Handball – Oberliga Herren: Wittingens Rumpf-Neun überrascht in Dingelbe

Tatsächlich Auswärtssieg!

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Da hatten sie ausnahmsweise mal gut Lachen: Wittingens Oberliga-Handballer (v. l. Christopher Witzke, Stefan Tietz, Kai Lemke) rückten gestern noch dichter zusammen angesichts des Rumpfkaders und überraschten in Dingelbe.

Dingelbe. In fremden Hallen hatten sich die Handballer des VfL Wittingen bis dato – von einem One Hit-Wonder einmal abgesehen – wie die Chorknaben präsentiert.

Am gestrigen Sonntag hingegen gab’s nach Spielschluss Hard-Chor! Freudetrunken besang der Tabellendrittletzte der Oberliga den zweiten Auswärtssieg der Saison. 29:23 beim TV Eiche Dingelbe! Und das mit neun Mann!.

„Wir können das alle noch immer nicht so richtig begreifen“, reagierte Trainer Axel Bühlow nahezu ungläubig auf den monumentalen Moment. Wittingen lieferte in Schellerten den besten Fremd-Vortrag in dieser Spielzeit ab. „Alle tadellos“, lobte der Coach seine neun Gefährten. Das galt übrigens nicht nur für die 60 Minuten, sondern auch für den Singsang im Anschluss. Bühlow hatte selbst da noch Zweifel gehegt. „Ich wusste gar nicht, ob die Jungs den Text noch können...“ Konnten sie.

Textsicher bei der Auswärtssieg-Arie, zielsicher im Spiel. Dabei stand der Rumpfkader massiv unter Druck. Tags zuvor hatten die Abstiegs-Konkurrenten SV Alfeld und MTV Soltau doppelt gepunktet, die Tabellenlage so zugespitzt. „Wenn man die anderen Ergebnisse sieht, war unser Erfolg doppelt wichtig“, atmete Bühlow erleichtert auf.

Lockerheit und Leidenschaft: Mit dieser Mischung durchbrachen die Musketiere die lange Leidenszeit außerhalb der Stadtgrenzen. „Wir haben mit Herz gespielt, jeder war für jeden da.“ Zudem agierte der VfL im Angriff clever, weil kräfteschonend durch geduldige Spielzüge. Sebastian Schulze führte in der Mitte klug Regie, zudem erwischte Janosch Kochale einen guten Tag. Meist lagen die Gäste hauchdünn vorne. So auch zur Pause mit 14:13.

Bühlows Ansage für die zweite Halbzeit: „Wir müssen zusehen, uns auf drei, vier Tore abzusetzen.“ Das gelang ab der 42. Minute. Dingelbe warf gut zehn Minuten lang kein Tor mehr. „Unsere Abwehr stand da sehr, sehr gut“, frohlockte der VfL-Trainer. Nichtsdestotrotz mussten die Wittinger bis zum Schluss auf der Hut sein.

Um dann aus vollen Kehlen zu trällern. Und die Kehlen mit einem Sieger-Bier anzufeuchten. „Wenn ich so in die Gesichter gucke, schmeckt das viel besser als das Frust-Bier sonst“, grinste Bühlow.

Von Ingo Barrenscheen

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