Fußball – 2. Kreisklasse 1+2: Fortuna nach 7:2 wohl gerettet, Tiddische muss runter

Teutonen-Tragik: Trotz Sieg zieht Bergfeld noch vorbei!

Das Meisterstück: Der TSV Brechtorf (l.) kanzelte den Tabellendritten TV Emmen mit 6:0 ab und holte damit den Titel... Foto: ks
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Das Meisterstück: Der TSV Brechtorf (l.) kanzelte den Tabellendritten TV Emmen mit 6:0 ab und holte damit den Titel.
  • VonAndreas Arens
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  • Ingo Barrenscheen
    Ingo Barrenscheen
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Parsau. Jürgen Haase hat es (wohl) wieder einmal geschafft: Der Feuerwehrmann feierte mit dem TSV Fortuna Bergfeld am letzten Spieltag der 2. Fußball-Kreisklasse 1 einen 7:2-Kantersieg und hinterlässt damit aller Voraussicht tatsächlich doch noch den Klassenerhalt als Erbe!

Denn der SC Weyhausen fällt auseinander und wäre damit erster Absteiger. Den bitteren Gang nach unten muss auch der SV Tiddische trotz eines Abschlusssiegs antreten – wegen des schlechteren Torverhältnisses.

Die Partien

FC Germ. Parsau II –

SV Bokensdorf 1:2 (0:1)

Wer hätte das vor wenigen Wochen gedacht!? Mit 14 von 18 möglichen Punkten im letzten Saisondrittel mauserte sich Bokensdorf vom Abstiegskandidaten noch zum Fünften im Abschlussklassement! Den steilen Aufstieg vermochte auch Parsaus Reserve nicht mehr aufzuhalten. Zwar glichen die Germanen nach 65 Minuten durch Justus Bergmeier aus, doch nur fünf Minuten später machte der SVB buchstäblich den Sack zu. Steve-Martin Sack erzielte den 2:1-Siegtreffer für die Gäste.

• Tore: 0:1 Körner (40.), 1:1 Bergmeier (65.), 1:2 Sack (70.).

SV Langwedel –

Wesendorfer SC II 0:3 (0:1)

Von Schützenfest-Schäden keine Spur... Mitten hinein ins verlängerte Party-Wochenende feierte Wesendorfs Zweite auch noch einen 3:0-Paukenschlag beim Vizemeister Langwedel. Das war den Platzherren aber, gelinde gesagt, schnurzpiepegal. „Wir feiern den Aufstieg mit Freibier und Pizza“, berichtete SVL-Betreuer Dirk Rodewald. Offenbar befanden sich die Matthies-Mannen schon im Feier-Modus. „Wir haben keinen guten Fußball gespielt“, erklärte Rodewald. Aber davon ließen sich die Schwarz-Weißen die Laune nicht verderben.

• Tore: 0:1 Mennerich (30.), 0:2 Damert (70.), 0:3 Meier (80.).

FC Oerrel –

VfL Knesebeck II 2:3 (0:2)

„Ich wäre gerne mit einem Sieg gegangen – wer tut das nicht gern!?“ Mit einem leichten Seufzer kommentierte René Vranken die bittere 2:3-Niederlage bei seinem Abschied als Oerreler Trainer. „Der Gegner war nicht wirklich besser. Wir haben uns wieder selbst geschlagen durch dumme Fehler und ausgelassene Chancen.“ Dass die Blau-Gelben so im Abschlussklassement noch eine Position schlechter abschnitten als in der Vorsaison (6.), wurmte Vranken. „Das musste nicht sein.“ Nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 durch seinen Nachfolger Christian Axt war Oerrel am Drücker, fing sich aber einen Konter. Auch nach dem 2:3 „lag der Ausgleich in der Luft“, so Vranken. Aber eben nur in der Luft und nicht im Netz...

• Tore: 0:1 Marquardt (22.), 0:2 Diane (45.), 1:2 Axt (60., FE), 1:3 F. A. Garms (66.), 2:3 Möhring (69.).

TSV Fortuna Bergfeld –

SV Gr. Oesingen II 7:2 (4:2)

Der TSV Bergfeld (r.) fegte den SV Groß Oesingen II mit 7:2 vom Platz und bleibt nun dank des Torverhältnisses drin.

Wo Fortuna drauf steht, ist auch Fortuna drin... Bergfeld holte im Herzschlagfinale mit dem Erzrivalen Tiddische tatsächlich noch die zwei Tore Rückstand auf und rettete sich mit dem 7:2-Kantersieg über Groß Oesingen II auf den vorletzten Platz, der höchstwahrscheinlich durch Weyhausens Rückzug für die Rettung reichen wird! Wahnsinn! „Uns war klar, dass wir hoch gewinnen mussten und jedes Tor entscheidet. Das haben wir auch gut umgesetzt und 90 Minuten Vollgas gegeben“, freute sich Pierre Hilmer, der „einen kurzen Draht“ zum Tiddischer Spiel in Brome hatte und über die Zwischenstände Bescheid wusste. Speziell die Flüchtlings-Fraktion hielt den TSV am Leben – alle sieben Treffer gingen auf das Konto der Neu-Fortunen.

• Tore: 1:0 Kone (13.), 2:0, 3:0 Abdullah (16., 25.), 3:1 Enke (26., FE), 4:1 Diaby (38.), 4:2 Abdoulaye (45.), 5:2 Kone (61.), 6:2 Abdullah (73.), 7:2 Diaby (88.).

TV Emmen –

TSV Brechtorf 0:6 (0:2)

Meisterlich! Mit einem furiosen 6:0-Triumph krönte Brechtorf seine Saison und schnappte sich hochverdient den Titel! „Sie hatten den längeren Atem“, befand Emmens Coach Andreas Tack. Sein Team hingegen baute auf der Saison-Zielgeraden mächtig ab. „Der Trend der letzten Wochen hat sich fortgesetzt. Heute hat man einfach noch einmal den Unterschied gemerkt. Brechtorf war eine Klasse besser.“ Auf den TVE wartet zwar noch die Aufstiegs-Relegation, doch dafür macht sich Tack keine Hoffnungen. „Es ist schon abzusehen, dass bei uns viele Leistungsträger fehlen werden. Wir sind auch noch nicht abgebrüht genug für die 1. Kreisklasse, brauchen noch ein, zwei Jahre.“

• Tore: 0:1 Hartmann (30.), 0:2 Brandt (37.), 0:3 Busch (55.), 0:4 Cisternino (62.9, 0:5 Brandt (70.), 0:6 Biniek (79.).

FC Brome II –

SV Tiddische 1:2 (1:0)

Der SV Tiddische (l.) muss trotz des 2:1-Siegs in Brome den bitteren Gang in die 3. Kreisklasse antreten.

Gewonnen und doch verloren: Tiddische konnte seinen Kopf trotz des Sieges nicht mehr aus der Schlinge ziehen, weil das Torverhältnis am Ende für den Nachbarn aus Bergfeld sprach. Bitter, auf diese Weise endgültig abzusteigen... Im Bromer Brutkasten waren die Gäste zunächst besser in der Partie, schluckten dann aber das 1:0 durch Domenik Lange. Für die FCB-Reserve ein belebendes Element, es hätte gut und gerne vor der Pause auch das 2:0 fallen können. Die Teutonen legten nach dem Wechsel wieder einen Zahn zu und schöpften durch das 1:1 neue Hoffnung. Nach einem „sehr, sehr langen Ball“ (FC-Sprecher René Pieruschka) nahm die Partie dann auch die totale Kehrtwende. Doch Tiddische hätte noch drei Treffer mehr benötigt, um im Fernduell mit Bergfeld vorne zu liegen.

• Tore: 1:0 Lange (22.), 1:1 Berger (65.), 1:2 H. Müller (76.).

SV Hagen-Mahnburg –

SC Weyhausen 3:1 (2:0)

In HaMa sagt man tschüss... Die Grün-Weißen gönnten dem SC Weyhausen in seinem letzten Punktspiel auf unbestimmte Zeit keine Punkte mehr. Die Verantwortlichen der Gäste hätten ihm noch einmal bestätigt, dass die Mannschaft auseinanderfallen wird, erklärte HaMa-Coach Walter Dürkop. Viele Spieler würden in Richtung Westerbeck oder Tappenbeck wechseln. Beide Seiten lieferten sich bei hohen Temperaturen „einen typischen Sommerkick. Tust du mir nichts, dann tue ich dir auch nichts...“, meinte Dürkop. Mahnburgs Sieg war im Grunde nie gefährdet und bescherte dem Team noch Platz acht. Der Coach: „Wir wollten unbedingt vor Knesebeck und Brome landen.“

• Tore: 1:0 Weitemeier (20.), 2:0 M. Arndt (29.), 3:0 P. Schmidt (74.), 3:1 Meyer (78.).

Staffel 2

SV Triangel II –

SV Wagenhoff 1:0 (1:0)

Staffelsieg verspielt! Mit einer etwas lustlosen Vorstellung in Triangel hat der SVW ausgerechnet im letzten Saisonspiel die erste Niederlage kassiert und so die Meisterschaft kurz vor Schluss noch aus der Hand gegeben. „Wir Trainer sind ein bisschen angepisst“, sagte Wagenhoffs Coach Arno Anderer, der das Team zusammen mit Marco Propfe betreut. „Verärgert und enttäuscht“ seien die beiden Trainer über einige Spieler, die sich nicht zusammengerissen hätten. Anderer: „Wir haben nur 30 Prozent abgerufen.“ Eine halbe Stunde nach Schlusspfiff war der Ärger aber zum Großteil schon wieder verflogen. Denn im Anschluss sollte zumindest noch der Aufstieg in die 1. Kreisklasse sowie der Einzug ins Pokalfinale gefeiert werden. Übrigens zusammen mit der Reserve des Vereins, die den SVW auch 2017/18 in der 2. Kreisklasse vertreten wird (siehe Artikel unten).

• Tore: 1:0 (20.).

Von Ingo Barrenscheen und Andreas Arens

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