IK-Nachspielzeit – Schönewörde toppt Stuttgarts Blitz-Treffer / Buntes Treiben in Radenbeck / Sterz verlässt Ummern

TSV: Besser als die Bundesliga

Auf großer Fahrt: Die Tabellenführer aus Rühen nutzten das spielfreie Wochenende für eine Tour nach Düsseldorf.

Bei den Wittingern klappte es gleich doppelt. Beim FC Ohretal auch. Das dürfte dem VfL Ummern vielleicht etwas Mut machen. Denn bei den Germanen machte nun ein wichtiger Akteur den Abflug und muss ersetzt werden. Also: Aushilfe gesucht: Dies und mehr in der IK-Nachspielzeit.

• „Die Jungs haben zuviel Bundesliga geschaut“, frotzelte Benjamin Wrede, Trainer des TSV Schönewörde, nach dem 4:3-Sieg über den MTV Isenbüttel II. Zuviel? Vielleicht haben die TSV-Kicker aber auch nur ganz genau hingeschaut. Gegen die Bezirksliga-Reserve kopierten die Nordkreisler nicht nur die Blitz-Bude von Stuttgarts Martin Harnik beim 5:4 in Frankfurt. Nein, die Mannschaft von Wrede verbesserte die Überfalltaktik sogar noch. Nach Wiederanpfiff vergingen nur fünf Sekunden und der Ball zappelte im Isenbütteler Netz. Nach dem Anstoß verlängerte Frederik Walbaum den Ball zu Patrick Gries, der unmittelbar abschloss. Und ab ins Eck. „Wir haben die Bundesliga getoppt“, freute sich Wrede.

• Oberliga kann er längst! Warum dann nicht auch Bezirksliga? Sebastian Schulze – meist für die Handballer des VfL Wittingen in der Oberliga im Einsatz – lief am Wochenende wieder einmal fachfremd bei den Bezirksliga-Fußballern der Brauereistadt auf und überzeugte beim 8:1 gegen den SSV Didderse auf der rechten Außenbahn. „Sebastian hat uns ja schon öfter ausgeholfen. Und er macht seine Sache immer gut. Sebastian ist lauf- und zweikampfstark, hat nur Pluspunkte gesammelt“, lobte Wittingens Trainer Naim Fetahu seinen Debütanten, der „wunderbare“ 90 Minuten ablieferte.

• Seine Truppe daheim wird ihn vermissen. So viel steht fest. Beim 1:1 gegen den MTV Isenbüttel III absolvierte Andre Sterz sein vorerst letztes Spiel für den VfL Germania Ummern. Denn am morgigen Dienstag hebt der Flieger des Bundeswehr-Soldaten ab: Auslandseinsatz in Afghanistan. „Wir hätten Andre gerne mit einem Sieg verabschiedet“, meinte Trainer Viktor Miller. Vor allem aber hoffen die Germanen, dass ihr Verteidigungsminister wohlbehalten zurückkommt. Zumal er auf dem Fußballfeld unverzichtbar ist. Das demonstrierte er im Abschiedsspiel. Miller: „Wie man ihn kennt, hat er alles reingehauen. Er ist ein Kämpfer vor dem Herrn. Dass er jetzt erst einmal geht, ist blöd. Wir müssen sein Fehlen als Mannschaft auffangen.“

• Ein wahrhaft buntes Treiben – Auch Stunden nach dem Heimspiel gegen den SV Osloß (2:1) kam Joachim Schöbel, Trainer des FC Ohretal, nicht aus dem Staunen heraus. „Das habe ich noch nie erlebt.“ Innerhalb von zehn Minuten „flippten“ einige Osloßer völlig aus – es gab drei Gelb-Rote und eine Rote Karte (nach Spielschluss). Mit Mario Fischer und Darius Delau, die von Marcel Matte und Philipp Stehr zu Statisten degradiert wurden, flogen die beiden Osloßer Torgaranten (zusammen 15 Tore) wegen grober Foulspiele vom Feld. „Ich bin froh, dass sich keiner verletzt“, meinte Schöbel, der ohne Auswechselspieler auskommen musste. Zudem gibt es Hoffnung, dass sich dieser Osloßer Auftritt nicht wiederholt. „Ein Verantwortlicher des SVO hat sich bei uns entschuldigt und wollte das Video der zweiten Hälfte haben. Um den Jungs mal ins Gewissen zu reden.“

• Ausgereizt! Die besten Karten hatte der FC Ohretal vor dem Heimspiel gegen den SV Osloß sicher nicht. Mit Rasmus Banse, Jan Schöbel, Philipp Wesemann und Edmund Laeseke fehlte die gesamte Offensive. „Ein Grand ohne Vier“, grinste „Skatspieler“ Joachim Schöbel. Nicht nur der FCO-Trainer hatte den richtigen Riecher. Pascal Besenroth – sonst eher in der Defensive eingesetzt – erlief als Aushilfsstürmer einen Osloßer Rückpass und traf zum 2:1-Siegtreffer. „Ein Bube hat doch noch gestochen“, freute sich Schöbel nach dem abgezockten Spiel.

• Patrick Borchers saß nicht etwa bei Günther Jauch auf dem Stuhl – und doch knackte er gewissermaßen mit seinem Telefon-Joker den Jackpot. Weil der personell ohnehin nicht auf Rosen gebettete VfL Wittingen/S. II Spieler an die geschröpfte Erste abreten musste, gestaltete sich Borchers‘ Samstagabend-Unterhaltungsprogramm ein wenig anders. „Ich habe die ganze Nacht telefoniert…“ Aus der Not wurde eine Tugend. Die reaktivierten Ersatzkräfte Marcel Liedtke und Marc-Andree Ebsen erzielten beim 6:1-Erfolg gegen den Wesendorfer SC II jeweils ein Tor, Marcel Kerstens und David Zschumme (spielte in der vergangenen Saison gar nicht mehr!) hielten die Abwehr dicht. „Das war natürlich top“, freute sich Wittingens Coach über die 1a-Aushilfen.

• Sollte die Stimmung beim SV BW Rühen nach dem 3:3 beim VfL Wittingen II etwas gelitten haben. Spätestens nach diesem Wochenende ist der ungeschlagenen Spitzenreiter der 1. Fußball-Kreisklasse 1 auch dort wieder uneingeschränkt Spitze. Das Team um Trainer Sören Henke nutzte das spielfreie Wochenende für eine Mannschaftsfahrt nach Düsseldorf. „Wir wollten neue Kräfte für den Jahresendspurt im Rennen um eine Top-Platzierung bis zur Winterpause sammeln“, meinte Henke, der zusammen mit insgesamt 16 Mann ins Rheinland reiste. Die gemeinsamen Feierlichkeiten an der längsten Theke der Welt sollten dazu führen, dass auch die bisherige Serie der Rühener in der Liga weiter andauert. „Das Wochenende hat die Teamchemie gestärkt und alle enger zusammenrücken lassen“, meinte Henke. Nach zuletzt zwei schwächeren Spielen kam die Pause gerade recht, um sich auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten. „Gegen den SV Dannenbüttel soll der Start für eine erneute Siegesserie gelegt werden“, so Henke.

Von Ingo Barrenscheen und Matthias Jansen

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