Fußball – VGH-Fairness-Cup: Gifhorns Vorzeige-Team in Niedersachsen 27.

VfL Ummern kann fair und erfolgreich

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Respektvolles Verhalten dem Gegner und dem Schiedsrichter gegenüber: Damit glänzte der VfL Germania Ummern in der abgelaufenen Spielzeit. Der Kreisliga-Vizemeister avancierte zur besten Gifhorner Mannschaft im VGH-Fairness-Cup.

Gifhorn – Sie kicken direkt an der Grenze zum Landkreis Celle. Die Bad Vibrations, sprich die schlechten Schwingungen, schwappen aber von dort augenscheinlich nicht über die imaginäre Linie rüber zum Sportplatz des VfL Ummern.

Denn während der NFV-Kreis Celle zum wiederholten Male in der VGH-Fairness-Cup-Wertung des Niedersächsischen Fußball-Verbands für die Saison 2018/19 im Vergleich aller 33 Kreise im Zwielicht der Roten Laterne dasteht, avancierten die Germanen zum Vorzeige-Verein im Kreis Gifhorn!.

Die Rüpel und die Saubermänner der Bezirksliga 1 auf einem Bild: Der VfL Wahrenholz (r. Marcell Meyer) glänzte, der FSV Adenbüttel Rethen nicht.

„Wenigstens da sind wir Erster“, unkte VfL-Trainer Jörg Drangmeister als Anspielung auf die haarscharf verpasste Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga. Im Vergleich zur Halbjahres-Statistik verbesserten sich die Ummeraner im NFV-Ranking sogar noch um sieben Positionen auf Gesamt-Rang 27. Wohl gemerkt von 957 ausgewerteten Mannschaften von der Bundes- bis runter zur Kreisliga! Mehr als ein Achtungs-Erfolg, findet auch Drangmeister nach nur 32 Gelben Karten in 26 Matches.

„Die Farbe Rot haben wir gar nicht gesehen. Nicht schlecht. Nachdem wir quasi in der Liga unser bestes Ergebnis überhaupt erzielt haben. Das gab es so auch noch nicht bei uns.“ Es hätte auch schon andere Zeiten bei den Blau-Weißen gegeben. Aber auch Zeiten, „in denen uns gesagt wurde, ihr seid zu lieb. Man sieht: Es geht auch beides. Fair spielen und trotzdem Erfolg haben“, unterstreicht der Frontmann der Saubermänner.

Die Germanen hätten derzeit schlichtweg einen Flow – auch in Sachen Teamspirit. „Die Momentaufnahme ist einfach klasse bei uns. Dann kommt ja auch eine Zufriedenheit dazu, wenn jeder Spaß hat.“ Durch den knapp bemessenen Kader seien alle dazu angehalten, sich gegenseitig zu unterstützen – und sich fiese Fouls, Meckereien oder sonstige Vergehen im Sinne der Mannschaft zu ersparen. Drangmeister betont: „Wir haben sicherlich auch den einen oder anderen Charakter. Aber die kriegen ganz klar eine Ansage.“

Ummerns beeindruckende Benimm-Bilanz müsse man „ganz klar anerkennen“, zieht Thorsten Thielemann den Hut. Allerdings muss sich auch sein VfL Wahrenholz nicht verstecken. Im Gegenteil! Das Taterbusch-Team tat sich, gemeinsam mit der SV Gifhorn (beide wiesen einen Quotienten von 1,5 auf), als fairstes Team der Bezirksliga 1 hervor in der abgelaufenen Serie und reihte sich immerhin auf Platz 91 in Niedersachsen ein.

Dafür gab’s bereits einen Ball beim Staffeltag. Und den einen oder anderen Schulterklopfer. „Das ist ein schöner Nebenaspekt, den es nun zu bestätigen gilt. Wobei wir jetzt auch nicht speziell darauf achten“, meinte Thielemann. Denn „zu lieb werden“ dürften seine Jungs auf dem grünen Rasen auch nicht. Offenbar beherrschen die Schwarz-Gelben den Weg der gesunden Aggressivität. Zumal Thielemann über die einzige Rote Karte der Saison gegen Daniel Schmidt auch heute noch müde lächeln kann. Ansonsten hätte sich Wahrenholz noch weiter vorn eingereiht.

Aber um noch einmal auf die These von Ummerns Coach Jörg Drangmeister mit dem Zusammenhang zwischen Zufriedenheit und Untadeligkeit zurückzukommen. Demnach abgeleitet muss der Frust-Faktor beim FSV Adenbüttel Rethen enorm hoch gewesen sein... Als 913. von den 957 Teams gehört der Bezirksligist zu den Bad Boys im Landesvergleich.

Derweil setzte der SV Groß Oesingen, früher ein Verhaltens-Vorbild im NFV-Kreis Gifhorn, nach der farbenfrohen Hinserie seine guten Vorsätze fürs neue Jahr in die Tat um und machte immerhin noch fast 300 Plätze hoch an die 519. Stelle im Klassement gut. Ein Fairplay-Fingerzeig in die richtige Richtung. Hingegen rutschten die Kreisliga-Konkurrenten VfL Vorhop (885.) und Wesendorfer SC (765.) jeweils um knapp 200 Plätze kräftig ab.

VON INGO BARRENSCHEEN

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