Fußball-Bezirksligist „erhöht Schlagzahl“ im Mittelfeld

Top-Transfers für FC Brome: Robin Werner kommt aus Parsau, Niclas Zierenberg aus Knesebeck!

Ausnahme-Spieler Robin Werner (l.) wechselt zur Saison 2021/22 vom Kreisklassisten FC Germania Parsau zum großen Bezirksliga-Nachbarn FC Brome.
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Ein Unterschieds-Spieler in der Samtgemeinde: Parsaus Ausnahme-Talent Robin Werner (l.) erliegt dem Lockruf des Bezirksligisten FC Brome und verstärkt zur neuen Saison das Mittelfeld des Klubs von der Steimker Straße.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Luis Figo. Zinedine Zidane. Ronaldo. Robert Carlos. David Beckham. Und Robin Werner!? Letztgenannter mag nicht in diese illustre Weltauswahl passen, die einstmals bei Real Madrid nur unter dem Sammelbegriff „Die Galaktischen“ die Fußball-Welt verzauberte. Doch denselben Spitznamen hätte früher auch der starke 97er-Jahrgang der JSG Bergfeld/Parsau/Tülau in der Samtgemeinde innegehabt, schmunzelt Mark-Oliver Schmidt. „Sie hießen bei uns auch nur die Galaktischen...“

Einen dieser außergewöhnlichen lokalen Himmelsstürmer hat sich nun der Bezirksligist FC Brome geangelt. Eben jenen Robin Werner. Ausnahme-Spieler vom FC Parsau. Damit nicht genug: Die Grün-Weißen schnappten sich fürs Mittelfeld auch noch Niclas Zierenberg vom hiesigen Kreisligisten VfL Knesebeck! Logisch: An der Steimker Straße reiben sie sich angesichts dieses Doppel-Whoppers vergnügt die Hände. „Dadurch haben wir nochmal einen richtigen Schub gekriegt. Das wird die Schlagzahl erhöhen – so macht der Kader Spaß“, frohlockt FC-Coach Schmidt. Ebenfalls logisch: Die abgebenden Vereine sind not amused (siehe Info-Kasten). Brome hat mit einem Schlag den schmerzvollen Abgang von Erik Weis kompensiert. Der FC-Übungsleiter kennt Werner, im nur vier Kilometer entfernten Voitze aufgewachsen, „seit er Fußballschuhe hat. Ein Riesen-Talent! Ich wollte ihn schon in der Jugend haben. Robin war in Parsau das Zünglein an der Waage. Der Spieler, der den Unterschied macht.“ Schmidt charakterisiert seinen Glücksgriff als Allzweckwaffe, der „alles kann“ von Innenverteidiger bis Stoßstürmer.

Robin ist ein Riesen-Talent! Ich wollte ihn schon in der Jugend haben. In Parsau war er das Zünglein an der Waage. Der Spieler, der den Unterschied macht.“

Bromes Trainer Mark-Oliver Schmidt über den Neuzugang Robin Werner

Und auch der ein Jahr jüngere Zierenberg begeistert den FCB-Dirigenten. „Er ist einer der elegantesten Fußballer, den ich kenne. Es ist ein Genuss, ihn spielen zu sehen.“ Bereits im ersten Sondierungs-Gespräch zwischen Coach und potenziellem Neuzugang (beim MTV Gifhorn ausgebildet) hätte es gefunkt. „Für mich war das da schon zu 99 Prozent save. Man hat bei Niclas gemerkt: Er will, er will. Ein Spieler, der für sich den Anspruch hat, auch einmal höherklassig zu spielen.“ Zierenberg kann mit Francesco Natale, ein Jahr zuvor von den Einhörnern nach Brome gewechselt, künftig eine Fahrgemeinschaft bilden...

Auch Niclas Zierenberg (l.) wechselt vom Kreisligisten VfL Knesebeck an die Steimker Straße zum FC Brome.

Das neue Duo wirkte bereits am Pfingstsonntag beim Trainings-Re-Start an der Steimker Straße mit. Alles unter erheblichem Corona-Hygiene-Aufwand, pointierte Schmidt. „Mit Schnelltests, Dokumentation, Vier-Augen-Prinzip – dabei ist schon fast eine halbe Stunde draufgegangen.“ Aber das lange Zeit vermisste Gruppengefühl war’s allemal wert.

Große Enttäuschung beim FC Parsau und VfL Knesebeck: „Sportlich nicht zu ersetzen“ 

Sören Henke, Trainer von Robin Werners bisherigem Klub FC Germania Parsau: „Robin war bei uns eine wesentliche Stütze, ein absoluter Unterschiedsspieler. Für uns natürlich ein herber Verlust, sportlich nicht zu ersetzen und unheimlich bitter. Zumal er uns im Januar schon seine Zusage für die neue Saison gegeben hatte. Das hat er nun revidiert. Das ist auch ein Paradebeispiel für die fragwürdigen Entscheidungen des NFV – hätte man uns sportlich aufsteigen lassen, wäre er auch geblieben. So unterschiedlich kann die Corona-Pandemie zuschlagen... Sein Wechsel ist einerseits enttäuschend, andererseits aber nachzuvollziehen. Glückwunsch an Brome zu dem Super-Transfer. Wenn sich für ihn dort nicht der gewünschte Erfolg einstellt, kann es nur einen Weg geben – zurück nach Parsau.“

Tobias Krebiel, Spartenleiter des VfL Knesebeck, zum Wechsel von Niclas Zierenberg: „Es hat auch immer mit dem 'Wie' zu tun. Wir haben vereinsinterne Regeln, denen wir auch in Coronazeiten folgen, um ein faires Miteinander im Sport zu garantieren. Normalerweise meldet sich ein wechselwilliger Spieler in der Winterpause, spätestens zum Beginn der Rückserie, um darüber zu sprechen. Aber was ist schon normal in diesen Zeiten... Daher war ich sehr überrascht. Ich sehe Brome auf gleichem Niveau, allerdings eben eine Liga höher. Das reicht nun scheinbar aus, um seinen Heimatverein zu verlassen. Ich denke, Niclas hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, und finde es schade – da er ein wertvoller Spieler für uns war, der sich seit seiner Rückkehr 2017 sehr toll entwickelt hat und nun eigentlich mehr Verantwortung übernehmen sollte. Nach unserem verpassten Aufstieg 2019 und den folgenden pandemiebedingt unglücklichen Spielzeiten ist sein ungeduldiger Wunsch, nun mal höherklassig zu spielen. Alle im Verein hier geben ihr Bestes, um das auch in Knesebeck zu erreichen. Das wird auch weiterhin unser Ziel sein. Da ist die persönliche Enttäuschung schon sehr groß, wenn man zu dieser Zeit einen guten Spieler abgeben muss. Dennoch wünschen wir ihm viel Erfolg und alles Gute!“

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