IK-Nachspielzeit: SV Groß Oesingen muntert Verletzte auf

SV Hankensbüttel: Schnöckels tolle Fairplay-Geste beim Brüder-Duell

Der Fußball-Kreisligist SV Groß Oesingen schickte seinen Spielern, die eine lange Verletzungspause haben, eine aufmunternde Grußbotschaft.
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Ob verletzt oder gesund, wir sind eine Mannschaft! Diese Botschaft schickte der Kreisligist SV Groß Oesingen seinen Spielern, die gezwungen sind, vom Rand aus zuzugucken.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Eine Grußbotschaft als Gesundbrunnen. Ein Bruder-Duell, das mit einer tollen Fairplay-Geste endete. Und ein Physiotherapeut im Dauer-Einsatz. Die IK-Nachspielzeit.

Tolle Geste beim HSV

Wird das die Fairplay-Geste der Saison im NFV-Kreis Gifhorn? Im Kreisklassen-Derby zwischen dem SV Hankensbüttel und TV Emmen kam es zu einer bemerkenswerten Szene mit obendrein außergewöhnlichem Hintergrund. Denn in der zweiten Halbzeit stand plötzlich ein Familien-Duell im Blickpunkt. Auf der einen Seite HSV-Stürmer Finn Poschmann, auf der anderen Merlin Poschmann im TVE-Tor. Letzterer musste tatsächlich einen Ball seines Bruders passieren lassen. Es wäre das 5:0 gewesen, der Schiedsrichter deutete bereits auf den Punkt. Doch mit einem Mal schritt Hankensbüttels Nick Schnöckel ein und wies den Referee darauf hin, dass dem Treffer ein Handspiel vorausgegangen sei. Also doch kein Tor! Das vermerkte der Unparteiische Ullrich Oehne (SV Langwedel) später auch im Spielberichtsbogen.

Das goldene Händchen

Zettel ziehen und hinten anstellen... Christian Serowy mag sich ein wenig vorgekommen sein wie beim Klischee der Arbeitsagentur. Der Physiotherapeut des VfL Wahrenholz hatte im Vorfeld des Bezirksliga-Spiels aber sowas von alle Hände voll zu tun. Sage und schreibe zwölf Spieler des Taterbusch-Teams musste er behandeln, durchkneten, halbwegs fit kriegen für den Vergleich mit dem VfR Wilsche-Neubokel. Im 20 Minuten-Takt wechselten die schwarz-gelben Patienten bei ihm. „Wir können froh sein, dass wir so einen tollen Mann im Hintergrund haben“, unterstrich VfL-Coach Thorsten Thielemann. Denn so konnte Marcell Meyer zumindest für eine halbe Stunde ran – und erzielte den 2:1-Siegtreffer. Bei Norman Balke reichte es auch immerhin noch zum Kurzeinsatz. So war Serowy gewissermaßen der stille Wahrenholzer Matchwinner.

Gelungenes Experiment

Mark-Oliver Schmidt war nicht sonderlich traurig darüber, als Momentaufnahme in der Bezirksliga die Tabellenführung an die SV Gifhorn verloren zu haben. „Es war klar, dass es über das Torverhältnis gehen wird“, sagte der Trainer des FC Brome. Dafür erwies sich sein Team im Fernduell als zu harmlos. Es gab aber auch eine gute Seite am 1:0 in Gamsen. Zum allersten Mal im zehnten Spiel seit dem Re-Start (fünf Tests, einmal Pokal, vier Mal Liga) blieben die Burgherren ohne Gegentreffer. Dabei hätte er sogar „experimentiert“, meinte Schmidt. „Wir sind noch auf der Suche, wo wir welche Spieler gut laufen lassen können.“ So fand sich etwa Niclas Zierenberg plötzlich auf der Rechtsverteidiger-Position wieder. Umso bemerkenswerter, dass das Versuchskaninchen die Null hielt.

Gruß an die Verletzten

Auch, wenn es sportlich gerade rund läuft beim SV Groß Oesingen, musste die Truppe von Torben König binnen kürzester Zeit gleich zwei schwere Verletzungen hinnehmen. Julius Seidel und Constantin Mayer rissen sich das Kreuzband (das IK berichtete). Eine Hiobsbotschaft, sowohl für den Verein als auch für die Spieler. Denn bei einer solch kleinen Staffel bedeutet eine derartige Verletzung ziemlich sicher das Saisonaus. Zur Aufmunterung gab es jetzt ein Gruppenfoto von der Mannschaft für die Beiden. „Wir wollten unseren Verletzten einen Gruß schicken. Einfach, um auch zu zeigen, dass die Gesunden für die Verletzten einstehen und wir eine Mannschaft sind“, verdeutlichte König. Als zusätzliches Geschenk gab es noch den 5:1-Sieg zum Saisonauftakt!

Debes verlässt Teutonia

Kurz nach dem Saisonstart ist der Kader des SV Teutonia Tiddische noch einmal um eine Position geschrumpft. Patrick Debes hat den Aufstiegsaspiranten zur 1. Kreisklasse verlassen und schließt sich dem SV Dannenbüttel II an. Diesen Weg hatten zuvor schon Marcel Dethlefs und Daniel Nesemann eingeschlagen. Debes sei weiter weggezogen, es sei „doof mit der Fahrerei“, so SVTT-Coach Robert Stroka. An und für sich kann der üppige Tiddischer Kader diesen Verlust mühelos verkraften. Allerdings war es beim Liga-Start gegen Wesendorf II (2:1) plötzlich sogar soweit, dass sich Stroka selbst auf die Bank setzen musste. „Da war ich schon ein bisschen geschockt. Wir haben einige Verletzte, es ist gerade heftig.“

Partystimmung beim FC Ohretal: Nach sechs Jahren ohne Erfolgserlebnis zum Start (davon fünf Pleiten) feierten die Rot-Grünen mit dem 7:1-Triumph beim VfL Wahrenholz II einen Einstand nach Maß.

Historischer Sieg

„Wahnsinn!“ Diese erste Reaktion von Sebastian Sommer galt weniger dem 7:1-Triumph seines FC Ohretal beim VfL Wahrenholz II selbst als einer auffälligen Statistik dahinter. Denn es war der erste Liga-Auftaktsieg nach sechs Jahren für die Rot-Grünen! Das unterstrich auch Führungsspieler Rasmus Banse im Jubelkreis: „Das hatten wir lange nicht, dass wir zu Beginn so guten Fußball spielen.“ Um die Historie noch einmal aufzurollen: In der Vorsaison hatte sich der FCO drei Pleiten am Stück (1:4 gegen Ehra, 3:4 gegen Wahrenholz II, 1:6 gegen Parsau) eingehandelt. In der Serie 19/20 ein 1:4 gegen Parsau; 18/19 ein 3:4 gegen Tappenbeck; 17/18 ein 1:1 gegen Jembke; 16/17 ein 1:3 gegen Osloß. Der letzte Auftakterfolg datierte aus 2015 – ein 4:2 beim TSV Fortuna Bergfeld nach 0:2-Rückstand. Kurios: Auch dieses Mal geriet der FCO am Taterbusch in Rückstand. Sommer: „Im Endeffekt war es gut. Wir haben dann auf einmal die Tore gemacht.“

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