IK-Nachspielzeit: Würdig coacht Teutonia / Germer-Comeback macht VfL froh

Tiddische und purer Trainer-Zufall...

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Neuer Trainer: Marcel Würdig (vordere Reihe, 2. v. l.) im Kreise seiner neuen Mannschaft in Tiddische.

Isenhagener Land – Auch im Herbst gibt es wieder Erhellendes von den Plätzen – die IK-Nachspielzeit.

Comeback nach Maß

Kaum wieder auf dem Platz und schon omnipräsent: Fast noch mehr als der 5:0-Erfolg an sich über Lupo Martini Wolfsburg II freute den VfL Wahrenholz das (gelungene) Comeback von Niklas Germer. Geschlagene 15 Wochen (!) hatte der Mittelfeldstratege vom Taterbusch aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs aussetzen müssen, wusste Thorsten Thielemann beim Blick auf den innerlichen Kalender. „Das war am 25. August gegen Calberlah, das ist bei mir noch so drin.“

Um den ebenfalls noch nicht wieder 100-prozentig wiederhergestellten Abwehrchef Christopher Hartmann etwas zu schonen, nahm ihn Thielemann nach 77 Minuten vom Feld und gönnte Germer die Wiedereingewöhnung. Wohlgemerkt war dieser aus freien Stücken auf seinen Coach zugekommen. „Ich überlasse das den Spielern. Ich habe zu Niklas gesagt: Du gehst so weit, wie du möchtest, und sagst Bescheid. Das war am Freitag beim Training der Fall.“ Gerade einmal drei Minuten auf dem Feld, traf Germer dann zur Krönung des Tages auch noch zum 5:0-Endstand per Kopfball. Der Mann mit der Nummer sechs sei aber generell „ein Riesengewinn mit seiner Art und Weise“, bekräftigte Thielemann.

Kleins große Kunst

Reift da beim SV Tülau-Voitze etwa ein neuer Freistoß-Gott heran!? Nachdem Sönke-Thorben Klein schon eine Woche zuvor beim 3:1-Erfolg gegen den FC Ohretal in herrlicher Manier einen ruhenden Ball im Netz versenkt hatte, wurde er am Sonntag darauf beim abermaligen 3:1 über den FC Brome II zum Wiederholungstäter. Dieses Mal zirkelte er den Ball allerdings flach aus gut und gerne 22 Metern ins Eck.

„Der war ähnlich gut, ist noch einmal aufgetischt“, befand sein Coach Werner Vodde. Allerdings hätte es sich eher zufällig ergeben, dass Klein plötzlich bei ruhenden Bällen ganz groß ist. „Sonst ist aus der Entfernung eigentlich André Schmidt unser Schütze, der hat auch eine ordentliche Klebe.“ Wer weiß, ob diese Hackordnung noch lange Bestand hat bei den Fähigkeiten...

Falsche Überschrift...

Als Jürgen Schenk am gestrigen Montag das IK aufschlug, kam beim Coach des TuS Ehra-Lessien beim Lesen der Headline „Glanzlos zum Herbstmeistertitel“ noch einmal kurz die Enttäuschung hoch. „Ich hätte gerne die Überschrift gelesen, dass wir die Ersten sind, gegen die der Spitzenreiter einen Punkt lässt.“ Doch der FSV Vorhop-Schönewörde, Primus der 1. Kreisklasse 1, stand mit Fortuna (und vielleicht auch ein bisschen mit dem Schiedsrichter) im Bunde, dass seine Weste weiterhin reinweiß ist.

Schenk ärgerte sich einerseits über den FSV-Siegtreffer („Ein Abseits-Tor“), zuvorderst aber über die zuvor liegen gelassenen Hochkaräter seiner stark auftrumpfenden Mannschaft. „Wenn wir unsere Chancen reinmachen, sieht das ganz anders aus. Das war das Schlimmste.“ Zwar kann der TuS nun für sich verbuchen, so dicht wie kein zweites Team am Putsch-Versuch gewesen zu sein – „doch dafür können wir uns leider nichts kaufen“, seufzte Schenk. Doch trotzig schob er hinterher: „Es gibt ja noch ein Rückspiel...“

Neuer Coach per Zufall

Da pfeift man ein Spiel und ahnt nichts Böses... und plötzlich hat man wenige Tage später einen neuen Trainerjob! So ist es Marcel Würdig ergangen.

