Fußball: Bromes Altsenioren treten von der Bildfläche ab

Das stille Ende der Titelhamster

Zeitreise durch eine mega-erfolgreiche Ära: 2012 heimste der FC Brome, damals noch im Altherren-Bereich genauso das Double im Kreis Gifhorn ein...

Brome – Kein letztes Hurra. Kein Spiel mehr seit über einem halben Jahr. Einfach Schluss. Aus. Vorbei. Ein Ende, das kickenden Koryphäen eigentlich nicht gerecht wird. „Es ist still und leise alles so gekommen“, seufzt Maik Nicoll.

Seit in der Nacht zu Montag das Meldefenster für die neue Fußball-Saison im NFV-Kreis Gifhorn geschlossen hat, ist es ein unumstößlicher Fakt: Mit den Altsenioren des FC Brome verschwindet die erfolgreichste Mannschaft der letzten Dekade, im Grunde der letzten anderthalb Jahrzehnte von der Kreis-Bildfläche.

Denn die so erfolgsverwöhnten Oldies von der Steimker Straße schicken kein Team mehr ins Rennen. Eine Zeiten-Wende. Die Ära der Titelhamster (seit 2005 strich der Kern der Mannschaft erst bei den Altherren und später dann in der Ü40-Altersklasse sage und schreibe 16 Trophäen und weitere Achtungserfolge ein (siehe Info-Kasten) ist Geschichte. Ein bedauerlicher Abgang, findet Nicoll, seit jeher schon Goalgetter des FCB. Er gehört zur goldenen Generation, die Brome einstmals in die Landesliga schoss und dann auch im älteren Semester für Dauer-Furore sorgte. „Es war schon eine schöne, lustige Zeit“, redet Nicoll bereits in der Vergangenheit. Dabei wird die laufende Saison ja vermutlich erst am Sonnabend per Fingerheben beendet. Doch der Bromer Altliga kann es herzlich egal sein, was da beim außerordentlichen Verbandstag vom NFV beschlossen wird.

Wie bei fast allen Schicksalsgenossen ist es auch bei den Bromern die dünne Personaldecke, die letztlich für den Abgesang gesorgt hat. Es hätte einfach ein zu kleiner Stamm stetig zur Stange gehalten, moniert Nicoll. „Sieben, acht, neun waren immer da.“ Zu wenig, um in diesem verletzungsanfälligen Alter – erst Recht ohne Training – dauerhaft zu bestehen. Und so sei „der Gedanke schon im Winter gereift, dass es zur neuen Saison keinen Sinn mehr macht“. Nach der Hallenfußball-Kreismeisterschaft, bei der der FCB den vierten Triumph in Serie verpasste und die Wachablösung zum neuen Dominator SV Gifhorn ihren Lauf nahm. Übrigens auch der letzte Pflichtspiel-Termin für die Mannschaft.

An und für sich hätte die Ü40-Niedersachsenmeisterschaft im Sommer den Ausklang bilden sollen, doch diese wurde erst in den September verschoben und dann ganz gecancelt aufgrund der Corona-Pandemie. Auch ein Ausreiß-Versuch, potenziell mit Parsau einer 11er-Spielgemeinschaft in der Kreisliga Wolfsburg auf die Beine zu stellen, zerschlug sich durch mangelndes Interesse. „Ich finde es schade. So hatte man immer einen fixen Anlaufpunkt. Aber die letzten Monate ohne Fußball gingen auch“, meint Nicoll.

Es muss kein Ende für immer sein. Schon als die Bromer dem Altherren-Alter entwuchsen, kehrten sie nach einer Weile als Ü40 zurück. Dieses Mal ist Nicoll skeptisch. „Es ist eine zu große Lücke zwischen 30 und 40 Jahren. Es vergehen mindestens sieben Jahre, bis wieder überhaupt wieder Potenzial da ist. Es ist, wie es ist.“ Fürwahr schade.

VON INGO BARRENSCHEEN

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