Volker Schneemelcher strebt Konkurrenz-Modell zum Platzhirsch SG VfL Wittingen/Stöcken an

Spaltet diese Vision die Handball-Hochburg?

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Kippen wegen seiner Vision viele Handballer um? Realisiert Volker Schneemelcher den Wittinger HC, ist es nicht ausgeschlossen, dass viele Aktive von der SG VfL Wittingen/Stöcken rübermachen.

Wittingen – Noch sei es ein Gedankenmodell. Eine Wolke. Eine Vision. Die wohlgemerkt schon eine Weile in seinem Hinterkopf schlummere, sagt Volker Schneemelcher.

Doch womöglich steht der Handball-Hochburg Wittingen in absehbarer Zukunft eine (hausgemachte) Revolution ins Haus! Denn der frühere Jugendleiter der SG VfL Wittingen/Stöcken plant, als Gegenprodukt zum alteingesessenen Platzhirsch einen eigenständigen Handball-Verein aus der Taufe zu heben! Eine Idee, für die er bereits positive Signale Gleichgesinnter empfangen hat.

Einer von ihnen ist Christian Gades. Der Noch-Cheftrainer der Landesliga-Herren ist bei der SG VfL am Ende der Saison nicht mehr gefragt, wird durch Dirk Divjak ersetzt (das IK berichtete). Doch möglich, dass er schnell ein neues Betätigungsfeld findet. Im Wittinger Handball-Club. Unter dieser vorläufigen Arbeits-Überschrift firmiert Schneemelchers Utopie von einem neuen Verein, der ihm schon 2018/19 nach ersten Dissonanzen mit dem Vorstand der SG VfL-Sparte als Ideal durch den Kopf geisterte. Damals hätte er diesen Gedanken erst einmal wieder beiseite geschoben – in der Hoffnung, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Das Ergebnis ist bekannt. Schneemelcher trat zurück. Und spätestens durch die Bekanntgabe des bevorstehenden Trainerwechsels bei Wittingen/Stöckens Herren „ist das Thema wieder auf die Agenda gekommen. Die Zeichen stehen jetzt auf Realisierung“. Schneemelcher und Gades tauschten sich aus. Mit dem Agreement: „Wittinger HC – das wäre doch was!?“

Ganz klar: Es ist ein Testballon. Hier Schneemelcher als C-Lizenz-Coach und Stützpunkttrainer der Handball-Region Südost-Niedersachsen, dort potentiell der Sportwissenschaftler und B-Lizenz-Inhaber Gades: Das fachliche Know-How und den Erfahrungsschatz würden beide mitbringen, „um vernünftig Kinderhandball zu schulen“. Denn vordergründig ist das angedachte Modell für den Nachwuchs gedacht. Doch zur Gründung eines Zweitvereins neben der SG VfL gehört eben noch ein weitaus längerer Rattenschwanz. Ein Vorstand. Eine Satzung. Und und und und... „Klare Strukturen können wir jetzt noch nicht aufzeigen. Man braucht wahnsinnig viel Zeit, um sich mit der Tapete auseinanderzusetzen“, unterstreicht Schneemelcher.

Wird aus den Überlegungen (siehe Info-Kasten) tatsächlich ein Schuh, wird die Wittinger Handball-Gemeinde zwangsläufig in zwei Lager gespalten – die Vereine würden sich gegenseitig das Wasser abgraben. Auf IK-Nachfrage wollte sich der Vorstand der SG VfL zu diesem ungelegten Ei nur bedingt äußern und erklärte: „Wir sind befremdet über solche Überlegungen und können keinerlei Grundlagen für solche Planungen erkennen. Daher möchten wir auch öffentlich keine weiteren Stellungnahmen dazu abgeben.“

VON INGO BARRENSCHEEN

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