Fußball – 1. Kreisklasse 1: Tim Reinsdorf will mit FC Parsau in die Kreisliga

Treue und Tore bis ans Lebensende

Parsau – Dieser Mann steht aktuell wie kein Zweiter beim FC Germania Parsau für Tore. Dazu ist Tim Reinsdorf als Ur-Parsauer seit gut zwei Wochen auch Kapitän des Vertreters aus der 1. Fußball-Kreisklasse 1.

„Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, woanders zu spielen. Vermutlich bleibe ich bis an mein Lebensende hier“, verrät der 28-Jährige, der bereits seit 1998 für die Germanen die Schuhe schnürt.

Es gab Zeiten, da verschwand Reinsdorf ein wenig in der Versenkung. Mit 20 Jahren brach er sich das Sprunggelenk und riss sich die Bänder. Eine lange Pause stand für den Angreifer an. Anschließend gab der sympathische und ehrgeizige Nordkreisler auf Nachfrage mehrerer Freunde sein Comeback in der Zweitvertretung – wohlgemerkt als Torwart. „Die haben damals einen gesucht. Für ein Jahr wollte ich das einfach mal zum Wieder-Reinfinden machen“, so der 28-Jährige.

Dass Reinsdorf seine Stärken aber eher in der Offensive hat, wurde schnell deutlich. Als Angreifer aufgeboten, erzielte er Tore en masse und spielte sich auf die Wunschliste mehrerer höherklassiger Vereine. Die eintreffenden Angebote lehnte er allerdings dankend ab und entschloss sich, wieder in der Germania-Ersten sein Glück zu versuchen. Der 28-Jährige liebt seinen Heimatverein und schwärmt: „Es ist ja nicht nur so, dass wir erfolgreich zusammen Fußball spielen, sondern das ganze Drumherum passt hier einfach. Wir machen unter Freunden auch außerhalb des Platzes viel zusammen.“ Die Elf von Trainer Sören Henke, mit dem Reinsdorf selbst noch im Nachwuchs zusammenspielte und den er unheimlich schätzt („Wir sind alle froh, dass er hier ist“), startete mit vier Siegen aus vier Partien hervorragend in die Spielzeit. Lohn ist Rang zwei, nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem FSV Vorhop-Schönewörde. „Wir sind eine eingeschworene Truppe, die schon seit vier, fünf Jahren im Kern so zusammenspielt“, erklärt der Angreifer den Parsauer Erfolg.

Er selbst zählt als frischgebackener Kapitän („Das bedeutet mir sehr viel“) zu den absoluten Führungsspielern bei den Germanen. Die Abstimmung erfolgte vor dem zweiten Saisonspiel in Brome. Apropos Brome: Der FCB wollte den Offensivakteur in der Sommerpause für seine Bezirksliga-Vertretung gewinnen. Doch der 28-Jährige lehnte ab. Stattdessen strebt er mit Parsau den Aufstieg in die Kreisliga an. Bislang sieht es gut aus, doch zu euphorisch möchte Reinsdorf noch nicht sein: „Ich denke, unsere Chancen stehen ganz gut, doch es kann noch viel passieren. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass wir das schaffen können, wenn wir so weitermachen.“ Als Hauptkonkurrenten sieht Reinsdorf den FSV Vorhop-Schönewörde und den SV Hankensbüttel. „Es kann aber auch sein, dass da noch mehr Teams mit eingreifen“, so der 28-Jährige.

Einen weiteren Schritt in Richtung Aufstieg wollen die Germanen am Sonntag (15 Uhr) machen, wenn der SV Barwedel zu Gast ist. „Erfahrungsgemäß ist das eine robuste Truppe. Es wird in den Zweikämpfen also mit Sicherheit ordentlich zur Sache gehen“, äußert sich der Spielführer im Vorfeld. Dennoch kann das Ziel der Parsauer nur Heimsieg lauten. Mit seinen Toren soll Reinsdorf natürlich fleißig bei diesem Unternehmen mithelfen.

VON FLORIAN SCHULZ

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