Fußball: NFV streckt die Pause auf unbestimmte Zeit / DFB erlaubt Saisonverlängerung

„Vernünftig“: Das Still-Leben geht weiter

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„Sportplatz gesperrt“: Derzeit geht nichts mehr. Der Niedersächsische Fußball-Verband hat nun die bis zum 19. April anhaltende Pause bis auf Weiteres verlängert.

Barsinghausen/Isenhagener Land – Die Fortsetzung der Fußballsaison und ein damit verbundenes reguläres Ende bis zum 30. Juni rückt in immer weitere Ferne.

Gestern hat der Niedersächsische Fußballverband (NFV) beschlossen, „die ursprünglich bis zum 19. April vorgesehene Aussetzung des Spiel- und Trainingsbetriebes aufgrund der jeweiligen staatlichen beziehungsweise behördlichen Verfügungslage auf unbestimmte Zeit zu verlängern“. Die Zwangspause wegen der Corona-Pandemie gilt für alle Ligen, Altersklassen und Wettbewerbe.

Eine Fortsetzung des Spielbetriebes will der NFV mindestens zwei Wochen vorher kommunizieren. Dies soll den Vereinen die Planung, soweit überhaupt möglich, erleichtern. Immerhin gab der Deutsche Fußballbund bekannt, dass eine Saisonverlängerung über den 30. Juni hinaus in dieser Spielzeit als Ausnahme erlaubt sei.

NFV-Präsident Günter Distelrath: „Wir orientieren uns mit unserer Entscheidung an der behördlichen und staatlichen Verfügungslage und reagieren mit ihr auf eine nie dagewesene Krise. Die gegenwärtige Situation lässt uns leider keinen anderen Handlungsspielraum.“ Oberste Priorität habe weiterhin „die Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus und die Gesundheit unserer Mitglieder“. Das NFV-Präsidium hat zudem entschieden, dass weiterhin alle zentralen und dezentralen Maßnahmen der Lehrarbeit (Aus-, Fort-, Weiterbildung) und Talentförderung ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt werden.

Der NFV-Kreis Gifhorn steht voll und ganz hinter der Entscheidung. „Damit haben wir auch gerechnet“, erklärt der Pressesprecher Sven Bärensprung. „Die Entscheidung ist vernünftig, die Gesundheit hat Vorrang.“

Vielerorts wird damit gerechnet, dass die Saison gänzlich abgebrochen wird. „Ich gehe davon aus“, sagte Andreas Buchwald, Übungsleiter des Zweitklassisten VfL Knesebeck II, erst kürzlich im IK-Gespräch. Sören Goltermann vom Ligarivalen SV Groß Oesingen II schloss sich an: „Ich bin dafür, die Saison zu annullieren. Ich halte eine Verlängerung für ausgeschlossen, weil die Leute den Bedarf an Sommerurlaub brauchen.“ Und doch gab der DFB gestern bekannt, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert werden kann, „sofern nötig und kein Abbruch gewollt ist“, betonte Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident für Amateurfußball. Der Grundsatz, dass ein Spieljahr zum 1. Juli eines Jahres beginnt und zum 30. Juni des folgenden Jahres endet, werde für die nächsten 15 Monate aufgehoben. Dies betrifft gleichzeitig Spielberechtigungen, Wechselperioden, das Aufrücken in höhere Altersklassen im Jugendbereich sowie Verträge von Vertragsspielern oder Abmeldefristen für Amateurspieler. All diese Bereiche können ebenfalls angepasst werden, sollten sich Ende und Anfang der Spieljahre 2019/2020 und 2020/2021 verschieben.

Mögliche Maßnahmen, wie es hier im NFV weitergehen könnte, erfolgen dann wohl einheitlich. „Wir als NFV-Kreis Gifhorn werden keine eigenständige Entscheidung treffen“, betont Sven Bärensprung jedenfalls. Die Ansetzungen bleiben derweil bestehen, die Spiele werden erst zwei Wochen im Voraus abgesagt, damit es bei einer Fortsetzung der Saison sofort weitergehen kann. Und auch, damit man nicht unnötig Gerüchte streut, wenn man alle ausstehenden Partien vorzeitig absetzt. Aber: Um weiterzuspielen, müsste der Schalter erst einmal umgelegt werden. Wann das überhaupt passieren wird, steht in den Sternen.

VON ROUVEN PETER

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