Fußball – Samtgemeinde-Turnier Hankensbüttel: SVS muss nach Überraschungssieg zunächst mit Pokal-Dummy Vorlieb nehmen

Steinhorst jubelt nach Elfer-Endlosschleife

Der Endspiel-Held: Steinhorsts Aushilfskeeper Sören Pirch (M.), sonst Feldspieler, parierte zwei Elfmeter. Fotos: Barrenscheen
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Der Endspiel-Held: Steinhorsts Aushilfskeeper Sören Pirch (M.), sonst Feldspieler, parierte zwei Elfmeter.

Hankensbüttel. Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Und beim Samtgemeinde-Pokal in Hankensbüttel lautete das Gesetz der Serie: Elfmeterschießen!

Aufgrund der um sich greifenden Torarmut war der Punkt im Strafraum am Samstag das meist frequentierte Stück Rasen am Jungbluth-Platz. „Das Turnier der Elfmeter“ (SG-Bürgermeister Andreas Taebel) endete obendrein mit einer Überraschung: Der SV Steinhorst schnappte sich – nicht nur für Coach Frank Kalinowski „unverhoffter Weise“ – die Trophäe. Kleiner Fauxpas: Es handelte sich dabei nur um einen Dummy.

Ungläubigkeit trifft Jubel: Der SC Hagen-Bokel belegte überraschend, ohne regulär erzieltes Tor, den dritten Platz.

...denn erst zum Auftakt am Freitagabend war den Organisatoren aufgefallen, dass der abwesende Titelverteidiger SV Sprakensehl im Vorjahr zum dritten Mal in Serie gewonnen hatte und den Pott somit behalten durfte. Also zunächst einmal nur ein Provisorium für die Steinhorster. Die zelebrierten ihn trotzdem. Denn sie hatten sich schon früh auf dem Heimweg gewähnt. Der SVS begann die erste Partie gegen den SV Langwedel zu zehnt und verlor 0:1. Doch dann steigerte sich der Aufsteiger zur 2. Kreisklasse und schoss den einzigen regulären Treffer der Endrunde durch Mark Bieber beim 1:0-Halbfinalsieg über den zweiten aufmüpfigen Außenseiter SC Hagen-Bokel.

Gewohntes Bild beim SG-Turnier: Elfmeter (hier Emmen) hatten Hochkonjunktur.

Der größte Underdog des Kampfes um die Krone im Revier hätte fast das Kunststück vollbracht, ohne Treffer ins Endspiel einzuziehen und gewann das Elfmeterschießen um Platz drei gegen den TV Emmen. „Damit war nicht zu rechnen. In den Spielen hatten wir natürlich immer ein bisschen Glück und haben das Optimale herausgeholt“, freute sich SC-Coach Björn Cohrs.

Apropos Emmen – der nächste Fauxpas des SG-Turniers. Der TVE setzte ab dem Semifinale unerlaubter Weise einen Akteur eines anderen Clubs ein, obwohl noch Auswechselspieler vorhanden waren. Das warf Diskussionen auf. Doch die Wogen glätteten sich dann wieder.

Vorsicht vor dem Sensenmann! Der SV Steinhorst (l.) und SV Langwedel lieferten sich ein zumindest verbissenes Endspiel.

Zumal die Emmener selbst nicht so ganz erklären konnten, warum sie am Samstag überhaupt noch im Rennen waren. Denn in der Gruppe A war es am Freitagabend kurios bis verrückt zugegangen: Alle Spiele endeten 0:0! Als musste bereits dort ein Triangel-Elfmeterschießen über das Weiterkommen entscheiden. Da jedes Team einmal vom Punkt gewann, zog der Veranstalter die meist geschossenen Tore während dieser Lotterie als Kriterium heran.

Der Gastgeber HSV schaffte den Sprung ins Halbfinale nicht.

Der Bannstrahl traf pikanterweise den gastgebenden SV Hankensbüttel! Ein unerwartet frühes Ende für die Lokalmatadoren. Für HSV-Trainer Richard Matis war das Aus allerdings nicht einmal tragisch: „Wir hatten bis dahin eine katastrophale Vorbereitung. So konnten wir am Sonnabend gezielt trainieren, das war wertvoller.“

Das Finale gewann Steinhorst schlussendlich nach 40 Minuten Abnutzungskampf gegen Langwedel auch vom Punkt dank Elfmeter-Killer Sören Pirch. Die Knochen seien schon müde gewesen, merkte Kalinowski kritisch an: „Wir hatten durch das Frauen-Werbespiel gut zwei Stunden Pause. Das fand ich nicht so toll.“ Den Gewinn des SG-Pokals indes schon, nachdem im Vorjahr ein Törchen zum Paukenschlag gefehlt hatte. Kalinowski lachte: „Das haben wir nachgeholt.“

Von Ingo Barrenscheen

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