Fußball – 1. Kreisklasse 1, Rückblick Teil 3: Schönewördes unfreiwilliges Déjà-Vu

Sechsmal unruhiger Winterschlaf

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Die pure Enttäuschung! Der Aufsteiger FC Brome II (Torwart Bastian Albrot) sammelte nur mickrige acht Punkte in der ersten Saisonhälfte der 1. Fußball-Kreisklasse 1 und hat die Rote Laterne inne.

Isenhagener Land – Im dritten und letzten Part des Rückblicks für die 1.  Fußball-Kreisklasse 1 brennt gehörig der Baum.

Während Schlusslicht Brome II nur acht Punkte vorweist, beträgt der Abstand zwischen dem Vorletzten Grußendorf und dem Tabellenelften Ehra-Lessien gerade einmal zwei Zähler. Eine enge Kiste bahnt sich 2019 im Abstiegskampf an.

SV Jembke (10. Platz, 16 Punkte, 29:43 Tore):

„Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden“, lautet das Urteil von Jembke-Coach Alessandro Alfano. Sein Team, immerhin im Umbruch, sprach vor Saisonstart vom Klassenerhalt als ausgegebenes Ziel. Mit fünf Punkten Vorsprung zum ersten Abstiegsrang steht Jembke gut da. Doch: „Durch ist es auf keinen Fall, wir müssen eine Schippe drauflegen!“ Als „goldene Stütze“ (Alfano) erwies sich Torjäger Giuseppe Millemaci. Mit 15 Toren erzielte er mehr als die Häflte der Treffer des Teams. In der internen Torjägerliste folgt Giovanni Millemaci mit vier Toren auf Platz zwei. Ohne den Goalgetter wäre Jembke wohl weiter unten angesiedelt. Alfano, der von den Qualitäten seines Stürmers weiß, will die Leistung nicht schmälern, aber: „Ohne die anderen Spieler hätte er das nicht geschafft!“ Mit der Trainingsbeteiligung ist er indes mehr als zufrieden. Auch der Zusammenhalt ist ein großes Plus. Das, was dem Trainer plagt, ist die Verletzungsmisere, so fielen zahlreiche Leistungsträger aus, darunter Rodolfo-Ebeling Vargas mit einem Kreuzbandriss. Dementsprechend hat der SVJ aufgerüstet, gleich sechs Neue auf einen Streich verzeichnet – darunter den Stürmer Tim Bartsch (Barnstorfer SV).

Mit der dünnen Decke war nicht mehr möglich.

Jürgen Schenk, TuS Ehra-Lessien

TuS Ehra-Lessien (11. Platz, 13 Punkte, 26:39 Tore):

Vor Saisonbeginn galt der TuS Ehra-Lessien als einer der Anwärter auf die Top Five nach der zurückliegenden Sahne-Rückrunde. Doch die Schwarz-Weißen sind weit hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Warum? Wegen der argen Personalsorgen. Zu Beginn bejubelte der TuS noch einen gelungenen Saisonstart. Doch nach und nach verletzten sich die Leistungsträger und die Sorgenfalten bei Trainer Jürgen Schenk wurden somit immer größer. „Natürlich sind wir nicht zufrieden. Aber mit der dünnen Personaldecke war dann auch nicht mehr möglich“, betont der Coach. So rutschte Ehra-Lessien immer weiter in den Tabellenkeller ab und findet sich mittlerweile im Abstiegskampf wieder. Auch deswegen sind zurzeit zwei potenzielle Neuzugänge im Gespräch, aber noch ist nichts spruchreif. „Wir wollen wieder so eine erfolgreiche Rückrunde spielen, wie in der vergangenen Saison“, meint Schenk. Damals beendeten der TuS die Spielzeit auf Rang vier. Dafür muss nach dem Jahreswechsel dann aber wieder alles zusammenpassen...

TSV Schönewörde (12. Platz, 12 Punkte, 21:23 Tore):

Die Stirn von Dennis Dornuf legt sich direkt in tiefe Falten. „Ich hatte versucht, das zu verdrängen“, unkt der Schönewörder Spielertrainer angesprochen auf die verkorkste erste Halbserie. Denn das Winter-Déjà-Vu – Abstiegskampf – hatte der TSV eigentlich tunlichst vermeiden wollen. Doch es heißt: Hello again... „Jetzt sind wir wieder in der Situation, die wir nicht wollten.

