Handball – Verbandsliga Herren: VfL Wittingen verliert auch das zweite Endspiel in Plesse – zu grün für Aufstieg?

Trauma statt Traum!? Schon wieder...

Abfallende Tendenz genau in der heißen Saisonphase: Der VfL Wittingen (3. v. r. Kai Eschert, l. Marten Schultze) verlor in Plesse das zweite Aufstiegs-Endspiel in Folge und hat nun nur noch geringe Chancen auf die Oberliga. Foto: Barrenscheen

Wittingen. Nicht schon wieder!? Das mochte am gestrigen Sonntag aus dem Lager des VfL Wittingen zwar niemand so recht aussprechen. Aber gedacht haben es sicherlich einige Eingeweihte unter den Spielern und Fans. Neue Saison, alter Ausgang. . .

So grausam es ist, aber nach der 31:36-Pleite bei der HSG Plesse-Hardenberg war nicht nur das Wochenende der Wahrheit vollends vermurkst – der hiesige Handball-Verbandsligist muss so dicht vorm Ziel wohl auch den Aufstiegs-Traum begraben. Schon wieder.

VfL-Coach Mike Mühlenbruch mochte zwar keine Direkt-Parallele zum Aufstiegstrauma 2011 ziehen. Das Zustandekommen sei nicht vergleichbar. So weit korrekt. Ähnelten sich die Spielzeiten in ihrem Verlauf keineswegs. Erst durch „Unzulänglichkeiten“ der Konkurrenz sei sein Team überhaupt in die vorteilhafte Position gerückt, betonte Mühlenbruch. Und auch das Personal ist in Teilen ein anderes. Unterm Strich steht aber das Resultat. Und da waren die gleichen tragischen Züge nicht von der Hand zu weisen.

Was gut ein Jahr zuvor Warberg und Himmelsthür darstellten, waren nun Barsinghausen (19:30) am Freitag und Plesse zwei Tage später. Mangelnde Nervenstärke, wenn’s drauf ankommt? Mühlenbruch meinte, seine Spieler seien in einigen Aktionen „teilweise zu grün oder auch gebrandmarkt“ gewesen. Vermutlich sind nur so die zwei deutlichsten Saisonpleiten in direkter Folge zu erklären. Zwar hätte sich am gestrigen Sonntag im Harz gegenüber der Basche-Backpfeife „einiges verbessert“, sagte Mühlenbruch. „Aber uns fehlen ein, zwei Leader.“ Die in kniffligen Momenten das Mehr an Motivation herauskitzeln.

Das hätte der VfL in der zweiten Halbzeit gegen Plesse benötigt. Nach holpriger Startphase (2:5) hatten die Brauereistädter den Barsinghausen-Nachwehen den Laufpass gegeben und ihrerseits das Zepter an sich gerissen. Aus einem 4:7 wurde im Handumdrehen ein 8:7. Und mehr. Doch die Komfortzone schwand nach dem 17:14 wieder bis zur Pause. „Wir hatten die Möglichkeiten, die Führung weiter auszubauen, stellen uns aber sehr unclever an“, bemängelte Mühlenbruch. Schwupps stand der Vorsprung auf wackligen Beinen (19:18).

Und knickte unmittelbar nach Wiederbeginn wie ein Kartenhaus zusammen. „Wir wurden anfangs der zweiten Halbzeit nach Fehlern regelrecht überrannt“, so Wittingens Coach. Vier Gegentore in Folge bedeuteten den Anfang vom Ende. Plötzlich Muffensausen beim VfL, der stark abbaute.

Endspiele: Offensichtlich nicht das Ding dieser noch recht jungen Mannschaft. Zwar besteht noch eine Rest-Chance auf die Oberliga, doch die ist nur noch geringer Natur. Plesse und Helmstedt haben nun die besten Karten im Aufstiegskampf. Mühlenbruch will nun zusehen, seine Mannen bis zum Saisonfinale am Sonnabend gegen den MTV Braunschweig wieder aufzupäppeln.

Von Ingo Barrenscheen

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