IK-Nachspielzeit: Wittinger Kosovo-Neuzugang / TVE-Plakat für Trainer Tack

Das seltsame Debüt des Rilind Kastrati

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Gute Besserung, Coach! Der TV Emmen sendete Genesungswünsche an Trainer Andreas Tack. 

Isenhagener Land – Vom Regen in die Traufe: In Wittingen verlief ein Debüt alles andere als wunschgemäß. Dazu die Nachbarn aus Knesebeck und Vorhop mit einem gleich gelagerten Problem in hinterster Front. Futter für die IK-Nachspielzeit.

Nein, so hatten sich alle Beteiligten das Debüt des mit Spannung erwarteten fünften Winter-Neuzugangs beim VfL Wittingen/S. nicht vorgestellt.

Erst am Samstag war Rilind Kastrati aus dem Kosovo in seine neue Wahlheimat eingeflogen und sollte eigentlich nur einen Kurzeinsatz in der Schlussphase erhalten. Diesen gab es auch – allerdings früher als gedacht. Denn wie es das Schicksal so wollte, brach sich ausgerechnet Bruder und Bezugsperson Leotrim nach einer guten halben Stunde die Schulter und musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Und da Rilind Kastrati der einzige Auswechselspieler war, „musste ich ihn gleich ins kalte Wasser schmeißen. Dabei wollte ich ihm vorher noch ein paar Sachen erklären“, so VfL-Coach Naim Fetahu.

Zur Halbzeitpause endete das Debüt dann auch schon wieder, Fetahu wechselte den mittlerweile eingetroffenen Sergej Löwen ein. Für seinen neuesten Schützling sei die „komische Situation“ selbstverständlich ein Schock gewesen. „Da kommt er nach Deutschland, es regnet wie Sau und dann verletzt sich sein Bruder. Natürlich war er dann nicht in der Lage, gleich eine Top-Leistung zu bringen.“ Langfristig versprechen sich die Wittinger von ihrem Transfercoup aber einiges. Der Kicker mit dem 95er-Baujahr hätte im Kosovo im höheren Amateurbereich gespielt. Passend zu dem seltsamen Einstand verlief dann auch noch die Odyssee von Leotrim Kastrati: „Erst hieß es, er kommt nach Gifhorn, dann ist er doch in Wittingen im Krankenhaus gelandet. Und da haben sie ihn nach Hause geschickt, weil kein Arzt zum Operieren da war“, schüttelte Fetahu mit dem Kopf.

Schnuller- statt Toralarm am Taterbusch: Eigentlich hätte die Bezirksliga-Riege des VfL Wahrenholz am Sonntag zu gerne einen Überraschungssieg über Spitzenreiter MTV Isenbüttel gefeiert, doch die Partie fiel den Platzverhältnissen zum Opfer. Grund zu einer spontanen Party gab es dennoch. Denn Spartenleiter Stefan Frommelt ist Vater geworden. Sein Töchterchen Marlen hätte „ganz plötzlich“ am Samstag das Licht der Welt erblickt. „Eigentlich war der Termin erst an diesem Freitag angesetzt“, erklärte der stolze Papa. Selbstverständlich lud der Fußball-Chef dann zum Babypinkeln ein, auch die Mannschaft schaute vorbei. Frommelt grinste: „Da sie ja sonst jetzt nichts zu tun haben...“

Gute Besserung, Coach! Die Spieler des TV Emmen hatten sich am Sonntag am Rande des Testspiels beim SV Hagen-Mahnburg (2:3) eine besondere Geste für ihren jüngst am Knie operierten und derzeit außer Gefecht gesetzten Trainer Andreas Tack überlegt. Mit einem eigens entworfenen Plakat schickten die Rot-Blauen ihrem Übungsleiter die besten Genesungswünsche. Die Mannschaft hofft auf eine baldige Rückkehr ihres Dirigenten, damit das Unternehmen Wiederaufstieg erfolgreich in die Tat umgesetzt werden kann. Bis Tack wieder einsatzbereit ist, übernehmen aushilfsweise Sven Pohlmann und Rikus Breidenbach das Training und die Verantwortung an den Spieltagen. Die Rückrunde beginnt für den TVE am 31. März.

Selbst der Griff in die Trickkiste half nicht. Walter Dürkop überraschte im Heimspiel des VfL Vorhop mit einem ungewöhnlichen Torwart-Tausch. Nachdem Ersatz-Keeper Marcel Elfert – Stammkraft Daniel Graf setzt aufgrund der Probezeit bei seinem neuen Job bis Ende März aus – zuletzt unglücklich agiert hatte, stellte Dürkop Christopher Schulze zwischen die Pfosten. Der sonst eigentlich im Sturm zu finden ist. Am Notnagel lag die 0:4-Pleite gegen den FC Schwülper nicht. Dürkop lobte: „Der hat seine Sache sehr gut gemacht.“ Wobei Schulze dann zur Pause wegen einer Handverletzung doch wieder raus musste, Elfert zurückkehrte und ebenfalls zweimal hinter sich greifen musste. Mit der Regenschlacht ramponierten die Gallier übrigens, wie vermutlich jeder Heimverein am Sonntag, seinen Platz, wie Dürkop drastisch unterstrich: „Drauf trainieren auf können wir jetzt auf keinen Fall mehr. Er sieht aus, als ob eine Rotte Wildschweine drübergelaufen ist...“

Nicht nur Coach Sören Henke staunte Bauklötze. Auch alle anderen Beteiligten rieben sich verwundert die Augen ob des unglaublichen wie unerwarteten 8:2-Triumphs des FC Parsau über den SV Barwedel. Noch höher anzusiedeln, weil die Germanen mit einem „echten Rumpfteam“ antraten. „Wir hatten nur zehn Spieler aus der Ersten zur Verfügung.“ Also musste Henke improvisieren und verhalf Sven Gruszfeld, einst Coach der Reserve, nach Jahren zum Comeback. Und der Rückkehrer überzeugte auf ganzer Linie. „Gegen eine Offensive wie Barwedel fast nichts zuzulassen, ist schon top.“

Der VfL Knesebeck kann eigentlich auf einen großen Kader zurückgreifen. Zumindest auf den Feldspieler-Positionen. Doch zwischen den Pfosten sieht es momentan eher mau aus. Die Einhörner sind mit Maik Szillat und Lukas Peschka in die Saison gegangen. Doch beide Torhüter werden dem Tabellenzweiten noch länger fehlen. So konnte sich zuletzt Marcel Latus als neue Nummer eins beweisen. Dieser geht eigentlich bei der zweiten Herren als Stürmer auf Torejagd, machte nun aber schon seit drittes Spiel in Folge als letzter Mann. Trainer Detlef Weber zollt ihm dafür eine Menge Respekt. „Das ist nicht selbstverständlich, dass er sich bereit erklärt, ins Tor zu gehen“, sagt der Coach. „Aber er ist mehr als sicherer Rückhalt und macht seine Sache außerordentlich gut.“

VON INGO BARRENSCHEEN UND JANNIS KLIMBURG

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