Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg feiert 3:0-Auswärtssieg bei Hertha BSC

Traumstart nach frühen Aufregern

Aufreger Nummer eins: Herthas Ondrej Duda war nach nur 18 Sekunden im Sechzehner zu Fall gekommen – kein Elfmeter.
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Aufreger Nummer eins: Herthas Ondrej Duda war nach nur 18 Sekunden im Sechzehner zu Fall gekommen – kein Elfmeter.

Berlin – Die berühmte Berliner Luft scheint dem VfL Wolfsburg gut zu tun. Allen voran Wout Weghorst. Denn der Holland-Knipser hat es wieder getan – und diesmal dem neuen Hertha-Chefcoach Ante Covic das Heim-Debüt kräftig vermasselt.

Der Torjäger (9. Minute/Foulelfmeter) sorgte im Verbund mit dem eingewechselten Josip Brekalo (82. ) und Jerome Roussillon (90. ) am zweiten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison für den 3:0 (1:0)-Auswärtssieg der Wölfe bei Hertha BSC. Erst im Februar diesen Jahres hatte Weghorst mit dem einzigen Treffer den Coup bei Hertha BSC perfekt gemacht.

Zweites Spiel, zweiter Sieg im deutschen Oberhaus, dazu der Zitter-Erfolg im Pokal: Wolfsburgs neuer Cheftrainer Oliver Glasner wiederum hat einen Traumeinstand mit den Grün-Weißen gefeiert und zählt zur Elite von fünf verlustpunktfreien Vereinen der Liga.

Vor 42 738 Zuschauern schafften es die Hauptstädter nicht, die robusten und zweikampfstärkeren Wolfsburger zu überwinden. Dabei hatte die alte Dame in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz für sich beansprucht und teils mit tollen Kombinationen geglänzt. Einzig: Es blieb ineffektiv. Anders als beim viel beachteten 2:2 neun Tage zuvor beim FC Bayern. Dabei hatte Hertha seit dem Wiederaufstieg 2013 zuvor keinen Heim-Auftakt verloren.

Die Partie im Olympiastadion begann direkt mit einem dicken, fetten Aufreger. Nach nur 18 Sekunden zeigte Schiedsrichter Guido Winkmann zunächst nach einer Grätsche von Josuha Guilavogui gegen Ondrej Duda auf den Elfmeterpunkt, sah sich die Aktion auf Hinweis von Video-Assistent Günter Perl aus Köln aber noch einmal an und nahm den Strafstoß nach mehr als zwei Minuten zurück. Guilavogui hatte zuerst hauchzart das Leder und dann Duda getroffen. „Hut ab vor dem Schiedsrichter, dass er seine Entscheidung zurückgenommen hat“, spendete Glasner Beifall.

Auf der Gegenseite überprüfte Winkmann seine Elfmeter-Entscheidung wenige Minuten später nicht mehr, obwohl auch die Attacke von Karim Rekik gegen Felix Klaus kein glasklares Foul war. Weghorst verwandelte sicher. Damit war die „sehr große Vorfreude“ bei Covic schnell verflogen.

Die Berliner ließen sich vom Rückstand aber nicht aus der Bahn werfen und spielten weiter mutig und ideenreich nach vorn. Routinier Salomon Kalou hätte früh ausgleichen können. Doch der Kopfball des 34 Jahren alten Ivorers strich knapp am VfL-Tor vorbei (12.). Kurz danach traf Kalou den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig.

Die Gäste vertrauten nach der Führung vor allem ihrer kompakten Defensive mit dem starken Franzosen Guilavogui als zentralem Prellbock. Der 28-Jährige brachte in letzter Sekunde bei einem Schuss von Marco Grujic noch den Fuß dazwischen, nachdem kurz zuvor Torwart Koen Casteels bei einem fulminanten Versuch des Liverpool-Leihspielers schon hervorragend reagiert hatte.

Covic war zu dem Zeitpunkt schon längst Dauergast an der Außenlinie seiner Coaching-Zone. Aber er biss sich ein wenig auf die Zunge: „Ich werde ein Teufel tun und ein Wort zum Schiedsrichter sagen. Das steht mir nicht zu. Aber es war sehr bitter. Das sind extreme Gefühlswelten, die du durchlebst.“

Der Hertha-Coach schickte in Halbzeit zwei Davie Selke und den erst 18 Jahre alten Neuzugang Daishawn Redan auf das Feld. Und der junge Niederländer verzog gleich bei seiner ersten Aktion nur knapp (72.). Auf der anderen Seite machte Wolfsburgs Joker Brekalo mit einer feinen Einzelaktion alles klar, Roussillon erhöhte sogar noch via Innenpfosten auf 3:0. Hertha hat nun die jüngsten fünf Aufeinandertreffen mit dem VfL nicht gewonnen.  dpa/ib

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