Fußball: Torhüter Jona Hallmann spielt beim FC Ohretal solide Saison

Starker Bälle- und „Eier“-Fänger

Er ist stark auf der Linie und hat Bälle herausgeholt, die fast unhaltbar waren.
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Er ist stark auf der Linie und hat Bälle herausgeholt, die fast unhaltbar waren.

Radenbeck – „Fangen ist meine große Stärke“, sagt Jona Hallmann selbst über sich. Kein Wunder also, dass der 19-Jährige zwei Sportarten betreibt, bei denen man genau dieses Talent mitbringen muss. Einerseits ist Hallmann Fußball-Torwart beim FC Ohretal (1.

Kreisklasse 1) und spielt dazu auch noch American Football beim Regionalligisten Bluewings Wolfsburg.

Der Radenbecker kommt aus einer Fußballer-Familie und unternahm seine ersten sportlichen Schritte somit auch in der Volkssportart Nummer eins. Genau wie sein vier Jahre älterer Bruder Timon, der mittlerweile bei Lupo Martini Wolfsburg aktiv ist, probierte sich Hallmann im Nachwuchs des FC Ohretal aus. Bei diesem Verein fungierte zudem Vater Stefan lange als Trainer.

Aufgrund einer Fußverletzung musste Jona Hallmann seine Laufbahn, wohlgemerkt als Bestandteil der Kreisauswahl Gifhorn, früh beenden und schloss sich mit 13 Jahren der Tischtennis-Sparte des SSV Radenbeck/Zasenbeck an. Zwischenzeitlich war Hallmann noch einmal als Fußballer für den VfL Wittingen/Suderwittingen aktiv und wurde prompt Kreismeister. Als Kreisauswahl-Spieler hatte für den Youngster aber Tischtennis eindeutig Vorrang.

Mittlerweile spielt der Radenbecker jedoch American Football bei den Bluewings Wolfsburg in der Regionalliga Nord. „Zusammen mit dem Bruder meiner Freundin habe ich im Garten einfach aus Spaß gespielt, dann sind wir zum Probetraining gegangen“, blickt Hallmann zurück. Mittlerweile spielt er als Tight-End (Ballfänger in der Offense) seine erste Herrensaison. Bei bis zu drei Trainingseinheiten pro Woche genießt diese, besonders in den USA, populäre Sportart für ihn oberste Priorität.

Auch Fußball steht seit zwei Jahren wieder im Fokus. Mittlerweile hütet der 19-Jährige („Die Beine haben gejuckt und ich wollte wieder mit meinen alten Weggefährten zusammen spielen“) das Tor seines Heimatvereins und ist vollauf glücklich: „Wir sind beim FCO eine echte Familie und passen einfach zusammen.“

Trainer Matthias Bock schwärmt in höchsten Tönen von seinem fast zwei Meter großen Schützling. „Er ist besonders stark auf der Linie und hat in dieser Saison mit seinen Reflexen Bälle herausgeholt, die eigentlich fast unhaltbar waren“, staunt Bock noch immer. Doch nicht nur sportlich ist Hallmann ein großer Gewinn für das Team, sondern auch menschlich. „Jona ist sehr mannschaftsdienlich, hat einen Top-Charakter und passt einfach sehr gut in die Truppe“, lobt der Coach den jungen Schlussmann. Bock war selbst jahrelang Keeper beim FCO und ist froh, mit Hallmann einen geeigneten Nachfolger gefunden zu haben.

Allerdings weiß der Übungsleiter auch, woran der Youngster noch arbeiten muss: „Fußballerisch hat Jona, sicherlich auch bedingt durch seine dreijährige Pause, noch Defizite.“ Dass der 19-Jährige, der trotz seines Studiums in Braunschweig fast jedes Spiel bestreitet, nebenbei

auch noch American Football spielt, sieht Matthias Bock sogar als Vorteil. „Wer so ein ‚Ei‘ gefangen bekommt, kann auch Fußbälle festhalten“, verrät der Ex-Schlussmann mit einem Schmunzeln.

Am Sonntag im letzten Saisonspiel des FCO beim SV Barwedel (15 Uhr) möchte Hallmann zum dritten Mal die Null festhalten und somit für einen „schönen Saisonausklang“ sorgen. Auch FCO-Trainer Matthias Bock weiß, dass es in Barwedel nur noch um die „Goldene Ananas“ geht. Eine Platzverbesserung im Klassement ist schließlich nicht mehr möglich. „Dennoch wollen wir die Saison vernünftig abschließen. Zwar möchten wir möglichst gewinnen, könnten aber mit einem Punkt durchaus auch zufrieden sein“, erklärt Bock.

Damit der FC Ohretal in Barwedel etwas Zählbares einfährt, muss auch Jona Hallmann zwischen den Pfosten wieder einen starken Tag erwischen. Von diesen gab es im Laufe der Spielzeit allerdings schon mehr als genug.

VON FLORIAN SCHULZ

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