Fußball – Kreisliga: Knesebeck und WSC beratschlagen über Nachfolge-Zeitpunkt

Die Trainerwechsel-Krux

Skeptischer Blick voraus: Detlef Weber (l.) würde zwar die Saison gerne zu Ende bringen mit dem VfL Knesebeck, ist aber zwischenzeitlich nicht verfügbar.
+
Skeptischer Blick voraus: Detlef Weber (l.) würde zwar die Saison gerne zu Ende bringen mit dem VfL Knesebeck, ist aber zwischenzeitlich nicht verfügbar.

Knesebeck/Wesendorf/Gifhorn – Das ist ein Vorgeschmack auf das drohende Hickhack: Sollte im Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) tatsächlich die Saison verlängert werden, hat das auch unmittelbare Auswirkungen auf die Trainer-Situation bei gleich drei Fußball-Kreisligisten.

Denn sowohl beim VfL Knesebeck als auch beim Wesendorfer SC und SV Triangel stehen eigentlich im Sommer bereits beschlossene Wechsel an der Seitenlinie bevor (das IK berichtete). Und das Trio steht mit dieser neuen Herausforderung im NFV-Kreis Gifhorn nicht alleine da.

Saisonende ungewiss

Erst vor knapp drei Wochen hatte der VfL Knesebeck das Dreiergespann Helge Reinsch plus André und Steffen Haven als Nachfolge-Paket für den scheidenden Coach Detlef Weber präsentiert. Doch die derzeit unterbrochene Spielzeit endet eben nun womöglich nicht regulär am 30. Juni. Sondern Ende des Jahres. Oder noch später – je nachdem, ob sich zum einen der NFV und seine 33 Fußball-Kreise am kommenden Freitag in einer Videokonferenz auf die Fortsetzung ab August/September einigen und zum anderen die Entwicklung der Corona-Pandemie den später anvisierten Wiedereinstieg überhaupt zulässt. Eine diffizile, schwammige Lage, die ohne Frage auch gewisse Gewissenskonflikte mit sich bringt.

Weber: „Vorbereitung für mich nicht möglich“

„Es ist alles offen. Bis September fließt noch ein bisschen Wasser den Bach runter“, weiß Einhorn-Dirigent Detlef Weber noch nicht wirklich, wohin die Reise geht. Ende dieser Woche wollen sich alle beteiligten Personen bei den Blau-Weißen noch einmal via Skype-Konferenz kurzschließen, erklärte VfL-Spartenleiter Tobias Krebiel. Die große Frage: Gibt’s den Tausch auf der Kommandobrücke wie geplant im Sommer oder verschiebt sich alles?

Eines betonte Noch-Übungsleiter Weber schon vor dem Online-Kriegsrat: „Eine Vorbereitung zu bestreiten, die ein absolutes Muss ist nach so einer langen Spielpause, ist für mich zum 1. September gar nicht möglich.“ Denn die Wochen davor ist er zwingend bei seinem Hausbau-Projekt gebunden. Zumindest eine Rückkehr zur Fortsetzung der Punktspiele wäre für ihn aber denkbar, „um es zu Ende zu bringen“. Ansonsten droht ein unvollkommener, abrupter Abschied nach einer erfolgreichen Zeit am Ernst-Hiestermann-Platz.

Hopp ist ab spätestens August gebunden

Genau dieses Szenario will tunlichst auch sein Kreisliga-Kollege Matthias Hopp vermeiden. Beim Wesendorfer SC ist am Sonnabend um 12 Uhr ebenfalls ein virtueller Chat anberaumt, um über den neuen Sachstand zu diskutieren. Bei einer Saison-Verlängerung stünde auch er, so stehen die Zeichen am Horizont, nicht mehr bis zum letzten Akt zur Verfügung. Das verhindert eine berufliche Veränderung ab August. „Wenn die Motoren wieder anlaufen, kommen auf mich ab Sommer Einschränkungen zu.“ Daran gäbe es auch nichts zu rütteln, genau deswegen hatte er den Verein bekanntlich auch schon frühzeitig gebeten, auf Nachfolger-Suche zu gehen. Dieser ist mit Thorsten Hahn auch schon gefunden.

„Fühle mich in der Verpflichtung“

Allerdings hofft Hopp inständig, dass die Staffelstab-Übergabe tatsächlich erst zum Juli erfolgt seitens des WSC. Denn sollte alsbald wieder ein Trainingsbetrieb möglich sein, „fühle ich mich schon in der Verpflichtung bis Sommer, die Jungs wieder auf Vordermann zu bringen“. Sein sehnlichster Wunsch dabei: „Ich hoffe, dass ich mich von meiner Mannschaft so verabschieden kann, dass ich sie noch einmal auf dem Sportplatz gesehen habe...“

So ergeht es sicherlich allen Trainern, die ihr Amt in gut zwei Monaten abgeben wollen.

VON INGO BARRENSCHEEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare