Fußball: Horrorverletzung trübt Wahrenholzer Überraschungs-Besuch in Wien

Das Thoelke-Drama direkt vor Augen

Mit schmerzverzerrtem Gesicht wird Bjarne Thoelke auf die Trage gehievt.
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Mit schmerzverzerrtem Gesicht wird Bjarne Thoelke auf die Trage gehievt.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wien/Wahrenholz – Es blieb nicht einmal die Zeit für ein gemeinsames Erinnerungsfoto. Dabei sei eigentlich „alles perfekt“ gewesen, sagt Marcell Meyer mit Trübsinn in der Stimme.

Bis zum jenem verhängnisvollen Augenblick, in dem die Leiden-Geschichte von Bjarne Thoelke um ein weiteres, dramatisches Kapitel angereichert wurde. Gemeinsam mit fünf Weggefährten vom VfL Wahrenholz hatte Meyer seinem alten Kumpel am Wochenende einen Überraschungs-Besuch in Wien abgestattet. Dort ist der Fußball-Profi seit dieser Saison beim österreichischen Erstligisten FC Admira Wacker Mödling unter Vertrag. Doch das Heimspiel gegen Wacker Innsbruck endete jäh für Thoelke direkt vor den Augen seiner Freunde: Der 26-Jährige zog sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zu! Gleichbedeutend mit dem Saisonaus!.

Von einer Horror-Verletzung war im Anschluss in den österreichischen Medien zu lesen. In der Tat. Es passierte bereits in der sechsten Minute: Thoelke wollte an der Seitenlinie einen Ball wegschlagen und traf dabei im Zweikampf mit voller Wucht das Standbein von Gegenspieler Marin Harrer. Der frühere Bundesliga-Spieler des VfL Wolfsburg und Hamburger SV sank direkt mit schmerzverzehrter Miene zu Boden, kämpfte mit den Tränen, musste schließlich mit einer Trage direkt ins Krankenhaus abtransportiert werden.

Dramatische Szenen, die die Wahrenholzer Delegation mit Eike Reinhold, Jan Sölter, Simon Fricke, Florian Wendt und Christopher Hartmann hautnah miterlebte. „Wir saßen im Stadion in der ersten Reihe, nur zehn Meter entfernt, hatten alles genau vor Augen. Wir dachten, das kann nicht wahr sein“, löste sich die heitere Laune bei Meyer und Co. von einem Sekundenbruchteil zum nächsten in Luft auf. Thoelkes Taterbusch-Fanblock war sofort klar, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. „Kein schöner Anblick, wenn man einen seiner besten Freunde da so liegen sieht“, litt Meyer förmlich mit. „Mir tut es wahnsinnig leid für ihn. Erst Recht bei seiner Verletzungs-Akte. Für so einen jungen Bengel hat Bjarne schon so viel durchgemacht.“ Stimmt. Immer wieder wurde der Mann, den Felix Magath in Wolfsburg einst zum Profi beförderte, in der Vergangenheit an seinen Stationen von Verletzungen zurückgeworfen. „So etwas Heftiges“ sei aber selbst bei Pechvogel Thoelke noch nicht dabei gewesen, meint Meyer.

Dabei hätte der Admira-Abwehrspieler vor der Partie ein gutes Gefühl gehabt. Zusätzlich gefördert durch den unverhofften Besuch aus der Heimat. „Bjarne wusste gar nichts. Wir standen am Freitagabend plötzlich vor seiner Haustür. Er hat sich tierisch gefreut, konnte es erst gar nicht fassen“, schildert Meyer. Während die Wahrenholzer tagsüber noch Wien erkundeten, bereitete sich Thoelke schon einmal auf die Partie vor. Meyer: „Es war alles angerichtet.“ Bis zum Schicksalsschlag. Dabei hatte sich der Betzhorner bei Admira zum Abwehrchef gemausert, fühlt sich in Wien wohl, bekräftigt Meyer. „Der Schritt dorthin hat ihm gut getan.“

Doch nun der heftige Rückschlag. Auf seinem Instagram-Account verkündete Thoelke: „Am meisten tut weh, dass ich im Kampf um den Klassenerhalt nicht mehr aktiv auf dem Platz helfen kann! Ich muss jetzt erstmal alles ruhen lassen und mir Gedanken machen!“ Sein früherer Jugendmitspieler Meyer ist sich aber sicher: „Wie ich ihn kenne, wird er wieder aufstehen und weitermachen.“ Eine Kämpfernatur war Thoelke tatsächlich schon immer.

VON INGO BARRENSCHEEN

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