Ein Hauen und Stechen droht: Der TSV Schönewörde (l.) und TSV Grußendorf sind mittendrin im Abstiegskampf.

Das wird eine markige Rückrunde“, ahnt Dornuf. Dabei ist die Stimmung im Team unvermindert gut, der Zusammenhalt groß, die Trainingsbeteiligung gut. „Wir können uns in die Augen gucken, arbeiten viel, belohnen uns aber nicht. Wir haben einfach zu wenig Tore geschossen“, zeigt der Leitwolf die Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag auf. Womöglich läuft es ergo wieder auf eine Last Minute-Rettung hinaus. Dornuf: „Wir müssen dahin kommen, im entscheidenden Moment da zu sein.“

Das wird eine markige Rückrunde.

Dennis Dornuf, Schönewörde

VfL Wahrenholz II (13. Platz, 11 Punkte, 15:44 Tore):

„Nur elf Punkte sind natürlich mau, wir hatten uns mehr erhofft“, gibt Wahrenholz-Coach Ralph Meyer zu. Anscheinend hat die Findungsphase beim Aufsteiger dann doch länger gedauert als gedacht.

Zum Haareraufen! Der VfL Wahrenholz II (l. Jan Sölter) hat sich noch nicht richtig akklimatisiert.

„Wir müssen uns noch weiter akklimatisieren“, sagt der Trainer. Denn im Vergleich zur 2. Kreisklasse werden die eigenen Fehler von der Konkurrenz direkt ausgenutzt. Das musste der VfL des Öfteren am eigenen Leib erfahren. „Wir hätten einige Spiele wahrlich nicht verlieren müssen. Da haben wir uns teilweise zu blöd angestellt“, betont Meyer, der dennoch guter Dinge ist für die zweite Halbserie. „Wir hoffen jetzt natürlich, dass die erste Garde eine gute Vorbereitung spielt und ein paar Akteure bei uns auch aushelfen können.“ Wichtig für den Klassenerhalt sei es, die Spiele gegen die direkte Konkurrenz zu gewinnen.

Wir haben uns teils zu blöd angestellt.

Ralph Meyer, VfL Wahrenholz II

TSV Grußendorf (14. Platz, 11 Punkte, 16:46 Tore):

Nach einem ordentlichen Saisonstart ging es für den TSV Grußendorf rapide bergab Richtung Rotlichtviertel. Lange Zeit vermied man noch den Abstiegsplatz, doch seit dem 14. Spieltag stehen die Grußendorfer nun auf dem vorletzten Platz. Grund für die miserable Hinrunde ist dabei vor allem die unsichere Defensive, die bereits 46 Gegentore schlucken musste. Lediglich Schlusslicht FC Brome II kassierte mehr Gegentreffer.

FC Brome II (15. Platz, 8 Punkte, 10:47 Tore):

Dass es schwierig werden würde, war in Brome jedem bewusst nach dem Aufstieg. Doch die Reserve hatte sich dann doch ein paar Punkte mehr erhofft, wie Spartenleiter René Wedekind klar macht: „Wir wollten schon eine zweistellige Zähleranzahl erreichen.“ Daraus wurde nichts. Wedekind erklärt auch warum: „Als uns einige Spieler mit Verletzungen weggebrochen sind, hatten wir einen richtige Bruch in unserem Spiel. Außerdem hat die Einstellung bei einige Akteuren nicht gestimmt.“ Zudem fehlte der Zweitvertretung im letzten Drittel die nötige Durchschlagskraft. Die vakante Stürmerposition hat der FC Brome II aber jetzt neu besetzt. Mit Mark Lyra kommt ein Altbekannter vom FC Ohretal zurück zu den Burgherren. „Wir hoffen, dass er die Baustelle vorn schließen kann“, so Wedekind. Seiner Meinung nach gehe es darum, die direkten Duelle gegen die Konkurrenz zu gewinnen. Dennoch: „Der direkte Abstieg wäre auch kein Weltuntergang.“

Von Ingo Barrenscheen, Rouven Peter und Jannis Klimburg

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