Bisheriger Jugendcoach folgt dem ausdauernden Lockruf

SV Hankensbüttel schnappt sich Wunschkandidat Dirk Asmus als neuen Trainer

Dirk Asmus wechselt nach stolzen 15 Jahren Jugendarbeit am Stück erstmals in den Herrenbereich und trainiert ab der Saison 2021/22 den Fußball-Kreisklassisten SV Hankensbüttel.
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Nach 15 Jahren leidenschaftlicher Jugendarbeit, zuletzt bei der Bezirksliga-B-Jugend der JSG Isenhagen, wagt Dirk Asmus (blaue Jacke) ab Sommer erstmals den Schritt in den Herrenbereich und coacht künftig den SV Hankensbüttel.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Gut Ding’ will Weile haben. Diese Volksmundart hat sich auch die Fußballsparte des SV Hankensbüttel zu Eigen gemacht und mit reichlich Vorlaufzeit einen Trainer-Deal eingefädelt, der in vielerlei Hinsicht Sinn ergibt und um den so manch ein Mitbewerber den Klub vom Jungbluth-Platz beneiden dürfte. Dirk Asmus übernimmt ab der neuen Saison bei der ersten HSV-Herren das Kommando von Thorsten Meyer!

Trainer-Deal von langer Hand vorbereitet

Eine Staffelstabübergabe, die „von langer Hand vorbereitet worden ist“, erklärte Abteilungsleiter Thomas Fricke. Die Gerüchte, der ewige Talentschmied Asmus könnte den Schritt in den Seniorenbereich wagen, hielten sich schon länger. Mit einem wahren Kern, wie sich nun zeigt. Die erste Kontaktaufnahme sei schon im Frühjahr 2020 erfolgt, bestätigte Fricke. Damals hatte der bisherige Coach Meyer bereits für die folgende Spielzeit zugesagt. Aber auch Asmus wollte erst einmal „schauen, ob der Herrenbereich etwas für mich sein könnte“. So blieb letztlich für beide Seiten viel Zeit, um die Idee reifen zu lassen.

Das ist überall sehr gut angekommen und eingeschlagen wie eine Bombe. Nicht nur beim Vorstand, sondern auch bei den Spielern.“

HSV-Spartenleiter Thomas Fricke über die Verpflichtung von Dirk Asmus als neuen Trainer

Nun ist der HSV happy, dass er Nägel mit Köpfen machen konnte. „Ich weiß nicht, ob Dirk uns auf die Folter spannen wollte, aber letztlich hat er doch zugesagt“, sagt Hankensbüttels Fußballchef augenzwinkernd und fügte hinzu: „Er ist schon ein Wunschkandidat, wir sind froh ihn zu haben.“ Als Co-Trainer wird ihm künftig Sven Hardel zur Seite stehen. Wohl gemerkt: Meyer war die komplette Zeit über in den sich anbahnenden Wechsel auf der Trainer-Position involviert, hinterlässt mit seiner Arbeit ein gut bestelltes Feld für einen fließenden Übergang. Die ersten Reaktionen im Verein jedenfalls seien sehr positiv ausgefallen, bekräftigt Fricke. „Das ist überall sehr gut angekommen und eingeschlagen wie eine Bombe. Nicht nur beim Vorstand, sondern auch bei den Spielern.“

Er hat den Grundstein gelegt: Der bisherige Trainer Thorsten Meyer (M.) übergibt ein vielversprechendes Team.

Denn der HSV hat sich da einen enthusiastischen wie akribischen Fußball-Entwickler geangelt, der dem Team den letzten Feinschliff und Schubs in Richtung Kreisliga geben soll. Insofern auch ein kluger Schachzug vom Klub, weil Asmus bis zuletzt den künftigen Nachwuchs für das Herrenteam selbst formte und womöglich bald selbst davon profitieren wird.

Nach 15 Jahren Hingabe zur Jugendarbeit: Asmus schließt die letzte Lücke in seiner Fußball-Vita

Als 2006 die WM im eigenen Land die Massen begeisterte, fing alles an. Sage und schreibe 15 Jahre am Stück hat Dirk Asmus äußerst erfolgreiche Nachwuchsarbeit beim SV Hankensbüttel respektive der JSG Isenhagen betrieben, in Summe sogar 20. Nicht ohne Grund. „Ich habe mich ein Stück weit in die Jugendarbeit verliebt.“ Nun folgt die Zäsur.

Der 50-Jährige übernimmt erstmals ein Herrenteam. „Das ist die einzige Tätigkeit, die ich im Fußball noch nicht gemacht habe“, schmunzelt er. Insofern werde es eine „spannende Aufgabe. Ich arbeite gerne mit jungen Leuten zusammen.“ Die gibt es im Kader des HSV zur Genüge. Und es reifen stetig weitere Rohdiamanten nach. Auch dank seines Wirkens zuletzt. Isenhagens Akademie lässt er mit einer Träne im Knopfloch hinter sich. „Mir wurde in den 15 Jahren unheimlich viel ermöglicht, die Wünsche von den Lippen abgelesen. Es war eine tolle Zusammenarbeit. Deshalb habe ich auch gesagt: Wenn ich mal etwas anderes machen möchte, ist Hankensbüttel der erste Ansprechpartner.“ Gesagt, getan.

Eigentlich wollte Asmus schon in der C-Jugend aussteigen, dann machte er doch noch vier Jahre im B-Jugend-Jahrgang weiter. Was er nicht bereuen sollte mit der Bezirksliga-Truppe. „Überragend, eine richtig schöne Zeit.“ Glück für den HSV: Weil die Corona-Pandemie den Spielbetrieb sieben Monate lahmlegte, kam Asmus „ungewollt zu der Pause“, die er sich nach dem Ausstieg aus der Jugendarbeit ohnehin vorgenommen hatte. Die Entwicklung des Kreisklassen-Topteams in den vergangenen Jahren sei „sehr gut“ gewesen. Daran will der neue Übungsleiter nun anknüpfen. „Das macht die Sache interessant. Mal gucken, wie wir zusammenfinden.“

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