IK-Nachspielzeit: FCO-Torjäger kann eigentlich nicht auf Milde hoffen / Lütke nimmt So-gut-wie-Abstieg auf seine Kappe

Schöbel chancenlos im Schützen-Scouting?

Freud und Leid des Nico M.: Erst verschießt Sprakensehls Stürmer einen Foulelfmeter, dann feiert er das Tor von Oleg Schitek zum zwischenzeitlichen 1:0. Fotos: Jansen

Für einen Elfmeter-Versager gab es schon ein Happy-End. Ein anderer Fehlschütze hofft noch darauf. Zwei Trainer zeigten Einsicht. Und im Abstiegskampf der Kreisliga spitzt sich alles auf einen Showdown zu – heute in der IK-Nachspielzeit.

Auf seine Mannschaft ließ Rouven Lütke nichts kommen. Der SV Sprakensehl hätte sich beim 0:2 gegen Meister VfB Fallersleben bravourös geschlagen. Vielmehr machte sich der Trainer im Angesicht des So-gut-wie-Abstiegs selbst einen Vorwurf. „Ich ärgere mich über mich selbst. Ich hätte in der Hinserie nicht der Didderse-Spielverlegung zustimmen dürfen.“ Sprakensehls Okay verkam praktisch zum Eigentor. Denn der andere SSV rüstete zur Winterpause auf und war plötzlich konkurrenzfähig, wie die Schwarz-Gelben bei der 0:2-Pleite am Nachholtermin leidvoll erfuhren. „Das sind drei Punkte, die komplett fehlen. In der Hinrunde hätten wir Didderse einbeinig geschlagen“, haderte Lütke. Tja, im Nachhinein ist man immer schlauer...

Wenn die Auswärtspartie bei der TSG Mörse schon keine Punkte brachte, dann zumindest eine Erkenntnis für Volker Streilein. Alles lässt sich beim VfL Wahrenholz auch nicht reibungslos auffangen. Mit Marcell Meyer, Lars Koch und Daniel Müller fehlten dem Taterbusch-Team drei Säulen. „Vor dem Spiel habe ich gesagt: Bei uns ist alles anders. Doch irgendwann sind auch bei uns Grenzen erreicht“, musste sich Streilein bei der 1:3-Pleite eines Besseren belehren lassen.

Nico Meyer wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Der Angreifer des SV Sprakensehl II fiel Oleg Schitek überschwänglich um den Hals. Mit seinem Treffer zum 1:0 gegen den TV Emmen (1:1) hatte der Mittelfeldmann den Elfmeter-Fehlschuss des SSV-Stürmers vorübergehend vergessen gemacht. Eigentlich hätte Meyer auch noch quer über den Platz zu seinem Trainer Nils Cynis laufen müssen. Der Coach der Sprakensehler Zweiten hatte Minuten zuvor die richtige Eingebung gehabt. „Oleg hat die Schusstechnik eines Bundesliga-Profis. Ich hatte gehofft, dass er nach seiner Einwechselung einen macht“, lobte Cynis den Mittelfeldspieler – etwas zu sehr – über den grünen Klee. Obwohl: Schitek lieferte seinem Trainer die Argumente. Zum einen wegen seines Tores. Zum anderen wegen der Schusshaltung. Rechter Fuß, Außenrist, linker Winkel!

Der Druck war immens. In der dritten Minute der Nachspielzeit schritt Henning Buhr, Spielertrainer des TV Emmen, im Abstiegsendspiel beim SV Sprakensehl II zum Elfmeterpunkt. Ein Tor musste her, sonst wäre der Abstand auf das rettende Ufer auf drei Punkte angewachsen. Und Buhr hielt dem Druck stand, erzielte den späten 1:1-Ausgleich. Der verdiente Lohn. Aber warum übernahm Abwehrmann Buhr selbst die Verantwortung? „Wir haben so eine junge Mannschaft. Diesen Druck wollte ich keinem der Jungs antun“, meinte Buhr. Durch das Remis hat der TVE noch die Möglichkeit, den Abstieg im Jubiläumsjahr in zwei Heimspielen gegen Teutonia Tiddische und im Derby gegen den FC Oerrel zu verhindern. „Wir hätten gerne bereits jetzt Plätze gut gemacht und vielleicht schon vor dem letzten Spiel die Gewissheit gehabt, nicht absteigen zu müssen. So bleibt es immerhin spannend“, erklärte Buhr hin- und hergerissen.

