Handball – Oberliga: VfL gewinnt Kellerduell gegen Soltau / Oldie lässt Halle beben

„...und dann kam Lasse“

Mit fünf Toren in der Schlussphase brachte Routinier Lars Schulz (l.) den VfL Wittingen auf die Siegerstraße und die Halle hinter seine Mannschaft.

Wittingen. Hoch und runter, hoch und runter. Das Heimspiel gegen die Freizeitparkstädter vom MTV Soltau verkam für die Oberliga-Handballer des VfL Wittingen zu einer wahren Achterbahnfahrt.

Erst in der Schlussphase entschied die Mannschaft von Trainer Axel Bühlow das Kellerduell 30:24 (12:11) für sich und sammelte wichtige Zähler für den Klassenerhalt.

Linksaußen Malte Sültmann hatte mit drei Toren in Serie zum 24:21 das Vorhaben Heimsieg auf einen guten Weg gebracht. „Und dann kam Lasse“, grinste Bühlow. Mit fünf Toren – bei zehn Minuten Einsatzzeit – brachte der Oldie den VfL endgültig auf die Siegerstraße. Und die lange verhaltene Halle zum Kochen. „48 Jahre, 48 Jahre, 48 Jahre – Lars Schulz.“

Von diesen Emotionen waren Spiel und Publikum lange entfernt. In der Anfangsphase war die Anspannung in der Halle beinahe greifbar. Nach fast zehn (!) Minuten erzielte der Gast aus Soltau das 2:1. „Es war ein verhaltener, nervöser Auftakt“, bilanzierte Bühlow. Beide Mannschaften hätten ihre Chancen gehabt, nur „konnte keiner Akzente setzen. Obwohl wir mit Latte und Pfosten doch einiges an Pech hatten“, so der VfL-Coach.

Fortunas Gunst und das Pendel schlug deshalb auch erst einmal in Richtung des MTV – im Hinspiel 42:39-Sieger – aus. 2:4, 4:6, 6:10. Genug! Bühlow griff ein und ordnete seine Reihen in einer Auszeit. „Danach haben wir besser ins Spiel gefunden“, erfreute er sich am zeitweiligen Hoch.

Eine Sechs-Tore-Serie und der VfL hatte die Partie zum 12:10 gedreht. „Die Deckung stand besser und wir haben vorne mehr gespielt“, analysierte Bühlow. Vor allem die Außen Christopher Witzke und Sültmann wurden zu dankbaren und treffsicheren Abnehmern der herausgespielten Freiräume. Ärgerlich, dass Joel Agovic per Siebenmeter nach der Halbzeitsirene noch der 12:11-Anschluss gelang.

Zum einem psychologisch (un)günstigen Moment. Soltau kam besser aus der Pause. Wittingen gab in den ersten acht Minuten des zweiten Durchgangs das Heft des Handelns ein wenig aus der Hand. „Das war nicht so dolle“, so Wittingens Trainer. Zwar hatte der VfL den Soltauer Torgaranten Edwin Hamidic (nur sechs Tore) gut im Griff. In dessen Schatten trumpfte aber Linkshänder Jan Wagner auf. „Da haben wir immer mal gepennt“, monierte Bühlow.

Bis zum 19:19 („Das war eine enge Kiste“) lagen die Gäste mehrfach mit einem Tor in Front, konnten sich aber nicht absetzen. Das nutzte Wittingen. Sültmann, der sich nach der Pause „keinen Fehlwurf“ erlaubte, und Schulz machten den Erfolg perfekt. „Der Sieg geht voll in Ordung“, strahlte Bühlow. Ein Tief gab es dann doch: Der Sprung in der Tabelle (ein Platz) fiel nicht so deutlich wie erhofft aus.

Von Matthias Jansen

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