Fußball-Kreisklassist will weiter oben angreifen

„Herzensangelegenheit“: Jürgen Schenk bleibt Trainer beim TuS Ehra-Lessien

Jürgen Schenk steht auch weiterhin als Trainer an der Seitenlinie des Fußball-Kreisklassisten TuS Ehra-Lessien.
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Er blickt mit dem TuS Ehra-Lessien auf eine vielversprechende Zukunft: Trainer Jürgen Schenk (r.) leitet auch weiter die Geschicke der Schwarz-Weißen.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Ehra – Einen kleinen, amüsanten Seitenhieb auf das prominente Gegenbeispiel kann sich Jürgen Schenk nicht verkneifen: „Es gibt andere Vereine, wo sich der Trainer nicht so klar positioniert...“ Anders als Hansi Flick, dessen Zukunft beim FC Bayern München ungewisser denn je erscheint, hat der Coach des TuS Ehra-Lessien seinem Klub aus der 1. Kreisklasse B das Ja-Wort für ein weiteres Jahr gegeben.

Coach spürt den Rückhalt der Spieler

Schenk denkt gewissermaßen schwarz-weiß. Der TuS sei „schon eine Herzensangelegenheit“, bekräftigt der Übungsleiter. Deshalb sei „relativ schnell klar gewesen, dass beide Seiten gerne weiter zusammenarbeiten wollen. Der Verein ist sehr zufrieden mit seiner Arbeit, das war keine sehr lange Verhandlung. Die Einheiten und die Spielvorbereitung haben einige Akteure weitergebracht“, erklärte auch Spartenleiter Thomas Feibig, zeitgleich Spieler unter Schenk in der ersten Herren. Apropos Spieler: Bei diesen klopft der Coach ein jedes Jahr aufs Neue die Bereitschaft ab, unter ihm weitermachen zu wollen. „Es waren alle dafür. Von daher ist es schwer zu sagen, ich höre auf“, sagt Schenk augenzwinkernd. Um dann mit Ernst in der Stimme nachzuschieben: „So möchte ich auch nicht abtreten. Auch als Trainer war die Saison nicht befriedigend.“ Die Annullierung sei richtig gewesen in seinen Augen, dennoch hinterließ sie ein bestelltes, aber nicht abgeerntetes Feld.

In der Mannschaft gibt es einen wahnsinnigen Zusammenhalt, den ich selbst als aktiver Fußballer so nie erlebt habe.

Jürgen Schenk, Trainer des TuS Ehra-Lessien

Schenk schwärmt von der „super Truppe“ und dem „super Umfeld“. In Ehra-Lessien verspüre er einen „wahnsinnigen Zusammenhalt, den ich selbst als aktiver Fußballer so nie erlebt habe“. Und auch sportlich hat sich das Team etabliert unter ihm. Als er zur Winterpause der Spielzeit 2017/18 beim TuS anheuerte, stand das Team in der 1. Kreisklasse auf Rang 13 – am Ende auf Platz vier. Die Entwicklung ging nicht ohne ein Wellental einher (erst 10., dann 6. in den darauffolgenden Runden), doch mittlerweile sind die Kicker in Schwarz-Weiß eine feste Größe im erweiterten Spitzenkreis. In den Topspielen der ersten Halbserie gegen den FC Parsau (3:5) und SV Hankensbüttel (0:2), die einzigen Saisonniederlagen, hätte seine Riege nicht die nötige Tagesform besessen. Dennoch könne es „auch ganz woanders hingehen“, ist Schenk optimistisch. Sprich: Er traut dem TuS zu, bei einem positiven Verlauf auch ganz oben anzuklopfen. Auch Feibig bestätigt: „Wir hatten schon einen sehr großen Umbruch. Aber qualitativ ist es nach oben gegangen.“

Bleibt nur die quälende Frage, wann dieses Unterfangen überhaupt in Angriff genommen werden kann. Feibig blickt sehr skeptisch voraus: „Ob die neue Saison im August überhaupt beginnen kann, steht in den Sternen. Ich sehe die Chancen bei unter 50 Prozent...“

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