Eishockey – Playoff-Viertelfinale, 4. Spiel: Wolfsburg will heute ausgleichen

Sind Köpfe frei für Konter zwei?

Sie wollen sich trotz Personalnot mit aller Macht gegen das drohende Viertelfinal-Aus stemmen: Die Grizzlys Wolfsburg (r.) empfangen heute die Eisbären Berlin zum vierten Duell.
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Sie wollen sich trotz Personalnot mit aller Macht gegen das drohende Viertelfinal-Aus stemmen: Die Grizzlys Wolfsburg (r.) empfangen heute die Eisbären Berlin zum vierten Duell.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wolfsburg. Lässt sich diese Schmach tatsächlich so einfach aus dem Fell schütteln? Nach dem 1:8-Debakel im dritten Playoff-Viertelfinale gegen die Eisbären Berlin soll Trainer Pavel Gross den Grizzlys noch vor der Rückfahrt nach Wolfsburg eingetrichtert haben, das Ergebnis in der Hauptstadt zurückzulassen. Um am heutigen Mittwoch (19. 30 Uhr) mental für den vierten Fight bereit zu sein.

Eine Blitz-Amnesie wäre in der Tat hilfreich, um wie schon im ersten Heimspiel (5:2) zurückzuschlagen. „Wir müssen für Mittwoch wieder bereit sein. Acht Gegentore waren viel zu viel. Jeder muss in den Spiegel schauen und anschließen sagen: Auf geht’s!“, zeigt sich Nationalverteidiger Björn Krupp trotzig. Auch der eine Tag Pause mehr als nach Spiel eins könnte förderlich sein. Immerhin laufen die Grizzlys auf der letzten Rille, mussten am Sonntag in Berlin letztlich mit nur noch acht Stürmern auskommen. Nicht einmal drei vollzählige Reihen! Für Manager Karl-Heinz Fliegauf aber keine Ausrede. „In Spiel zwei hatten wir eine ähnlich kleine Mannschaft wie jetzt und haben gesehen, was zusammen mit den Zuschauern möglich ist.“ Die Kulisse in Wolfsburg soll auch heute wieder zusätzliche Kräfte freisetzen. Denn ob sich die Personalnot lindert, ist ungewiss. Fabio Pfohl, in Berlin verletzt vom Eis, wird heute ausfallen, und stattdessen den Instagram-Account mit Live-Infos vom Spiel füttern. Andere lädierte Grizzlys werden sich derweil unter die treuen Fans in der Stehplatzkurve mischen. Ein Zeichen des Zusammenhalts.

Die Eisbären rechnen mit einer Jetzt-erst-Recht-Mentalität beim Gegner und wollen sich weder vom 8:1 noch von der Verletzungsmisere der Grizzlys blenden lassen. Beim ersten Gastspiel in Wolfsburg hätte sich die Mannschaft „anjucken lassen“ von der aggressiven Art der Gross-Schützlinge, erklärte Jens Baxmann gegenüber der Berliner Morgenpost. „Das war nicht okay, wie wir uns da präsentiert haben.“ Daraus hätte das Team gelernt. „Wenn wir unsere Leistung zeigen, diszipliniert sind, dann haben wir auch in Wolfsburg eine gute Chance zu gewinnen.“ Wütende Wolfsburger gegen besonnene Berliner: Abwarten, welche emotionale Linie heute die richtige ist...

Von Ingo Barrenscheen

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