Handball – Regionsoberliga Herren: MTV Stöcken triumphiert im Derby 30:25 gegen den Rivalen VfL Wittingen II

Schwarz-Weiß regiert die Stadt!

Wittingen (Tim Schmidt) macht den Maikäfer, Stöcken (r. Daniel Eilers) fliegt dem Derby-Triumph entgegen. Der MTV schlug den VfL 30:25. Foto: Barrenscheen

Wittingen. Diese kleine Stichelei gegenüber dem Rivalen musste sein. Sekunden vor dem Abpfiff nahm André Banse gestern Abend noch eine überflüssige Auszeit.

Irgendwie aber auch verständlich, denn die Handballer des MTV Stöcken wollten den Augenblick des Triumphes weidlich auskosten.

Durch ein 30:25 (17:15) im Stadtderby beanspruchte der David gegen den vermeintlichen Goliath VfL Wittingen II die Hoheit für sich. Tabellarisch war der MTV allerdings auch schon vorher an der Macht gewesen...

Während sich seine Spieler vom ebenfalls dominanten Stöckener Publikum die verdienten Ovationen abholten, nahm Trainer André Banse den Prestige-Erfolg geschmeidig hin. „Ich sehe das ja nicht so dramatisch. Aber ich freue mich für die Jungs.“ Dann doch der Anflug von leichter Derby-Euphorie. Es seien nicht nur zwei Punkte, sondern „zwei schöne Punkte“. Banse Schützlinge ließen ihre Emotionen weitaus extrovertierter ihren Lauf. Ein Jubelkreis mit schelmischen „Auswärtsieg, Auswärtssieg“-Rufen, Purzelbäume, dann die LaOla mit den Fans und schließlich den Diver – eigentlich eine VfL-Spezialität. „Jetzt wird gefeiert“, grinste Keeper Philip Lührs beim Gang aus der Halle.

Spielentscheidend waren die richtigen Schlüsse auf Stöckener Seiten aus der ersten Halbzeit gewesen. Auch da hatten der MTV im Grunde schon den Takt vorgegeben, vermochte sich aber nicht entscheidend abzusetzen. Das lag an Wittingens Verbandsliga-Ausleihen Kai Eschert und Torben Hildebrandt. „Das sind schon zwei Ausnahme-Akteure“, bekräftigte Banse und ließ das dynamische Duo deshalb eingangs des zweiten Abschnitts kurz beziehungsweise in Doppeldeckung nehmen. Das zog. „Wir mussten uns was einfallen lassen. Für mich war das der Matchwinner“, meinte der MTV-Coach. Sein Gegenüber Jörg Hallmann wollte da nicht widersprechen. „Die anderen haben die Verantwortung zu sehr auf die Beiden gelegt – und es dann nicht verstanden, den Ausfall auszubügeln.“

Dabei war der VfL genial aus der Kabine gekommen, drehte in Windeseile den 15:17-Rückstand in eine hauchdünne Führung. „Das lief fluffig“, so Hallmann. Doch mit den beschriebenen Maßnahmen hätte der MTV seinem Team ab Minute 45 „den Wind aus den Segeln genommen“. Nach dem 22:22 ergriff Stöcken abermals das Zepter und ließ es nicht mehr los. Auch deshalb, weil die Wittinger A: Kreisläufer Daniel Eilers nicht mehr in den Griff bekamen und B: selbst Chancen im Überfluss ausließen. So klang das Derby ungewohnt unspannend aus. „Dass es so klar wird, hätte ich nicht gedacht“, staunte Banse. Er hatte seine funktionierende Sieben die komplette zweite Hälfte durchspielen lassen. Hallmann musste anerkennen: „Stöcken hat das konsequent zu Ende gebracht.“ Die Handball-Krone der Stadt hat vorerst schwarz-weiße Zinken...

Von Ingo Barrenscheen

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