Handball – Verbandsliga: Wittingen verliert bei der HSG Rhumetal trotz bester Chancen mit 23:26

VfL spielt zu viel „Harakiri“

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Peter (links) und Marten Schultze (rechts) zeigten gegen die HSG Rhumetal zwar eine ansprechende Abwehrleistung wie hier im Spiel gegen Hildesheim II, dennoch verlor der VfL.

Katlenburg. Anschluss verpasst. Der VfL Wittingen ist in der Handball-Verbandsliga nicht auf den Top-Vier-Zug aufgesprungen, sondern nach der 23:26 (10:14)-Niederlage bei der HSG Rhumetal auf den sechsten Platz abgerutscht.

Dabei hatte die Mannschaft von Christian Gades und Manfred Busch Chancen in Hülle und Fülle. „Die hätten für zwei Spiele gereicht“, verzweifelte Gades. Dabei setzten sich die Gastgeber gleich mit 5:2 ab, doch jedes Mal, wenn die Brauereistädter drauf und dran waren, die Führung zu egalisieren, wechselte sich der Chancentod bei den Gästen ein und sorgte dafür, dass Wittingen allerbeste Gelegenheiten liegen ließ.

Viele Angriffe schloss das Gades-Team deutlich zu überhastet ab. „Das hat uns das Genick gebrochen“, gab der VfL-Coach zu. Gades hatte schon im Vorfeld der Partie die mangelhafte Trainingsbeteiligung angekreidet und wurde nun durch die Auswärtspleite bestätigt. „Eigentlich muss es so laufen, dass wir diese Stresssituationen vorm Tor in den Trainingseinheiten durchgehen, um dann im Spiel konzentriert und gefasst darauf reagieren zu können.“ Doch hierzu fehlen dem Übungsleiter häufig die Leute.

Zur Pause hatten sich die Gastgeber so auf 14:10 abgesetzt. Einzig vom Einsatz her wollte Gades seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen: „Kämpferisch war es das Beste, was wir bisher auswärts gezeigt haben.“ Und auch in der Abwehr stimmte das Taktikverhalten und die Aggressivität meist. Bastian Albrot im Kasten des VfL erwischte zudem einen Sahnetag, hielt sein Team mehrfach mit starken Paraden im Spiel.

Und so kam es, dass Wittingen im zweiten Durchgang wirklich noch bis auf 15:17 und 16:18 herankam. Dann machte sich aber jeweils wieder die schlechte Chancenverwertung bemerkbar. „Das ist so ärgerlich, weil wir uns genau in diesen Momenten für den starken Auftritt hätten belohnen können“, analysierte Gades.

Auch danach kam der VfL immer wieder auf zwei Tore ran, doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr. Als Torsten Meyer rund eine Minute vor Schluss das 23:24 warf, schien das Remis aber plötzlich zum Greifen nah. Zwei schnelle Tore in den letzten 15 Sekunden beendeten die Aufholjagd allerdings jäh. „Wir hätten nur zupacken müssen“, ärgerte sich Gades, der in einigen Aktionen einen klaren Kopf seiner Mannschaft forderte: „Da spielen wir einfach zu viel Harakiri und am Ende reicht es so halt nicht zum Punktgewinn. Trotzdem müssen wir den Einsatz nun ins Training mitnehmen.“

Von Christian Thiemann

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