Handball – Oberliga Herren: VfL verliert 22:31 in Hameln / Bühlow sauer auf HVN

Die Ungewissheit nervt...

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Denn sie wissen nicht, was sie tun müssen... Wittingens Handballer (l. Arne Gades) müssen nach der Niederlage in Hameln weiterhin um den Klassenerhalt bangen.

Hameln. Am liebsten würde Axel Bühlow den Verantwortlichen vom HVN – um im Kontext des Pfingst-Gegners zu bleiben – die Flötentöne beibringen.

Weniger die völlig verdiente 22:31-Pleite seines VfL beim Namensvetter VfL Hameln als die kurz vor Toreschluss ungeklärte Abstiegs-Situation in der Handball-Oberliga stößt beim Trainer von Wackelkandidat Wittingen auf absolutes Unverständnis.

Aufstieg – ja oder nein!? Abstieg – ja oder nein!? Sowohl der wankelmütige Tabellenzweite MTV Vorsfelde als auch die personelle Konkursmasse des TV Jahn Duderstadt veranstalten bisher einen Eiertanz um ihre Zukunft. Leidtragende sind Wittingen und der MTV Soltau, die am kommenden Sonnabend beim Saison-Finale den möglichen dritten Streich-Kandidaten unter sich ausmachen. „Das kann’s nicht sein“, schüttelt Bühlow angesichts der Ungewissheit den Kopf. „Da muss der Verband klare Fakten schaffen.“

Das hätten die Brauereistädter wohlgemerkt am Sonnabend bereits selbst erledigen können. Doch der dritte Auswärtssieg der Saison lag in der Rattenfängerstadt – wenn überhaupt – nur in einer kurzen Phase im Bereich des Möglichen. Die Gäste lagen zur Pause bereits 9:17 im Hintertreffen und steuerten direkt nach Wiederbeginn (10:21) auf ein Debakel zu. „Da sah es richtig nach einer Peitsche aus“, musste Bühlow zugeben. Während die zweitstärkste Abwehr der Liga aus Hameln beherzt zupackte, lösten die Wittinger zu früh die Deckung auf – und erlaubten sich auch offensiv Schnellschüsse.

Aber „weiß der Teufel warum“ hätte der Aufsteiger mit einem Mal die richtigen Lösungen gefunden, staunte Bühlow. „Das war ein schleichender Prozess.“ Plötzlich nur noch 18:22 (48.) und eine Morgendämmerung am Horizont. Doch es folgte schnell wieder die Wittinger Sonnenfinsternis. Durch ein Team-Timeout ging dem Tabellensechsten wieder ein Licht auf. Nach dem 26:19 wart es zappenduster für den VfL...

„Das Ergebnis hört sich schlimmer an, als es war“, beschwichtigte Bühlow. Er hofft inständig, dass sich Duderstadt in dieser Woche wie angekündigt wirklich offenbart. Am liebsten wäre den Blau-Gelben freilich ein rechtzeitiger Rückzug der Jahn-Handballer – dann könnten die Wittinger das Saisonfinale am Sonnabend gegen die HSG Schaumburg Nord ganz entspannt angehen. Andernfalls droht ein Zitter-Fernduell mit Soltau. Der VfL-Coach: „Immerhin haben wir es noch in eigener Hand.“

Von Ingo Barrenscheen

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