Hallenfußball – Jubiläumsturnier des FSV Nord Hankensbüttel: Kaum Zuschauer

Tribünen-Tristesse als Minuspunkt

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Viel Freiraum: Die Tribünen in der Wittinger Sporthalle waren äußerst spärlich besetzt beim FSV-Jubiläumsturnier. Ein Wermutstropfen.

Wittingen – Früher war alles besser. Dieser Nostalgie-Gedanke traf, in einem neuralgischen Punkt, durchaus zu auf das Hallenfußball-Comeback des FSV Nord Hankensbüttel.

Denn wenn es noch eines plakativen Beweises bedurfte, dass die guten alten Nordcup-Zeiten passé sind, dann war es der traurige Blick auf die Tribüne in der Wittinger Sporthalle am Samstag.

Draußen schneite es – drinnen schneiten die Zuschauer aber nur in Maßen zum Jubiläumsturnier herein. Die vielleicht zum Drittel gefüllten Ränge stimmten auch den Turnierchef Hans-Dieter Smilowski im Nachgang ein wenig nachdenklich.

Nach dem Remmidemmi von früher nun in der Neuzeit die Tristesse. „Wir haben mit einer proppevollen Halle gerechnet und waren mit unserem Helferteam auch darauf eingestellt. Was der Grund war, wissen wir nicht. Da müssen wir jetzt erst einmal horchen“, war Smilowski die Enttäuschung über das Desinteresse anzumerken.

In die gleiche Kerbe schlugen viele Spieler und Trainer. Stellvertretend meinte auch Wahrenholz-Coach Thorsten Thielemann: „Es tut mir leid für die Jungs vom FSV Nord, sie haben wieder einen guten Job gemacht. Früher war der Nord-Cup immer proppevoll, dieses Mal war überhaupt nichts los.“ Doch davon ließ sich Vorreiter Smilowski den Aufschlag zum 25. Vereinsgeburtstag nicht vermiesen. „Bis auf die Resonanz der Zuschauer sind wir sehr zufrieden.“ Mit einem Schuss Süffisanz fügte er hinzu: „Selbst Schuld, wenn sie sich so etwas Schönes nicht antun...“

Nach dem Revival stellt sich logischerweise auch die Frage: Wie geht es nun weiter? War es ein einmaliges Aufflackern? Oder bereichert der FSV Nord auch künftig die Budenzauber-Saison? Und wenn ja in welcher Form? Smilowski wollte sich direkt nach dem Jubiläumsturnier noch nichts Handfestes entlocken lassen.

„Wir feiern in diesem Jahr erst einmal unser Jubiläum.“ Dann würden die Gedanken reifen, wie sich die Zukunft gestalten soll. Mit Blick auf seine eigene Crew merkte er an: „Wie bei den Mannschaften auch werden wir einen Generationen-Wechsel haben müssen.“ Auch der späte Zeitpunkt in der Winterpause, viele Teams sind schon in der Rückrunden-Vorbereitung, und die Halle sind Problemfelder, die es zu beleuchten gilt.

Die Verantwortlichen sind sich auch noch nicht schlüssig, in welcher Spielform ein neues Turnier-Modell am sinnvollsten wäre. Die Futsal light-Variante so wie am Samstag „ist meiner Meinung nach das Beste“, sagte Smilowski. „Die Zuschauer wollen ein flottes Spiel sehen.“ Allerdings gehöre dem vollkommenen Futsal die Zukunft, so ein Gegenargument. Vorteil dann wäre auch, dass gemäß Spielordnung bunte Teams mit Akteuren aus mehreren Clubs gebildet werden könnten. In Zeiten rückläufiger Spielerzahlen nicht unerheblich. Doch durch die Anhäufung etwa von Einwürfen würde dann wiederum auch die Attraktivität des Spiels leiden, so Smilowski. Kommt Zeit, kommt Rat...

VON INGO BARRENSCHEEN

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