Fußball – Bezirksliga: Wahrenholz hat Platendorf zu Gast

Verspätetes Derby mit falschen Vorzeichen

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Es ist fast ein Jahr her, dass der VfL Wahrenholz (beim Kopfball Niklas Germer) und die Platendorfer (l. Friedrich Klasen) aufeinandertrafen. Jetzt ist es endlich wieder so weit – Derbyzeit!

Wahrenholz. Das Warten hat ein Ende: Gut einen Monat vor Saisonende empfängt der VfL Wahrenholz den TuS Neudorf-Platendorf zum Derby in der Fußball-Bezirksliga.

Das Duell der beiden Kreiskonkurrenten am Sonntag (15 Uhr) ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Rivalen in dieser Spielzeit.

„Das ist eigentlich ein bisschen spät für das Hinspiel“, meint Wahrenholz’ Co-Trainer Benjamin Wrede. Für das Taterbusch-Team kommt es auch aus einer anderen Hinsicht nicht unbedingt zur rechten Zeit. Denn der TuS darf sich zu Recht als Mannschaft der Stunde in der Bezirksliga bezeichnen. 2017 absolvierten die Platendorfer sechs Spiele und gewannen alle sechs bei einem Torverhältnis von 13:1 – zuletzt das 1:0 am Mittwochabend gegen den TSV Germania Helmstedt. In Anbetracht von drei Nachholspielen in der Hinterhand haben die Gäste somit sogar noch realistische Chancen auf die Meisterschaft. Nicht zuletzt deshalb stellt Wrede fest: „Platendorf ist der Favorit.“

Aber was hat das in einem Derby schon zu sagen? Nicht allzu viel, wie auch der Co-Trainer des VfL weiß: „Im Derby gelten andere Gesetze.“ Und wenn es nach den Gesetzmäßigkeiten des Lokalrivalen-Kampfes geht, spricht die jüngste Bilanz durchaus für Wahrenholz: Drei Siege und drei Unentschieden stehen aus den letzten Duellen zubuche. Die letzte Niederlage gab es am Saisonende 2011/12. Seitdem hat sich bei beiden Vereinen einiges getan. Eines bleibt aber, wie es ist: Es geht zwar auch nur um drei Punkte, aber letztlich zählt ein Derby-Sieg eben doch ein bisschen mehr.

Bei gerade einmal zwei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz erfordert auch die Tabellensituation etwas Zählbares vom VfL. „Wir wollen die Punkte und wir können mit Selbstvertrauen ins Spiel gehen“, sagt Wrede nicht von ungefähr. Denn gerade gegen Teams aus den oberen Tabellen-Gefilden präsentierte sich das Taterbusch-Team 2017 ziemlich auf Augenhöhe, wie auch das 3:3 beim SSV Kästorf (2.) am Montag bestätigte. Dort zeigte sich Wahrenholz mal wieder von seiner torgefährlichen Seite. Und genau darauf hofft Wrede auch gegen die zweitbeste Abwehr der Liga. „Marco Saretzki und Lars Koch sind in sehr guter Form. Da kann man mit einem Tor rechnen.“

Sollte der VfL treffen, könnte das fast schon die halbe Miete sein, denn der TuS selbst hat Probleme mit dem Toreschießen. 39 Treffer – nur fünf mehr als Wahrenholz – hat Platendorf bislang erzielt. Keinem TuS-Spieler gelang bislang mehr als sieben Tore. Fluch und Segen zugleich, denn der fehlende Torjäger bedeutet zugleich eine große Ausgeglichenheit im Kader. Das ähnelt der Struktur des VfL. Deshalb sieht Wrede den Rivalen durchaus als Vorbild für den Rest der Saison: „Sie spielen aus einer gestärkten Defensive. Platendorf macht vor, wie es geht.“

Von Andreas Arens

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