IK-Nachspielzeit: Ummern II hat seinen eigenen El Matador / Soika mit Comeback

Auf den Spuren von Edinson Cavani

+
Willkommen beim MTV Gamsen! Der stellvertretende Spartenleiter Uwe Schultz (v. l.), Jonas Ptassek, Jonas Vollrath und der künftige Trainer Michael Müller.

Der FC Oerrel konnte wieder auf seine Holdhaus-Brüder vertrauen, der VfL Ummern II hat den neuen Edinson Cavani verpflichtet und Simon-Miles Soika feierte sein Comeback beim VfL Wahrenholz. Die IK-Nachspielzeit.

Ein Fußballtag im Zeichen der Familie Holdhaus. Es ist wahrlich schon lange kein Geheimnis mehr, dass der FC Oerrel sehr von den Leistungen der beiden Holdhaus-Brüder Fabian und Henning abhängig ist. So war es auch beim 2:1-Erfolg des Tabellensechsten beim TSV Brechtorf II. Fabian, der normalerweise in der aktuellen Spielzeit zwischen den Pfosten stand, agierte diesmal auf der 6er-Position. Und war gleich wieder on fire. Er bereitete das 1:1 durch sein Bruderherz vor. Natürlich ließ es sich Henning nicht nehmen und schoss seinen FCO auch zum 2:1-Sieg. Mal wieder ein Doppelpack des Torjägers, der in der Torschützenliste nun drei Buden vor Niklas Bruchmann vom SV Eischott steht. „In der Liga können wir nicht mehr viel reißen, daher ist die Torjägerkrone unser einziges Ziel noch“, betonte Trainer Christian Axt.

Das hat die Welt noch nicht gesehen. Trotzdem ist Fußball wunderschön, hätten die Söhne Mannheims vielleicht gesungen, wenn sie das Spiel des SV Eischott gegen den SV Teutonia Tiddische gesehen hätten. „Ich bin jetzt schon eine lange Zeit dabei, aber sowas habe ich auch noch nie erlebt“, unkte SVE-Coach Sven Beyer. Der Trainer konnte auch nur darüber lachen, weil sein Team das Derby dennoch mit 2:0 gewann. Was war passiert? Der SV Eischott hat nicht einen, auch nicht zwei, sondern gleich drei Elfmeter in einem Spiel vergeben. Das sei der pure Wahnsinn, so Beyer. „Alle Zuschauer haben sich nur verwundert die Augen gerieben.“ Zunächst behielt Torjäger Christopher Ramolla keinen kühlen Kopf. Es folgte Goalgetter Niklas Bruchmann, der gleich zwei Strafstöße binnen 60 Sekunden versiebte. „Vielleicht lag es auch am Derby“, scherzte Beyer. Xavier Naidoo und Co. hätten es auch nicht geglaubt.

Superstar Edinson Cavani von Paris Saint-Germain ist weltweit nur als „El Matador“ bekannt. Auch der VfL Germania Ummern II hat letzte Woche in Uruguay zugeschlagen und mit Leonard Baum einen Torjäger aus Südamerika verpflichtet. Seine Eltern sind zwar deutsche Staatsbürger, doch aufgewachsen ist Baum in Uruguay. Und Parallelen zu Cavani wurden gleich im ersten Spiel ersichtlich. Bei seinem Debüt (4:4 gegen TSV Meine II) schnürte Baum gleich einen Doppelpack. „Er hat unser Spiel direkt bereichert. Ich bin gespannt, was noch von ihm kommt“, schwärmte Trainer Jan Rüngeling.

. Als eine „absolute Katastrophe“ bezeichnete Torben König die Platzverhältnisse in Westerbeck. „Das ist definitiv kein Kreisliga-Niveau“, bemängelte der Trainer des SV Groß Oesingen. „Der Ball ist nur gehoppelt. Ein gepflegtes Kurzpassspiel war kaum möglich.“ Und bekanntlich lebt seine technisch versierte Mannschaft vom Tiki-Taka. Ein Lichtblick ist aber in Sicht. Denn der SV Westerbeck kann zur neuen Saison dann wohl endlich auf dem neuen Rasen spielen. Derzeit gibt es noch kleinere Mängel zu beseitigen.