Völlig kurios: Der Schiedsrichter vom VfL Knesebeck pfiff jüngst das 2. Kreisklasse-Duell zwischen dem FC Oerrel und SV Teutonia Tiddische und hielt im Anschluss mit den Beteiligten noch ein bisschen Smalltalk. Der 34-Jährige, sehr affin in den hiesigen Spielklassen, fragte auch bei den Teutonen nach, ob sie nach der Trennung von Thomas Kubis schon einen neuen Coach gefunden hätten. Laut Spartenleiter Christian Heuer hätte Wieland Bartels, da noch als Interimscoach gemeinsam mit Henrik Müller aktiv, direkt erwidert „Wieso? Soll das ein Angebot sein!?“ An und für sich hatte Würdig einfach nur so nachgefragt, signalisierte dann aber Interesse.

Dann ging’s flott. Drei Tage später trafen sich der SVT-Vorsitzende Robert Stroka und der frühere Übungsleiter der Damen vom VfL Vorhop im Tiddischer Sportheim und kamen ratz, fatz überein. „Wir haben schnell gemeinsame Schnittstellen gefunden. Und die Jungs sind auch komplett begeistert, es ist wieder mehr Zug drin im Training. Ich wollte auch niemanden aus den eigenen Reihen haben“, freut sich Stroka über den unverhofften Fund. „Ein dummer wie wunderschöner Zufall.“

Im vergangenen Heimspiel gegen den TSV Brechtorf II feierte Würdig schließlich seine Premiere an der Seitenlinie und hätte fast einen Paukenschlag-Einstand beim Tabellenletzten gegen den -dritten gefeiert. Das Last-Minute-3:4 sei „todunglücklich“ gewesen, haderte Stroka. „In der Kabine herrschte Totenstille.“ Hatten die Teutonen doch mit zehn Mann zweimal ausgeglichen. Dennoch wurde ein frischer Impuls sichtbar, der sich möglichst schnell auch in Zählbarem niederschlagen soll. Stroka: „Zwischendurch hat die Mannschaft echt vergessen, wie Fußball spielen geht. Unbegreiflich.“

Neuer Name beim VfL

Diesen Namen hatten vermutlich so gut wie alle Fans des Kreisligisten VfL Knesebeck noch nicht gehört. Stefan Pues tauchte am Sonntag im Heimspiel gegen den SV Westerbeck (0:0) erstmals auf dem Spielformular auf, kam allerdings nicht zum Einsatz. „Er hat erst zwei-, dreimal bei uns mittrainiert, kann durch seine Schicht-Arbeit auch nicht immer dabei sein“, verrät VfL-Co-Trainer Sebastian Sommer.

Der Kontakt zu den Einhörnern kam durch Dennis Laeseke zustande, Arbeitskollege von Pues bei der Polizei. Der Neuzugang verfügt über ein Doppelspielrecht. Hauptsächlich jagt er in seiner Heimat dem runden Leder nach, spielt dort für den SC Glandorf II in der 1. Kreisklasse Osnabrück. „Das ging alles recht schnell“, erzählt Sommer. Pues soll seine Stärken vor allem als Sechser beziehungsweise Innenverteidiger haben.

„Ob er in diesem Jahr noch zum Einsatz kommt, müssen wir abwarten. Wenn er die komplette Vorbereitung mitmacht, wird er in der Rückrunde sicherlich des Öfteren spielen“, verrät Knesebecks Trainer Detlef Weber, der gespannt auf seinen Neuzugang ist.

VON INGO BARRENSCHEEN, FLORIAN SCHULZ UND ROUVEN PETER

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