Fußball – 1. Kreisklasse 1: Oliver Kaiser und Schönewörde stehen vor den Wochen der Wahrheit

Über Teamgeist zum Klassenerhalt

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Ob sich Routinier Oliver Kaiser jemals wieder ein anderes Trikot überstreifen wird? Ausgeschlossen.

Schönewörde. Dass der Fußball viele Facetten hat, ist nicht nur in Zeiten von „Football Leaks“ unschwer zu erkennen. Doch bietet der Sport auch viele teils romantische Aspekte, die ihm eine besondere Note geben.

So auch bei Oliver Kaiser und seinem TSV Schönewörde – eine Never-ending-Story, wie im IK-Liga-Talk deutlich wird.

Doch der Schlussmann war nicht sein Leben lang beim Verein. So schloss er sich erst zur Spielzeit 2006/07 dem TSV, heutiges Mitglied der 1. Fußball-Kreisklasse, an. Angefangen hatte Kaiser mit damals sechs Lenzen als junger Knabe bei der Spielgemeinschaft Osloß/Bokensdorf/Weyhausen in der Abwehr. Doch mit dem Erreichen der D-Jugend ging es in Osloß ins Tor. Eine Aufgabe, die sein Papa in der Fußballerlaufbahn bereits inne hatte, Kaiser somit in die Wiege gelegt wurde. „Mein Vater fragte mich, ob ich das nicht mal ausprobieren wolle, also bin ich im Tor gelandet“, berichtet der heute 30-Jährige. Im Anschluss seiner Zeit in Osloß folgten noch Jahre beim MTV Gifhorn und dem SSV Kästorf. Dort agierte er sowohl als Feldspieler als auch als Schlussmann. Kaiser schmunzelt: „Ich wurde immer Allrounder genannt.“

Nach der Jugendzeit, 2006 im Jahre des WM-Sommermärchens, kam der als technischer Sachbearbeiter in der Logistik tätige Kaiser also zum TSV Schönewörde. Fortan kam er überwiegend als Schlussmann zur Geltung. Sein größter Erfolg war dabei der Kreisliga-Aufstieg 2007/08, dem eine einwandfreie Saison in der Spielklasse folgte. Rang drei war es in der Aufstiegssaison. „Eine Bestätigung“, findet Kaiser. Doch der TSV stieg zwei Spielzeiten später wieder ab, dümpelt seither in der 1. Kreisklasse herum.

Ob sich der Routinier jemals wieder ein anderes Trikot überstreifen wird? Ausgeschlossen. Dabei spielt auch die Ligazugehörigkeit des abstiegsbedrohten TSV keine Rolle. Die Kameradschaft habe Kaiser so noch nie in einem Verein erlebt: „Der Zusammenhalt ist unsere große Stärke!“ Und darin liegt seine Priorität. Wichtig seien nicht seine eigenen Ziele, sondern die des Teams: „Dabei muss ich als Torhüter ein besonders starker Rückhalt sein!“

In den Augen seines Trainerstabs um Dennis Dornuf nimmt er eine prägende Rolle in der Mannschaft ein. „Er steht 100 Prozent zum Verein. Mit seiner Erfahrung ist er für uns ein absoluter Rückhalt, auch wenn es die Gegentoranzahl nicht unbedingt vermuten lässt“, betont Dornuf. Für das Schönewörder Trainertandem hat wiederum Kaiser lobende Worte übrig: „Sie gehen trotz der Situation sehr ruhig an die Situation heran und leisten intensive Arbeit!“

Zur zuvor angesprochenen Gegentorwelle: 24-Mal musste der Keeper bereits hinter sich greifen, darunter fünfmal beim 0:5 vor zwei Wochen gegen Barwedel. Nur gut, dass die mit acht Zählern im Abstiegssumpf steckenden Schönewörder vergangene Woche spielfrei hatten. „Da haben wir den Kopf frei bekommen und die Kräfte gesammelt“, betont Kaiser. Am Sonntag geht es für ihn und seinen TSV zuhause gegen den Tabellenvierten SV Tappenbeck. Doch wie will Schönewörde, immerhin mit vier Pleiten am Stück im Rücken, gegen den SVT bestehen? „Wir müssen stabil stehen und vorn die Dinger machen. Ganz einfach. Im Fußball muss es immer das Ziel sein zu gewinnen“, betont Kaiser, der sich jedoch mit einem Zähler zufriedengeben würde. Allerdings: „Wir haben bereits große Teams ärgern können. Warum auch nicht jetzt!?“

Dass seine Farben in der Bringschuld stehen, dürfte angesichts der bereits erwähnten tabellarischen Situation klar sein. In den abschließenden vier Spielen 2018 hoffe er auf mindestens acht Punkte, damit „wir nächstes Jahr mit voller Stärke angreifen können“. Der Schlüssel sei dabei, gemeinschaftlich sich aus dem Tabellenkeller zu verabschieden. Im Abstiegskampf dürfte der Teamgeist ein besonderes Ass im Ärmel sein. Doch auch im Spielerischen muss es funken. „Ich hoffe, ich kann meinen größtmöglichen Beitrag dazu leisten, dass wir da rauskommen“, gibt Kaiser in seine eigenen Ziele Einblick. Doch auch der Spaß soll natürlich in Zukunft nicht zu knapp kommen. Und der ist in Schönewörde allemal gegeben, ob Abstieg oder nicht. Ein wahres Team eben.

Von Rouven Peter

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