Auch Jonas Fischer und Javadi Ahmadi verstärken Fußball-Kreisligisten

„Top-Torhüter“ für VfL Wittingen/S.: Dennis Berg kommt vom Nachbarn VfL Knesebeck

Torwart Dennis Berg (l.) wirft sich künftig für den VfL Wittingen/S. ins Zeug. Nach nur einer Saison verlässt er den Kreisliga-Konkurrenten VfL Knesebeck bereits wieder.
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Sein Hoheitsgebiet wird künftig der Wittinger Strafraum sein: Torwart Dennis Berg (l.) verlässt nach nur einer Saison den VfL Knesebeck und geht zum Kreisliga-Rivalen.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Wittingen – Man sieht sich immer zweimal im Leben. Oder eben dreimal. Als Naim Fetahu 2010 vom VfL Wahrenholz zum damals ambitionierten SV Langwedel wechselte und seine erste Trainer-Stelle antrat, nahm er ein verheißungsvolles Torwart-Talent aus der A-Jugend vom Taterbusch mit. Sein Name: Dennis Berg.

Dieser folgte ihm auch 2012 zum VfL Wittingen/Suderwittingen. Neun Jahre und viele weitere Stationen später feiern der Schlussmann und sein einstiger Entdecker nun abermals eine Reunion in der Brauereistadt: Fetahu hat den nie abgerissenen Kontakt glühen lassen und Berg vom Kreisliga-Konkurrenten VfL Knesebeck losgeeist! Nicht der einzige Neuzugang: Auch Jonas Fischer (VfL Ummern) und Javadi Ahmadi (SV Welat Gifhorn) kommen zur neuen Saison.

Wittingen schließt die Baustelle, in Knesebeck öffnet sie sich

Während sechs Kilometer weiter damit eine Baustelle zwischen den Pfosten aufgerissen ist (siehe Info-Kasten), hat Wittingen genau dieses Loch im Kader direkt wieder prominent geschlossen. Immerhin hatte Torhüter-Urgestein Christoph Pörschke gerade seine Herren-Karriere zu den Akten gelegt (das IK berichtete). Berg ist in den Augen von Fetahu ein legitimer Nachfolger. Zwar hätten die Brauereistädter mit Lennart Hoffmann und Philip Stojanovic noch zwei junge Keeper in der Hinterhand, „die sich noch weiter entwickeln müssen“. Doch ein erfahrener Platzhirsch „kommt uns zugute. Egal, wo Dennis gespielt hat, war er Stammkraft. Er wohnt und arbeitet in Wittingen – so jemanden können wir uns nicht entgehen lassen. Er ist ein klasse Torhüter.“ Der Coach hofft, dass sein neuer Ballfänger nach vielen Vereinen nun sesshaft wird und er „ein gefühltes Jahrzehnt hier spielen kann.“

Egal, wo Dennis gespielt hat, war er Stammkraft. Er wohnt und arbeitet in Wittingen – so einen klasse Torhüter können wir uns nicht entgehen lassen.

Wittingens Coach Naim Fetahu über seinen Neuzugang Dennis Berg

In die Kategorie entwicklungsfähige Allround-Talente fallen indes die beiden anderen Verstärkungen. Trotz der Perspektive Bezirksliga mit dem VfL Germania Ummern sucht Jonas Fischer eine neue Herausforderung. „Er kann einige Positionen spielen, ist universell einsetzbar. Das ist viel wert. Wir werden einen guten Platz für ihn finden“, erklärt Fetahu. Körperlich und läuferisch sei der Mittelfeld-Akteur stark.

Neue Herausforderung: Jonas Fischer (M.) kommt vom VfL Germania Ummern zum VfL Wittingen/S.

Indes verkörpert Javadi Ahmadi all das, was man klassischerweise einem Flügelflitzer zuspricht. Das Leichtgewicht hätte eine „enorme Schnelligkeit“, könne auf den Außenpositionen offensiv wie defensiv eingesetzt werden, so Fetahu. Trotz seiner eher schmächtigen Statur hätte der Youngster vom Kreisklassisten SV Welat aber eine gute Zweikampfführung, sei „bissig“. Dazu eine gute Ballbehandlung. All das hat Wittingens Übungsleiter in den Trainings-Einheiten ausgemacht, die Ahmadi schon Anfang 2020 mitmachte. Eigentlich war seine Verpflichtung schon im zurückliegenden Sommer angedacht. Doch das zerschlug sich zwischenzeitlich durch Arbeit und Wohnungssuche. Doch nun hat der Außenbahner hier eine Ausbildungsstelle gefunden. Fetahu ist sich sicher: „Ich denke, er wird uns helfen.“

Der VfL-Trainer sieht sein Aufgebot trotz einiger Auswärtiger wie Roni Agirman (bleibt bis September noch für ein Praktikum in München) für die kommende Spielzeit gut aufgestellt.

Stand jetzt erteilt Knesebeck keine Freigabe für Berg!

Reisende soll man nicht aufhalten, sagt der Volksmund. Doch im Fall von Dennis Berg könnte sich zwischen seinem bisherigen Verein VfL Knesebeck und seinem künftigen Klub VfL Wittingen/S. noch ein Nachspiel anbahnen. Das IK erwischte Tobias Krebiel am Sonntag gerade beim Trainings-Auftakt mit dem frisch installierten neuen Coach Jan Rinkel – und Knesebecks Spartenleiter erklärte, dass der wechselwillige Torwart Stand jetzt im digitalen Spielerpass keine Freigabe erhalten werde. Der mittlerweile vierte Abgang in kurzer Zeit hätte die Einhörner auch durch seine Kurzfristigkeit „noch überraschender“ getroffen als jüngst der Fall Niclas Zierenberg, den es zum FC Brome zieht. Der Schlussmann hätte bereits für die neue Saison in Knesebeck zugesagt – und sich bis gestern noch nicht persönlich bei ihm gemeldet, unterstrich Krebiel. Das stößt sauer auf am Ernst-Hiestermann-Platz.

Losgelöst davon müssen die Blau-Weißen nun intern aber eine große Baustelle schließen. Berg, erst zur vergangenen Saison verpflichtet, war der einzige etatmäßige Keeper im Knesebecker Kader. So adhoc hätte er „noch keine Lösung parat“, meinte Krebiel. „Das müssen wir jetzt noch erarbeiten, weil wir uns eigentlich auf dieser Position keine Gedanken machen mussten.“ Eine Möglichkeit wäre, dass Maik Szillat aushilfsweise wieder zwischen die Pfosten zurückkehrt. Die andere wäre ein altbekanntes Gesicht, das mittlerweile in seinen Heimatort zurückgekehrt ist: Lukas Peschka sei zurück von seinem mehrjährigen Auslands-Aufenthalt, so Krebiel. „Wir müssen sehen, ob das eine Option werden könnte.“

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