Fußball: Keine Corona-Generalabsage wie in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein

NFV setzt Spielbetrieb (noch) nicht aus...

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Es gibt keine einheitliche Linie im Umgang mit der Corona-Krise: Im NFV wird der Fußball-Spielbetrieb, anders als in umliegenden Verbänden, bislang noch nicht außer Kraft gesetzt.

Gifhorn/Barsinghausen/Kiel/Harburg – Fast im Stundentakt fällt weltweit der Sport-Betrieb der Ausbreitung des Corona-Virus zum Opfer – und die Krise macht mittlerweile auch vor der Amateurebene nicht mehr halt.

So haben die Fußball-Verbände Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt am gestrigen Donnerstag eine flächendeckende Generalabsage des kommenden Spieltags angeordnet! In beiden Gebieten wird das Leder bis zum 22. März komplett ruhen.

Auch der Norddeutsche Fußball-Verband hat beschlossen, den anstehenden Spieltag in den höchsten Ligen abzusetzen. Betroffen sind davon die Regionalliga Nord der Herren, der A-, B- und C-Junioren sowie die Frauen- und Futsal-Regionalliga Nord. Hessen setzt sogar bis Ostern aus. Wichtig: Eine solche Pauschal-Stilllegung des gesamten Spielbetriebs wird es seitens des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) vorerst nicht geben. Das bekräftigte der Spielausschuss-Vorsitzende Jürgen Stebani auf IK-Nachfrage.

„Es wird bei uns in Niedersachsen nicht zu einer generellen Absage kommen“, erklärte NFV-Funktionär Stebani. Er machte auch aus seiner Überraschung keinen Hehl, dass Schleswig-Holstein – von der Fläche her vergleichbar mit dem Bezirk Lüneburg – zu solch einer drastischen Maßnahme gegriffen hat. Stebani: „Das wundert mich schon.“ Immerhin sei die Corona-Gefährdungslage im hohen Norden weitaus geringer als etwa in Sachsen-Anhalt, wo die Zahl der Infizierten sehr hoch ist.

Es sei eine schwierige Gemengelage und „unklare Situation“, meinte Stebani. „Es gibt ganz unterschiedliche Prognosen. Auf was wollen wir uns verlassen!?“ Im Grunde müsste er derzeit gleich zwei Glaskugeln vor sich stehen haben, „um zu wissen, was Sache ist“: Eine, die das Wetter offenbart, und die andere, die die Entwicklung der Corona-Epidemie voraussagt. Problem: Auf die derzeitige Notlage sei niemand so richtig eingestellt gewesen. Stebani: „Es gibt keine Blaupause, die wir aus der Tasche ziehen können.“ Ihm sei absolut bewusst, dass der Verband – der übrigens das klassische Dankeschön-Wochenende für die Ehrenamtspreisträger von Freitag bis Sonntag verschoben hat – damit ein gewisses Risiko eingehe. Aber: „Wir haben noch die geringe Hoffnung, dass wir den Spielbetrieb unter diesen schwierigen Umständen regulär zu Ende bringen können.“

Gleichwohl, das machte der Spielbetriebs-Supervisor auch deutlich, könne es innerhalb des großen NFV-Gebiets auch zu Einzelfallentscheidungen kommen. So wie etwa gestern im Kreis Harburg geschehen. Dort war erst die gesamte Bezirksliga-Mannschaft des VfL Maschen und dann auch der jüngste Gegner SV Lindwedel-Hope unter Quarantäne gestellt worden. Daraufhin reagierte der Fußball-Kreis und setzte sämtliche Begegnungen aus – bei den Senioren bis zum 29. März, bei den Junioren bis zum Ende der Osterferien, sprich am 14. April. Damit ist jetzt schon abzusehen, dass in Harburg ein normaler Saisonablauf wohl nicht mehr gewährleistet sein wird...

Zumindest an diesem Wochenende wird das Programm im NFV-Kreis Gifhorn – Stand gestern – also wie geplant über die Bühne gehen. Der hiesige Spielausschuss-Vorsitzende Timo Teichert und der Kreisvorstand befinden sich permanent im Austausch mit dem NFV und dem Land Niedersachsen und halten sich an die Vorgaben. „Für draußen ist noch nichts entschieden worden, dass die Spiele ausfallen“, erklärte Teichert. Gleichwohl hätte der Jugendspielleiter Sven Stuhlemmer die Empfehlung ausgesprochen, derzeit keine Hallen-Turniere auszurichten, weil die Ansteckungsgefahr zu hoch sei.

VON INGO BARRENSCHEEN

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