Durch Hallen-Verbot ruht in den Vereinen (fast) der komplette Übungsbetrieb

Der Sport im (Nord-)Kreis liegt flach

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Der Sport am Boden: Anders lassen sich die massiven Auswirkungen der Corona-Krise nicht beschreiben. Die Hallen im Landkreis Gifhorn sind Sperr-Zone, daher setzen die Vereine fast komplett mit ihrem Übungsbetrieb aus.

Gifhorn/Wolfsburg – Ob Bel-Etage oder Kreisklasse: Die Corona-Pandemie hat sämtlichen Wettkampf-Modus von heute auf morgen ausgeschaltet.

Doch damit allein ist es nicht getan: Neben dem Liga-System ist, vor allem durch die Abschottung der Hallen, in nahezu allen Sportvereinen der Region der Übungsbetrieb weitestgehend auf Null runtergefahren.

Die hiesigen Clubs halten sich, mit punktuellen Ausnahmen, an die Marschroute des Landessportbundes Niedersachsen, die Corona-Verbreitung durch völligen Stillstand auszubremsen. Aber auch Freiluft-Veranstaltungen sind betroffen. Wie etwa der Wolfsburg-Gifhorner Laufcup, der seinen Saisonstart zwangsläufig nach hinten verschiebt.

Vereins-Übungsbetrieb ruht größtenteils

Ob nun im Stadtgebiet Wittingen oder in den Samtgemeinden Hankensbüttel, Wesendorf oder Brome: Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes keine Bewegung mehr. Der VfL Wittingen/S. informierte seine Mitglieder am Samstagmorgen via Mail darüber, dass jeglicher Hallensport und auch das Walken vorerst bis zum 19. April eingestellt wird. „Bleibt gesund und lasst euch die Laune nicht verderben“, munterte Schriftführerin Nicole Dreblow in dem Rundschreiben die Allgemeinheit auf. Analog verfährt der Stadt-Bruder MTV Wittingen: Er cancelt alle Angebote bis zum 17. April. „Wir stehen unseren Mitgliedern gegenüber in der Pflicht, den Empfehlungen der Sportverbände und Politik folgen zu leisten und leisten damit einen Beitrag zur Gesundung in unserem sportlichen Umfeld“, begründete Heinz-Günter Schwarz.

Der Vorstand des SV Sprakensehl hat mit seinen Übungsleitern entschieden, sämtliche Sportangebote auszusetzen. Es wird gesondert informiert, welche Gruppe wann wieder ihre Übungsstunden abhält. Die Sparten- wie Jahreshauptversammlungen verschiebt der SSV auf später. „Damit möchten wir versuchen zu verhindern, dass sich der Virus weiter ausbreiten kann und bitten alle Mitglieder des SV Sprakensehl um Verständnis“, so der Vorsitzende Markus Bauck.

Der TSV Schönewörde hält es genauso und komme der Empfehlung durch LSB und KSB gerne nach, „denn die Gesundheit unserer Mitglieder liegt uns am Herzen“, bekräftigte TSV-Frontmann Heiner Buchholz. Es gibt einen Total-Stopp: Alle laufenden Kurse werden unterbrochen, der für Donnerstag geplante Yoga-Kurs verlegt. Buchholz: „Wir sind uns der Tragweite dieser Maßnahmen bewusst, bitten aber um Verständnis.“

Auch der gut 700 Sportler umspannende Wesendorfer SC, Samtgemeinde-Nachbar VfL Wahrenholz oder der VfL Knesebeck haben gewissermaßen den Stecker gezogen. „Wir empfehlen, kein Training zu machen, um die Ausbreitung zu drosseln. Es geht halt nicht anders. Mal sehen, wie lange das andauert“, meinte WSC-Chef Stefan Müller. Durch die Einstellung des Schulbetriebs und der daran anknüpfenden Hallen-Verbote sei der Breakdown „die logische Schlussfolgerung“, sagt Knesebecks Kapitän Eckhard Meyer. Sein Taterbusch-Pendant Daniel Weiß ergänzte: „Wer natürlich weitermachen will, dem werden wir vom Verein keinen Riegel vorschieben.“

So praktiziert beim FC Brome als Fallbeispiel. Dieser schließt sich nur überwiegend dem einhelligen Prozedere an. Anders als beim Fußball würden etwa das Tennis-Kindertraining und auch die Tanzmädchen-Gruppen, nach Rücksprache mit den Teilnehmern, erst einmal weiter angeboten werden, erklärte der Vorsitzende Dieter Kille. „Wir überlassen es den Sparten, was sie machen.“

Laufcup-Serie startet später

Die kurzfristige Absage des Vorsfelder Stadtlaufs am Freitag war, wie befürchtet, nur der Vorbote für den ebenfalls außer Kraft gesetzten Wolfsburg-Gifhorner Laufcup. Aufgrund der rasanten Entwicklung der Corona-Krise haben die Veranstalter die ersten drei Etappen fürs Erste gestrichen. Sprich auch den Knesebecker Einhornlauf (29. März) und Platendorfer Moorlauf (25. April). „Jeder Veranstalter ist sich seiner Verantwortung bewusst und möchte durch die Absage zur Verzögerung der Ausbreitung des Virus beitragen“, erklärte Laufcup-Chef Marco Laeseke. Und er ergänzte: „Da muss jetzt jeder zurückstecken. Es ist nur Laufen, es gibt Wichtigeres im Leben.“ Die drei Standorte prüfen nun jeder für sich, ob eine Verschiebung des Termins in die zweite Jahreshälfte möglich ist. Ansonsten wird es eine abgespeckte Version geben. Laeseke: „Voraussichtlich werden wir im Mai in die Wertungsläufe starten, wobei durchaus weitere Absagen und Verschiebungen möglich wären.“ Aktuell liegen 361 Voranmeldungen vor – absolut zufriedenstellend. Laeseke: „Neben vielen treuen Teilnehmern, die jahrelang am Laufcup teilnehmen, ist es uns gelungen, wieder einige Neueinsteiger zu überzeugen. Das zeigt, dass der Laufcup eine qualitativ hochwertige Laufserie mit attraktiven Veranstaltungen darstellt.“

VON INGO BARRENSCHEEN

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