Fußball – Bezirksliga: VfL-Trainer nach 1:1 stinksauer

Späte Strafe: Streilein motzt wie Trapattoni

Bauchlandung: Wahrenholz (Brian Kressler) ist nach dem 1:1 gegen Helmstedt zurück auf dem Boden der Tatsachen. Foto: ib

ib Wahrenholz. Was er-Laube Wahrenholz!? Die Wutrede von Volker Streilein erinnerte ein wenig an den berühmt-berüchtigten Auftritt von Giovanni Trapattoni.

Genauso wie der einstige Bayern-Coach lederte der Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Wahrenholz gestern nach dem Heimspiel gegen den Helmstedter SV los. Auslöser war das 1:1 von Andre Laube in der vierten Minute der Nachspielzeit. Die Ursachen für Streileins Krawatte lagen aber ganz woanders. Denn sein Team hatte auf ganzer Linie enttäuscht.

Der Wahrenholz-Dirigent ließ seinem Frust freien Lippenlauf. Vorwurf eins: „Das war am Rande der Arroganz!“ Seine Spieler hätten nach den jüngsten Erfolgserlebnissen und dem Sprung auf Platz zwei leichten bis mittleren Größenwahnsinn walten lassen. „Die Höhenluft tut den Jungs offenbar nicht gut. Da lernen sie mich noch kennen“, kündigte Streilein harte Trainingseinheiten in dieser Woche an. Auch ansonsten passte einfach nichts. Vorwurf zwei: „Keine Körperspannung.“ Vorwurf drei: „Wir haben zu keiner Minute Fußball gespielt.“ Streilein fühlte sich an seine Anfangszeit am Taterbusch zurückversetzt. Und fällte schließlich ein harsches Gesamturteil: „Das war unser schlechtestes Saisonspiel. Ich bin stinksauer!“

Hätte der Herbstwind nicht kräftig geweht: Man hätte von Schönwetter-Fußball sprechen können beim VfL. Kaum Dynamik, wenig Zündendes. Ein einziges Mal kamen die Platzherren in der ersten Halbzeit gefährlich vors Tor und trafen durch Jan-Patrick Schön (15.).

Nach viel Leerlauf rutschte Denny Iwan in der 82. Minute allein vor dem Torwart aus und vergab das 2:0. Es wäre auch unverdient gewesen. Die glückliche Führung hielt bis zur 94. Minute. „Der Schiri wollte das 1:1 sehen“, merkte Streilein ironisch an. Wobei der Referee am wenigsten für das Remis konnte. Wahrenholz hatte förmlich gebettelt. Nach einem Freistoß herrschte Vollversammlung im Strafraum. Keeper Bastian Mechelk parierte den ersten Versuch noch, doch Laube staubte gedankenschnell ab. Die späte, aber gerechte Strafe.

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