Sechs Mal Gelb-Rot zückten die Schiedsrichter am farbenfrohen Spieltag in der 2. Fußball-Kreisklasse 1. Zwei Ampelkarten entstammten dem Kuriositäten-Kabinett. Als Schiedsrichter Klaus Hofmann (SV Eischott) in der Hosentasche nestelte, schaute Quisem Saidi vom Hoitlinger SV im Spiel beim Wesendorfer SC II verdutzt aus der Wäsche. „Er hatte vorher noch gar nicht Gelb gesehen“, konnte sich HSV-Coach Lothar Knorr ein ironisches Lächeln nicht verkneifen. Auch der Platzverweis gegen Marvin Schneider vom SV Tülau-Voitze entsprang einer merkwürdigen Entwicklung. Nach einer Notbremse sah er im Duell mit dem SV Tiddische (0:4) zunächst seltsamerweise nur Gelb. „Sehr human ausgelegt“, schmunzelte Tülaus Betreuer Lothar Hilmer. Sein Schützling war damit aber nicht aus dem Schneider. Für Ballwegschlagen holte sich der Abwehrspieler dann nachträglich doch noch seine vorzeitigen Dusch-Papiere ab...

Alarmstufe Rot(hemühle): Jetzt wird es noch einmal eng für den VfL Vorhop. Durch zwei Siege in Folge hat der TSV Rothemühle den Abstand zum rettenden Ufer – dort steht Vorhop – auf zwei Punkte verkürzt. Und die Mannschaft von Trainer Felix Wintgen trägt noch ein Spiel mehr als der VfL aus. Nach dem Gastspiel beim VfL Wittingen – Vorhop ist am nächsten Wochenende spielfrei – kommt es am letzten Spieltag wohl zum Showdown. Die Vorhoper müssen beim SV Jembke mindestens einen Punkt holen. Schließlich hat Rothemühle gegen den TSV Meine wohl die leichteste Rest-Aufgabe. „Das muss ein Dreier sein“, meint Wintgen, der sein Team mit einer simplen Aufforderung wieder in die Spur brachte. „Ich habe den Jungs schon vor dem Jembke-Spiel (3:1/Anm.d.Red.) gesagt, sie sollen ihre letzte Chance ergreifen und wieder Spaß haben. Warum quälen sie sich sonst zweimal die Woche zum Training.“ Es half. Nach dem zweiten Sieg in Serie (4:3 über den VfR Wilsche) ist der Spaß in Rothemühle zurück. Nun gilt es abzuwarten, wer zuletzt lacht. „Ich hoffe, wir sind nicht zu spät wach geworden“, meinte TSV-Trainer Wintgen.

Der Aufschwung des TSV Rothemühle ist auch an Naim Fetahu, Trainer des VfL Wittingen, nicht vorübergegangen. „Das wird nicht einfach“, ahnt er im Hinblick auf das nächste Spiel am kommenden Sonntag. Trotzdem ist sich Fetahu sicher, dass die Brauereistädter dann ihren nächsten Matchball im Aufstiegsrennen nutzen werden. „Wir werden dieses Spiel gewinnen“, sagt Fetahu. Der Nachbar vom VfL Vorhop wird es gerne hören. Um am Besten mit einem deutlichen Sieg.

Knapp daneben ist auch vorbei. Dieser Satz könnte Jan Schöbel nach dem Saisonende noch einmal in den Kopf kommen. Der Angreifer des FC Ohretal verschoss gegen den TSV Fortuna Bergfeld (3:2) einen Elfmeter und hat eigentlich nun keine Aktien mehr vom Punkt. „Wenn bei uns ein Spieler verschießt, dann ist der nächste dran“, erklärte Trainer Joachim Schöbel. Ärgerlich. Schließlich hat Ohretals Zehner noch minimale Chancen auf die Torjägerkanone. Fünf Tore liegt Schöbel (22 Treffer) hinter Robert Stephani (27) vom MTV Isenbüttel II und drei Tore vor Mario Fischer (SV Osloß/19). Pikant: Gegen beide Mannschaften tritt Ohretal noch an. Trainer Schöbel verspricht: „Wir werden als Mannschaft alles dafür tun, damit die beiden gegen uns keine Tore erzielen.“ Zusätzlich dazu könnte es auch beim Schützen-Scouting Milde geben. „Die Mannschaft legt immer am Sonnabend den nächsten Schützen fest. Wenn sie sich noch einmal für Jan entscheiden, habe ich nichts dagegen“, erklärte der FCO-Coach.

Der eine steckte fest, der andere erhielt freie Fahrt. Weil Itris Izer, Stürmer des Wesendorfer SC, auf dem Weg zum Heimspiel gegen den SV Hankensbüttel (4:0) nicht rechtzeitig das Heidelandstadion erreichte, beorderte Trainer Jürgen Scheller Tormann Vitali Spack in die Feldspieler-Kluft. Der durfte dann auch als Mittelstürmer ran. Ein Zukunftsmodell wird dies aber nicht.

Von Ingo Barrenscheen und Matthias Jansen

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