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Timo Bertram: „Ich konnte es einfach nicht lassen“

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Von: Aron Sonderkamp

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Zwei Spieler im Zweikampf
Mittlerweile bringt der 38-jährige Routinier Bertram (vorne, gegen HaMas Dominik Haase) seine Erfahrung beim SV Tülau/Voitze ein. © Aron Sonderkamp

Was verschlägt einen Fußballer mit Hunderten von Landesliga-Einsätzen auf dem Kerbholz zu einem Kreisklassisten? Im Fall von Timo Bertram und dem SV Tülau/Voitze war es ein riesiger Zufall – und sofortige Sympathie für den neuen Verein, wie der 38-Jährige vor der Partie gegen den SV Barwedel (Sonntag, 14 Uhr) im IK-Ligatalk verrät.

Tülau/Voitze – Sein ganzes Leben kickte Timo Bertram beim TSV Hillerse. Im Seniorenbereich angekommen, ging es erst einmal in der zweiten Mannschaft zur Sache – bis 2005. „Vor dem entscheidenden Spiel für den Aufstieg in die Landesliga hatte unsere Erste sehr viele Verletzte. Ich wurde angerufen und gefragt, ob ich nicht mitkommen könnte“, blickt Bertram zurück. An einen Einsatz dachte er nicht, doch er wurde tatsächlich eingewechselt. „Ich habe dann sogar ein Tor und eine Vorlage gemacht. Das war echt geil.“

Zufall führt zum SV

Anschließend kickte er elf Jahre in der Ersten, bis auf ein Jahr in der Bezirks- immer in der Landesliga. „Ich war viel verletzt aber es müssten an die 200 Landesliga-Spiele zusammengekommen sein.“ 2009 zog Bertram nach Tülau, spielte aber bis 2016 weiter bei Hillerse. Irgendwann wurden es zu viele Kilometer, hinzu kam der Hausbau in Tülau. Dann traf Bertram das (glückliche) Schicksal. „Ich war ganz überrascht, als wir den Bauplatz hatten. Da habe ich nämlich gesehen, dass unser Nachbar Christoph Jäger ist. Mit ihm habe ich in der Jugend in der Kreisauswahl gespielt. Er sagte irgendwann: Komm doch mal mit zum Training beim SV. Und ich konnte es einfach nicht lassen“, schmunzelt Bertram. 2018 schnürte er also nach zwei Jahren Pause wieder die Schuhe.

„Da muss man seine fußballerischen Ansprüche natürlich zurückschrauben und sich vor Augen führen, wo man spielt. Aber die Leute waren mir sofort sympathisch und der Verein hat mir gefallen“, erklärt Bertram, wie er sich für den am SV entschieden hatte. In der Landesliga lernte er, wie wichtig eine stabile Defensive ist. „Da ist Disziplin alles. Man muss immer mitdenken und antizipieren.“ Eigenschaften, die er auch bei Tülau/Voitze mit einbringt. Gerade auf der Sechserposition, auf der ihn sein Coach Peter Loeper sieht.

Außerdem will er seine Erfahrung an seine jüngeren Mitspieler weitergeben. „Ich will vorrangehen, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Ich will die Mannschaft pushen und ihr Motivation mitgeben. Zur Not müssen wir über den Kampf kommen, um an die Punkte zu kommen. Das Schlimmste ist, wenn man nicht alles gegeben hat und deswegen leer ausgeht.“

Seine größte Sorge befindet sich jedoch gerade abseits des Platzes: „Es geht darum, die Spieler beisammenzuhalten. Gerade seit Corona ist es bemerkenswert, wie immer weniger Spieler da sind.“

Wieder zurück zum Sportlichen: Gegen Barwedel kommt die drittbeste Offensive der Liga auf die Grün-Weißen zu. „Wir müssen kompakt stehen und auf Fehler lauern. Das Ziel ist definitiv ein Punkt.“

Wie es nach der Saison bei Bertram weitergeht, steht noch in den Sternen: „Ich denke jedes Jahr ans Karriereende. Die Knochen tun teils noch mittwochs weh. Ich sage nicht, dass es meine letzte Saison ist, aber es neigt sich definitiv dem Ende.“ Zumal sein Sohn bald sechs Jahre alt werde. Mit ihm wolle er dann auch bald zum Fußball. Und dann dürfe auch seine Tochter nicht zu kurz kommen- Familie geht eben vor.

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