Niklas Bartsch darf sich als absoluter Allrounder bezeichnen! Der Spieler des Kreisligisten VfL Germania Ummern musste beim 4:1 gegen die SV Meinersen während der 90 Minuten auf vier unterschiedlichen Positionen spielen! Angefangen hatte der Jungspund auf seiner etatmäßigen Position als Innenverteidiger. Doch schnell rückte er aufgrund von einer Verletzung links in die Viererkette. Weiter ging es ins defensive Mittelfeld und die letzten Minuten beackerte er dann die rechte Seite auf dem Flügel. „Er hat bei uns eine super Entwicklung genommen“, freut sich Trainer Jörg Drangmeister, der Bartsch seit der B-Jugend unter seinen Fittichen hat. „Er wird mit der Zeit immer besser.“

Back in game: Nach seinem Wechsel zurück zum VfL Wahrenholz und monatelanger Auszeit feierte Simon-Miles Soika sein Comeback. Just am Sonntag war SMS, wie er nur gerufen wird, wieder spielberechtigt gewesen und durfte im Derby beim TuS Neudorf-Platendorf immerhin 20 Minuten Bezirksliga-Luft schnuppern. Sein Wiedereinstieg sei bei der 1:3-Pleite noch „der einzige Lichtblick“ gewesen, meinte VfL-Coach Thorsten Thielemann. Wobei er von Soika selbstverständlich noch „keine Wunderdinge erwarten“ könne. „Er ist ja bei uns auch noch nicht wieder voll drin im Training. Aber spätestens bis zur neuen Saison kriegen wir ihn wieder hin.“

Comeback-Qualitäten demonstrierte übrigens auch der VfL Wahrenholz II in seinem Ise-Derby gegen den Lokalrivalen TSV Schönewörde. 2:2 nach 0:2 – wer weiß, wofür dieser Punktgewinn noch gut ist!? Wobei der Abstiegskampf scheinbar nicht ganz oben auf der Prioritätenliste der Taterbusch-Reserve zu stehen scheint. Sondern ausnahmslos das Prestige. So jedenfalls ließen sich die Aussagen im Vorfeld deuten, die dann auch Schönewördes Coach Jan Henneicke etwas verwundert hatten. Der TSV seinerseits hatte das letzte Nachbarschaftsduell dieser Art vor der Fusion mit Vorhop nicht ganz so hoch gehängt: „Klar möchte man sagen, dass man das letzte Spiel auch noch gewonnen hat. Aber sich nur darauf zu versteifen, finde ich waghalsig. Wahrenholz sollte eher darauf bedacht sein, die Klasse zu halten, als das Derby zu gewinnen...“

In der Not frisst der Teufel fliegen – oder im Falle des TuS Ehra-Lessien wirft er eben absolute No-Names rein... Weil der Personal klamm ist, musste Trainer Jürgen Schenk gegen den SV Barwedel Robin Eder aus der Zweitvertretung ins kalte Wasser respektive die Startelf werfen. „Ich kannte ihn gar nicht“, gab Schenk zu. Das hat sich nach der Premiere geändert. Denn der große Unbekannte überzeugte auf Anhieb. Der TuS-Coach grinste: „Ich bin begeistert und habe ihn direkt zum Training eingeladen...“

Obwohl sich der SV Tülau-Voitze im Hier und Jetzt mitten im Aufstiegskampf der 1. Kreisklasse 1 befindet, denken die Grün-Weißen auch schon an die Zukunft. So diente das Auswärtsspiel beim TSV Grußendorf (4:0) auch Testzwecken. „Wir haben einige Positionen neu besetzt, um den Jungen eine Perspektive für die nächsten Jahre zu geben“, erklärte Coach Werner Vodde. Altgediente wie Christoph Jaeger, der etwa am Sonntag fehlte, würden immerhin „irgendwann an ihren Zenit gelangen“, betont Tülaus Trainer. „Da müssen Nachfolger gefunden werden.“

Der doppelte Jonas: Der MTV Gamsen hat die ersten Neuzugänge für die nächste Saison präsentiert. Der Bezirksligist hat vom Nachbarn SV Wagenhoff die beiden jungen Defensivkräfte Jonas Ptassek und Jonas Vollrath (derzeit verletzt) losgeeist. „Beide passen perfekt in unser Konzept. Sie verkörpern mit ihrer Einstellung und Mentalität genau das, was wir uns vorstellen“, erklärte MTV-Spartenleiter René Dethlefs. Im Umkehrschluss blutet Wagenhoff weiter aus, nachdem schon andere Bezirksligisten dort kräftig gewildert hatten – insgesamt sechs Stammspieler! SVW-Coach Karsten Scholten sieht das mit einem weinenden und einem lachenden Auge: „Einerseits ist es eine Krux, dass wir sie einbüßen. Aber offenbar müssen wir auch gute Arbeit leisten, dass unsere Spieler so begehrt sind.“ Der klassische Fall eines kleinen Ausbildungsvereins. Durch den Aderlass stellen sich die Grün-Gelben auf eine schwere Zukunft ein. Scholten: „Nächste Saison wird ein hartes Jahr werden.“

VON INGO BARRENSCHEEN UND JANNIS KLIMBURG

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare