Die Wittingerin Marlen Heise erlebt in Norwegen einen Marathon der anderen Art

Schokolade als Belohnung

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Viel Kraft hat die Wittingerin für die unebene Strecke aufbringen müssen. Als Belohnung gab es dafür Schokolade im Zieleinlauf.

Longyearbyen/Norwegen. Malta, Barcelona, Hamburg, Berlin – Marlen Heise hat durch ihr sportliches Hobby auf der Welt einige interessante Städte gesehen.

Doch was die gebürtige Wittingerin bei ihrem Marathonlauf in Longyearbyen erwartete, übertraf alle bisher erlebten Erfahrungen ihrer Laufkarriere.

Eine Landschaft zum Genießen: Marlen Heise nahm am Marathon in Longyearbyen in Norwegen teil. Nicht nur die Eisgletscher imponierten der Wittingerin, sondern auch die vielen Tiere. Die 42 Kilometer waren für Heise anstrengender als sonst. Aber dennoch erreichte sie den siebten Rang in ihrer Altersklasse.

Schon allein die Anreise war für Heise ein Erlebnis und eine Herausforderung zugleich. Vom sonnigen Berlin aus ging es per Flieger und später mit der Fähre nach Norwegen auf die Insel Spitzbergen, wo die kleine Bergbaustadt Longyearbyen liegt. „Temperaturschock pur! Daran musste ich mich erst ein mal gewöhnen“, so die Wittingerin. Denn in der Hauptstadt Deutschlands schwitzte Heise bei 38 Grad, in Norwegen ging es runter auf den Nullpunkt. Die Anreise schlauchte, insgesamt elf Stunden war Heise unterwegs. Doch was sie dann auf der Insel erwartete, machte die ganzen Anstrengungen wieder wett. „Der Ausblick war grandios. Ich habe einige Rentiere und Polarfüchse entdeckt“, erzählt Heise.

Früh am Samstag war es dann soweit. Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es ran an die 42,195 Kilometer. Eigentlich keine große Aufgabe für Heise, die schon einige Marathons hinter sich gebracht hat. Doch dieser Lauf sollte anders werden. Die Wittingerin, die seit sieben Jahren ihrer Leidenschaft nachgeht, musste ein steiles Gefälle bewältigen. Zudem gab es auf der Strecke viel Schotter und matschige Wege, was die ganze Angelegenheit nicht unbedingt leichter machte. Sie ging an ihre Grenzen: „Es war eine komplett andere Luft als in Deutschland. Ich musste viel mehr Energie aufbringen und hatte deswegen auch leichte Bronchienprobleme. Natürlich macht man sich dann auch Gedanken, ob man es überhaupt ins Ziel schafft.“ Doch Aufgeben war keine Option. In einem beeindruckenden Tempo spulte Heise die gut 42 Kilometer ab, als ob die äußeren Umstände ihr nichts ausmachen würden.

Mit einer Zeit von vier Stunden und 45 Minuten erreichte sie den siebten Platz in ihrer Altersklasse und war heilfroh, gesund und munter im Ziel angekommen zu sein: „Die Landschaft war einfach nur beeindruckend. Es war eine tolle Erfahrung für mich, auch wenn es total anstrengend war. Das hätte ich nicht missen wollen.“ In Deutschland gibt es bei der Ankunft der Läufer ein kaltes Getränk und die Ausdauersportler sinken zu Boden. Andere Länder, andere Sitten: In Norwegen bekamen die Athleten beim Zieleinlauf eine Tafel Schokolade als Belohnung. Eigentlich verzehrt die 54-Jährige keine Süßigkeiten, doch nach der Anstrengung konnte Heise nicht widerstehen: „Das war eine totale Geschmacksexplosion.“ Im September geht es für sie dann nach Oslo in die Hauptstadt Norwegens. Die Belohnung sollte klar sein...

Von Jannis Klimburg

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