Judo: Giovanna Scoccimarro möchte bei der Tokio-WM unter die ersten Sieben

Starke Form möglichst bestätigen

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Ordentlich zupacken muss Giovanna Scoccimarro (l.) auch wieder bei der am Sonntag beginnenden WM in Tokio. Dort will sie unter die ersten Sieben.

Lessien//Tokio – Die Aufregung ist groß, ebenso wie die Vorfreude. Ab heute, wenn es mit dem Flieger in Richtung Tokio geht, dreht sich für Giovanna Scoccimarro alles nur noch um die Judo-Weltmeisterschaft in der japanischen Metropole.

Offiziell beginnen die Wettkämpfe am Sonntag, Scoccimarro geht hingegen sogar erst am kommenden Donnerstag in ihrer Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm auf die Matte.

Wenn am Sonnabend die Auslosung für die einzelnen Kämpfe erfolgt, wird Giovanna Scoccimarro gespannt zuschauen. Beeinflussen kann sie die Ziehung („Ich muss es ja so hinnehmen, wie es kommt“) zwar nicht, doch die Judoka aus Lessien möchte bestens vorbereitet in die Wettkämpfe gehen. Ihr Ziel ist und bleibt Olympia 2020 – übrigens ebenfalls in Tokio.

Die Nominierung für die WM könnte als positives Zeichen in Hinblick auf das Großereignis im kommenden Jahr gewertet werden. Doch diesbezüglich ist die 21-Jährige im Vorfeld noch nicht allzu euphorisch. „Es ist ganz sicher nicht schlecht, weil man die Chance hat, gut mitzumischen. Doch allzu viel zu heißen hat das noch nicht“, erklärt die Nordkreislerin. Dass sie liefern muss, um ihre eigenen Ziele zu erreichen, ist Scoccimarro bewusst: „Ich hoffe, dass ich mich platzieren kann.“ Heißt: Die U21-Vize-Europameisterin von 2017 möchte es unbedingt unter die besten Sieben schaffen.

Die vergangenen beiden Grand Prix verliefen für die 21-Jährige sehr erfreulich. Schon die Bronzemedaille im chinesischen Hohhot Ende Mai war als Erfolg zu werten. Dann setzte Scoccimarro im Juli noch einen drauf. Im kanadischen Montreal feierte sie ihren ersten Grand-Prix-Erfolg überhaupt. Die Lessienerin scheint derzeit gut in Form zu sein und möchte selbige natürlich auch in Japan bestätigen.

Leicht wird dies allerdings nicht. Das weiß die Aktive vom MTV Vorsfelde selbst: „Das ist noch mal ein ganz anderes Kaliber. Alle Größen aus der Welt sind in Tokio vertreten. Ich hoffe trotzdem, dass ich mein Ziel erreichen kann, auch wenn natürlich vieles von der Tagesform abhängt.“

Aktuell nimmt Scoccimarro in der Olympia-Rangliste den zehnten Platz ein, ist damit beste Deutsche. Das soll auch möglichst so bleiben. Die Chancen stehen sogar recht gut, da mit Laura Vargas-Koch und Miriam Butkereit zwei große Konkurrentinnen der 21-Jährigen für die WM verletzungsbedingt ausfallen. Daher wird neben der Lessienerin die nachnominierte Alina Böhm Deutschland in der 70-Kilogramm-Klasse vertreten.

Nach den Einzel- stehen am 1. September dann auch noch die Team-Wettkämpfe im Mixed an. Auch dort möchte Scoccimarro mit der deutschen Auswahl natürlich so gut wie möglich abschneiden, doch Vorrang genießt natürlich ihr Einzel-Wettkampf. Denn auch im kommenden (Olympia-)Jahr möchte Giovanna Scoccimarro wieder den Flieger in Richtung Tokio besteigen. Die WM soll nur ein Vorgeschmack sein.

VON FLORIAN SCHULZ

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