Fußball – PfiffIKus: Kreis Gifhorn modernisiert Anwärterlehrgänge mittels App

Schiedsrichter-Ausbildung 2.0

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Im Schiedsrichter-Wesen wird zunehmend auf moderne Hilfsmittel zurückgegriffen – nicht nur auf den Videobeweis wie beim großen Fußball.

Gifhorn – Die Welt bleibt nicht stehen. Auch der Kreisschiedsrichter-Ausschuss Gifhorn muss mit der Zeit gehen. Und bedient sich deshalb zur Ausbildung von neuen Unparteiischen eines modernen App-grades.

Die klassischen Anwärterlehrgänge werden künftig in verkürzter Form ausgerichtet – stattdessen betritt der KSA Neuland und greift auf die App „Online Schiedsrichter-Schule“ zurück.

Ein neues Instrument, das den „Ansprüchen der Anwärter in spe mehr entgegen kommen“ soll, erörtert der stellvertretende Kreisschiedsrichter-Lehrwart Thorben Rutsch in unserer Monats-Kolumne PfiffIKus.

Reform nach 16 Jahren

In den vergangenen 16 Jahren wurde die Schiedsrichter-Ausbildung in den Anwärterlehrgängen klassisch in einem Kompaktwochenende (Freitagnachmittag bis Sonntagabend) in der Jugendherberge Hankensbüttel vorgenommen. Eine Woche später fand ein Wiederholungs-/Ergänzungstag plus die Prüfung statt.

Doch bei den jüngsten Terminen seien immer wieder Rufe laut geworden, dass „der Sonntag zunehmend als Last empfunden wurde“, so Rutsch. Gleichwohl hätten die designierten Referees aber die kompakte Art der Schulung und das Zusammensein als Gruppe an den Abenden als sehr angenehm und nützlich empfunden. Ein Feedback der Teilnehmer, zu dem sich der KSA Gifhorn so seine Gedanken gemacht hat.

Quintessenz: Der lästige Sonntag in Hankensbüttel fällt weg, an seine Stelle tritt das sogenannte „Blended Learning“. Auf gut deutsch: die Verknüpfung von klassischem Lernen plus computergestützte Elemente eben über die besagte App für Smartphones. So wird auch eine Abwechslung zwischen den Lehr- und Lernformen erzeugt.

Ein Präsenztag weniger

Neues Online-Lernmittel: die OSS-App.

Künftig werden die Anwärterlehrgänge also in gewohnter Manier zunächst mit dem Lehrgang in Hankensbüttel beginnen, die Präsenzzeit aber um einen Tag verkürzt. Dabei werden „die knackigen Regelthemen“ laut Rutsch behandelt. On top kommt dann eine Online-Lernphase mittels der App über insgesamt zwei Wochen. Die Kerngedanken dabei:

.  Regelthemen, die sich auch im Selbststudium gut aneignen lassen;

.  Wiederholungsmöglichkeit der in der Präsenzphase thematisierten Regeln;

.  Keine zeitliche Bindung für die Bearbeitung der Regelthemen;

.  Am Ende einer Einheit Prüfung des Lernstoffes über Regelfragen;

.  Fragen können direkt über die App an das Lehrgangsteam gestellt werden;

.  Die Schlagworte der App lauten: Jederzeit. Überall. Verständlich.

Nach einer Woche wird dann ein weiterer Präsenztag am Samstagvormittag eingestreut. Dieser dient dazu, offene Frage zu klären, den praktischen Teil der Schiedsrichterprüfung zu absolvieren und auf administrative Aufgaben im Schiedsrichterwesen einzugehen. Weitere sieben Tage später mündet der Lehrgang schließlich in der theoretischen Prüfung. Ergänzt durch die Themen Organisatorisches sowie Rechte und Pflichten als Schiedsrichter.

Ausbildung attraktiver

„Wir hoffen, die Attraktivität der Ausbildung durch das Einkürzen von insgesamt einem Tag für interessierte Anwärter zu erhöhen“, unterstreicht Rutsch die Intention hinter der Modifizierung. Wohl gemerkt: Die Kosten für die Ausbildung, auch für die Vollversion der OSS-App, werden komplett durch den NFV-Kreis Gifhorn getragen.

Ab sofort Anmeldungen

Anmeldungen für den nächsten Anwärterlehrgang (30. bis 31. August in der Jugendherberge Hankensbüttel, 7. September/vermutlich in Gifhorn oder Wesendorf, 14. September/vermutlich in Gifhorn) sind ab sofort möglich. Die Formulare gibt es im Internet unter www.nfv-gifhorn.de oder per Mail an thorben.rutsch@nfv-gifhorn.de.

VON INGO BARRENSCHEEN

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