich vor wie Atlas in der griechischen Mythologie. Sie trugen die Last der Welt auf ihren Schultern. Und knickten unter ihr kurz ein. Doch am Ende stemmte der Fußball-Landesligist im Brisanz-aufgeladenen Spiel 1 nach der Trennung von Trainer Thorsten Thielemann die Herkulesaufgabe mit Bravour und feierte gestern mit dem 4:2 (1:2) gegen den Kellerkonkurrenten TSG Bad Harzburg den erhofften Sieg mit Signalwirkung.

„Bei uns ist ein unglaublich riesiger Druck abgefallen – wir haben schon wahrgenommen, was da auf uns eingeprasselt ist“, räumte der Interimscoach offen und ehrlich ein. Das reduzierte Wahrenholzer Trainerteam hätte gar nicht so viel verändert in den wenigen Tagen seit Thielemanns Demission. „Wir haben das Rad nicht komplett neu erfunden, mussten vor allem mental Druck von der Mannschaft nehmen und sehen, dass sie nicht verkrampft“, erklärte Schöbel. Das gelang.

Wenn auch nicht ohne eine leichte Delle in der emotionalen Kurve der Partie. Das Taterbusch-Team legte einen Einstand nach Maß hin. Griffig, zielstrebig. Mit der frühen Führung durch Jannik Vespermann (4.), nachdem bereits Marten Richter bei einer Großchance im Abseits gestanden hatte. Marlon Hanse hätte flott erhöhen können, hatte bereits den Keeper umkurvt, ließ sich aber zu weit abdrängen (9.). So weit, so gut. Doch von Minute zu Minute ließ sich Schwarz-Gelb hinten reindrängen, bettelte fast um den Ausgleich. Zwei Sonntagsschüsse nach identischem Muster legten sich dann erst einmal wie ein Schock über das Wahrenholzer Spiel. Besonders bitter, weil Hanse nach dem 1:1 im direkten Gegenzug den nächsten Hochkaräter ausgelassen hatte. „Da war die Ordnung weg, alles wild – wir haben uns eine Schlafphase gegönnt“, meinte Schöbel.

Dennoch sprachen die Verantwortlichen der Mannschaft in der Halbzeitpause Mut zu. „Wir haben ihnen gesagt, dass sie bis zum Ende dran glauben sollen.“ Das taten die Gastgeber eindrucksvoll. Das 2:2 durch Julian Koch (49.) fiel selbstredend zu einem „psychologisch mega-wichtigen Zeitpunkt“, pointierte der Übergangs-Dirigent. „Was dann in der zweiten Hälfte passiert ist, ist nicht zu fassen“, war Schöbel baff. Dieses Mal blieb Wahrenholz nonstop auf dem Gaspedal. „Wir haben appelliert, vorne drauf zu bleiben.“ Bereits vor dem dritten Treffer von Maurice Kutz (72.) hätte das Leder schon im Kasten zappeln müssen, auch im Anschluss verpasste der VfL zunächst die frühzeitige Entscheidung. Die gelang Hanse dann in der 86. Minute.

Big Points nach turbulenten Tagen, „die brutal guttun für die nächsten Wochen“, atmete Schöbel auf.

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