Fußball – Bezirksliga: Wahrenholz setzt Platendorfs Erfolgsserie im 1:0-Langeweiler ein Ende

Nur Soika weckt „Schlafwagen-Derby“

Lufthoheit ja – Derby-Oberhand nein: Der TuS Platendorf (l. Friedrich Klasen) musste sich dem VfL Wahrenholz mit 0:1 beugen...
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Lufthoheit ja – Derby-Oberhand nein: Der TuS Platendorf (l. Friedrich Klasen) musste sich dem VfL Wahrenholz mit 0:1 beugen...
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wahrenholz. Vielleicht sollte Benjamin Wrede über eine Zweitkarriere als Wahrsager nachdenken. Vor dem Derby gegen den Phönix TuS Neudorf-Platendorf hatte er angesagt, dass der VfL Wahrenholz immer für ein Tor gut sei und das vielleicht schon reichen könnte. Gesagt, getan.

„Platendorf spielt jedes Mal zu null, dieses Mal auf der falschen Seite“, konnte sich der Co-Trainer eine kleine Spitze an den Lokalrivalen nach dem wichtigen 1:0 (1:0)-Heimsieg in der Fußball-Bezirksliga nicht verkneifen.

...weil die erstmals zusammen agierende Innenverteidigung der Schwarz-Gelben mit Arthur Michel (r.) und Yannick Kutscher bis auf wenige Szenen zu Beginn nichts anbrennen ließ.

So diebisch sich das Taterbusch-Team auch über den nächsten großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gegen die Vorab-Seriensieger freute – das Spiel an sich konnte dem geneigten Fan kein zufriedenes Lächeln auf die Lippen zaubern. „Das war Schlafwagen-Fußball von uns – und Platendorf ist irgendwann mit eingeschlafen“, unkte Wrede angesichts des dahinplätschernden Geschehens auf dem Rasen. In der Tat passten sich die Moor-Kicker dem Nickerchen-Niveau erst peu à peu an. In der Anfangsphase konnten die lethargisch wirkenden Gastgeber von Glück sagen, dass der TuS nicht zuschlug bei zwei gefährlichen Angriffen über die rechte Seite.

Als der Sandmann dann den Gästen ebenfalls Schlafmittel in die Augen rieselte, schlugen die Wahrenholzer „aus dem Nichts“ (Wrede) gnadenlos zu: Ausgerechnet Rückkehrer Simon-Miles Soika erzielte das Tor des Tages. Nach einer zu kurz geratenen Abwehraktion fackelte er nicht lange und versenkte die Kugel von der Strafraumkante. „Ein Comeback nach Maß“, frohlockte Wrede.

Bis auf eine zweite gefährliche Szene – Lars Koch scheiterte allein vor dem Tor an TuS-Keeper Leon Jacob – passierte bis zum Pausenpfiff nichts mehr.

Und nach dem Wechsel auch nicht... „Ein Derby zum Einschlafen“, gab Wrede offen und ehrlich zu. Sein Team sei zwar ein wenig aufgewacht, berauschend war der Auftritt aber beileibe nicht. Hüben wie drüben null aufregende Szenen mehr, stattdessen viel Mittelfeld-Geplänkel.

Den Wahrenholzern war es letzten Endes schnurzpiepegal angesichts der angespannten Lage im Klassement. „Wir wollten die drei Punkte, und die waren immens wichtig angesichts der anderen Ergebnisse“, unterstrich der Assistent von Torben Gryglewski. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nun wieder.

Von Ingo Barrenscheen

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