Strahlender Stellvertreter

Strahlende Sieger: Der VfL Wahrenholz II erwies sich als perfekter Stellvertreter für die erste Mannschaft und gewann überraschend den Samtgemeinde-Pokal. Fotos: Barrenscheen

Wahrenholz. Fast wäre es noch schief gegangen. Ein Eigentor in der 95. Minute (!) ließ den VfL Wahrenholz (II) am Sonnabend kurz um den Überraschungscoup zittern. Nur ein verzögertes Happy End: Die Gastgeber sicherten sich durch ein 6:4 nach Elfmeterschießen (2:2 nach regulärer Spielzeit) den Samtgemeinde-Pokal gegen den Wesendorfer SC.

Und verhinderten damit das nächste Wesendorfer Triple. Den Vorhoper Wochenpokal hat der WSC ja zuletzt dreimal in Folge gewonnen, die Königs-Krone der Samtgemeinde aber ging nicht endgültig in den Besitz der Blau-Weißen über. Zum leichten Missfallen von Coach Jürgen Fromhage. „Das war ein Spiel, in dem wir nur verlieren konnten. Unsere Einstellung hat nicht gestimmt.“ Selbst ein Erfolg im „Lotteriespiel“ (VfL-Spartenleiter Andreas Pieper) vom Punkt wäre seiner Meinung nach einer Niederlage gleich gekommen. Der WSC-Trainer: „Alle haben doch einen klaren Sieg von uns erwartet.“

Doch dafür brachte der favorisierte Kreisligist gegen die klassentiefere Wahrenholzer Reserve einfach zu wenig nach vorne zustande. Quittung: ein 0:0 zur Pause nach einer höhepunktarmen ersten Halbzeit. Es kam noch dicker für den Titelverteidiger: Die Lokalmatadoren stachen durch Kevin Kräft (57.) und Timo Neumann (67.) zweimal zu. Trotz des Anschlusstores von Alex Klatt (77.) sah es nicht danach aus, als sollten die Wesendorfer noch einmal zurückkommen. Doch in der fünften Minute der Nachspielzeit kurzes Entsetzen beim Außenseiter: Dem Wahrenholzer Fabian Alpers unterlief ein mustergültiges Eigentor per Kopf! „Ein Stürmer kriegt es nicht besser hin“, schmunzelte Fromhage über die unverhoffte Schützenhilfe.

Und Alpers schien endgültig zum Unglücksraben zu werden, als er auch noch mit seinem Elfmeter scheiterte. Doch die Teamkollegen, allen voran Keeper Marvin Gries mit zwei Paraden, bügelten den Fehlschuss wieder aus! Und fertig war die kleine Sensation durch den Stellvertreter der verhinderten VfL-Bezirksliga-Riege.

Der Wahrenholzer Co-Trainer Bastian Frommelt strahlte: „Eigentlich sollten wir ja nur unseren Verein repräsentieren. Dass es so ausgeht, ist für alle richtig gut. Ich bin überrascht und stolz.“ Wäre das Zitter-Finale noch schief gegangen, „hätten wir uns auch nicht zerfleischt“, meinte er. „Aber es wäre ärgerlich gewesen.“ So ziert nun der Name VfL Wahrenholz den traditionsreichen Samtgemeinde-Pokal (wird seit 34 Jahren ohne Unterbrechung ausgespielt). Frommelt fügte lächelnd hinzu: „Mit einer großen 2 dahinter!“

Von Ingo Barrenscheen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare