15. Stock-Car-Rennen: Organisator sind nach dem Vorjahresfiasko heilfroh über das Traumwetter

Staub statt Schlamm: Gannerwinkel brennt

Staub, Dreck, Action: Bei der 15. Auflage des Stock-Car-Rennens in Gannerwinkel ging es auf der Stoppelfeld-Strecke heiß zur Sache. Auch dank der Sonne, die den Organisatoren ein finanzielles Fiasko ersparte. Fotos: Kayser

Gannerwinkel. Sonne statt Regen, Staub statt Schlamm. Das 15. Stock-Car-Rennen in Gannerwinkel zog das Wetter-Traumlos und entging einem Fiasko.

„Ein Dauerregen-Debakel mit folgenreicher Schlammschlacht wie vor einem Jahr beim Gannerwinkeler Stock-Car-Rennen erlitten, würden wir finanziell nicht verkraften. Regenwetter – keine Zuschauer – Flaute in der Kasse“, skizzierte Rudi Staats die verhängnisvolle Kette. „3500 Euro fehlten am Ende unter dem Strich.“ Das Vakuum stieß Staats, dem Hamburger Stock-Car-Urgestein an der Stoppelfeld-Piste der Bunten Hunde, immer noch auf. Die Fahrerszene erinnerte sich an die Wasserschlacht 2010: „Regen satt in allen Wertungsläufen. Das Stoppelfeld flog uns um die Ohren, die Bahn war eine einzige Badewanne.“

Beim diesjährigen Stoppelfeld-Wochenende war alles anders: Der Planet brannte. Der Hamburger Rennverein Bunte Hunde, das 170-köpfige Fahrerlager und natürlich die Zuschauer und Fans, die die sich keinen Zentimeter schenkenden Piloten anfeuerten, kamen auf ihre Kosten.

Immer wieder zog der Wasserwagen über die 380 Meter lange Bahn, um den Staub zu bannen. Der wurde nicht verbal aufgewirbelt, sondern es wurde unerbittlich gefightet im Feld und an der Spitze. Es gab kein Pardon.

„Nicht auf die Fahrertür und die auf der Bahn stecken gebliebenen Autos fahren“, das ist eisernes Gesetz bei den spektakulären Geschwindigkeitsrennen nach Stock-Car-Regeln, die sonst fast alles erlauben.

Rennleiter Harald Epple war optimistisch, nachdem er und „Stadion- und Stoppelfeldsprecher“ Didda (Dirk Fehrmann) die Akteure vor dem Auftakt am Samstagnachmittag auf das Reglement eingeschworen hatten.

Namhafte Teams mit bekannten Fahrern aus Hamburg, Hannover, Wesendorf, Wittingen oder Langenbrügge waren am Start – Fahrerprominenz aus ganz Norddeutschland zeigte Präsenz beim Saisonabschluss und bei der Siegerehrung der 9. Norddeutschen Meisterschaft mit dänischer Beteiligung.

Nachwuchspiloten, Lokalmatadoren neben Stock-Car-Oldies kämpften um einen Platz auf dem Siegertreppchen. Jede Menge Action also auf der Strecke: Crashs, Überschläge, Rangeleien und Blechbeulen en masse gab es am Wochenende beim Kampf Fahrer gegen Fahrer. Da wurde nicht nur der Lack abgekratzt beim unerbittlichen Fight.

Die Bunten Hunde zogen die Norddeutsche Meisterschaft nach allen Regeln der Stock-Car-Kunst professionell durch, begleitet von einer erfreulichen Zuschauerkulisse. In vier Klassen und in der Jugendklasse ging es um Punkte, die in vier Wertungsläufen in vier Klassen ausgefahren wurden. Die Klasseneinteilung: Die Jugend und Klasse 1 bis 60 PS, die Klasse 2 (61 - 90 PS), Klasse 3 (91 - 130 PS) und die Klasse 4 mit mehr als 130 PS unter der Haube.

Nach dem vierten und finalen Lauf standen gestern Abend nach den spannenden Wertungsläufen und dem großen Rodeo die Tagessieger fest. Gekürt wurden auch die Sieger aus den Rennen in Bad Bodenteich, Perleberg, Wacken und Gannerwinkel (Bericht und Ergebnisse folgen).

Am morgigen Dienstag sehen Sie unter www.az-online.de ein IK-Video-Spezial zum spektakulären Stock-Car-Rennen in Gannerwinkel.

Von Jürgen Kayser

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