Andreas Ritter und Marco Boncini bestehen zum dritten Mal das Braveheartbattle / 2015 wieder dabei

Schmerz lass nach! Auf ein Neues!

Vorher, nachher: So gut gelaunt wie vor dem Start (M.) waren Andreas Ritter (kleines Bild r.) und Marco Boncini auf der 28 Kilometer langen Strecke nicht immer. „Ich war schon an meiner körperlichen Grenze“, bekannte Ritter. Trotzdem sind die beiden auch 2015 dabei.

Wittingen/Münnerstadt. Wann ihn der Schmerz ereilte, wusste Andreas Ritter gar nicht mehr. Wann er ihn verließ, ganz genau.

„Es hat schon drei, vier Tage gedauert, bis ich mich wieder halbwegs normal bewegen konnte“, meinte der Wittinger Ausdauersportler, der kürzlich zusammen mit Marco Boncini erneut am Braveheartbattle im bayrischen Münnerstadt teilnahm. Ein Höllenlauf über 28 Kilometer mit zahlreichen Horror-Hindernissen.

Zum dritten Mal mit den beiden Nordkreislern, die für die Freien Sportfreunde 03 an den Start gingen. Aber warum tun sich die beiden „Wiederholungstäter“ diese Pein überhaupt an? „Der Lauf ist eine super Erfahrung. Dieser Teamgeist auf der Strecke – fantastisch. Und trotzdem muss jeder selbst an seine Grenzen gehen. Vor allem im mentalen Bereich“, sagt Ritter.

40 Prozent Training, 60 Prozent Kopfsache lautet die Erfolgsformel des Veranstalters, die Ritter sofort unterschreiben würde. 28 Kilometer laufen. Das ist nicht die Herausforderung. Die Hindernisse fordern den ganzen Kerl/die ganze Frau. „Wir mussten 15 Mal in ein Wasser-Hindernis und das bei 3 Grad Wassertemperatur. Die Kälte ist schon das große Problem“, sagt Ritter, der wie Boncini auch das „Loch Ness“ durchqueren musste.

Nicht in Schottland, ohne Ungeheuer und doch eine ungeheuerliche Anstrengung. „Das war ein altes Regenrückhaltebecken. Und wir mussten gut 400 Meter schwimmen und auch noch tauchen“, erzählt Ritter nach dem Bad in der Brühe.

Während in Loch Ness jeder auf sich allein gestellt war, stand an anderen Hindernissen die Gemeinschaft im Vordergrund. „Es gab einen Schlammparcour. Die Löcher waren fünf, sechs Meter tief. Du schaffst es allein eigentlich nicht. Ein Mitläufer muss dir eine Räuberleiter machen und oben dich jemand rausziehen“, sagt Ritter, der sich wie andere Sportler auch von der Masse von insgesamt fast 3000 Läuferinnen und Läufern mitziehen ließ.

Nach 3:13 Stunden erreichte Ritter das Ziel. Nicht einmal 60 Minuten nach dem Sieger André Kraus (2:18) und elf Minuten vor Boncini (3:24). Bei der Anmeldung für das nächste Jahr wurde übrigens Ritter von seinem Mitläufer abgehängt. „Marco hat sich einen Tag nach dem Lauf angemeldet. Er hat gesagt, ich mache das solange, wie ich körperlich durchhalte. Ich habe dann ein paar Tage später nachgezogen“, so Ritter. Wahrscheinlich, als sich die Schmerzen endgültig wieder verzogen hatten.

Von Matthias Jansen

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