Handball – Verbandsliga: SG VfL beim 27:24 mit vielen Fehlern

Ein Stotter-Start ohne Folgen

Nicht unbedingt schön, aber erfolgreich: Wittingen/Stöckens Handballer (M. Kai Eschert) setzten sich gegen Altencelle mit Hängen und Würgen durch. 
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Nicht unbedingt schön, aber erfolgreich: Wittingen/Stöckens Handballer (M. Kai Eschert) setzten sich gegen Altencelle mit Hängen und Würgen durch.

Wittingen – Wenn die Temperaturen in den Minusbereich sinken und Motoren eine Weile still stehen, stottern sie beim Anschmeißen durchaus. Auch die vor der Winterpause gut geölte Maschine der SG VfL Wittingen/Stöcken ruckte am gestrigen Sonntag zum Start 2019 nur beschwerlich an.

Aber immerhin reichte die Betriebstemperatur, um den SV Altencelle in der Handball-Verbandsliga mit 27:24 (12:11) zu bezwingen. Dennoch: Schön geht anders.

Das wusste auch Trainer Christian Gades. Fünf Wochen Stillstand hätten ihren Tribut gefordert. „Uns sind viele Fehler unterlaufen, die – wenn wir wieder im Rhythmus sind – uns nicht passieren.“ Und in Anlehnung an die Auswärts-Kantersiege noch im alten Jahr fügte er auch mit Blick auf einige murrende Zuschauer an: „Es darf nicht jeder erwarten, dass wir gegen jeden Gegner 38 Tore werfen.“

Allein mit fünf Wochen Stillstand waren einige Patzer-Passagen im Wittingen/Stöckener Spiel dennoch nicht ausschließlich zu erklären. Warum einfach, wenn’s auch schwer geht: Den Gastgebern sackte immer wieder das Drehzahl-Moment weg. Nachdem das Aggregat eigentlich ganz gut anlief (9:5 nach 19 Minuten), streuten bis zur Pause einige Harakiri-Pässe Sand ins Getriebe. Außerdem bemängelte Gades, dass das Angriffsspiel häufig „ziemlich statisch“ gewesen sei. Gegen die ungewohnte Altenceller 5:1-Deckung erst recht ein Bremsklotz.

„Was uns zum allerersten Mal auch in Bredouille gebracht hat, war der sechste Feldspieler.“ Gades, wie Nationalcoach und Namensvetter Christian Prokop ein Verfechter dieser Risiko-Variante bei eigener Unterzahl, musste mitansehen, wie haarsträubende Abspiele als Bumerang im verwaisten Tor landeten. Daher „musste auch eine Wasserkiste dran glauben“, die er wutentbrannt an der Bank wegkickte. Dennoch wird er an diesem Mittel festhalten: „Die Statistik spricht ganz klar dafür.“

So blieb es beim zähflüssigen Verkehr auf dem Parkett. Weil die SG VfL den Gegner mit eigenen Fehlern stark machte und dieser beharrlich an der Stoßstange hing trotz zwischenzeitlicher Vier-Tore-Führungen für Wittingen/Stöcken. Einen Auffahr-Unfall erlebte das Heimteam aber nicht, da es nach dem heiklen 25:24 (57.) gerade noch rechtzeitig den Vorwärtsgang einlegte.

Übrigens auch in der Tabelle: Denn dank der zwei Zähler, und nur die zählen, ist die SG VfL nun Zweiter!

VON INGO BARRENSCHEEN

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