Hendrik Joswig hält den Laden beim Bezirksligisten FC Brome am Laufen

Die Schaltzentrale neben dem Platz

Er (unter)stützt den FC Brome nach allen Kräften: Hendrik Joswig vereint als Teammanager viele – vor allem organisatorische – Arbeiten unter sich.
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Er (unter)stützt den FC Brome nach allen Kräften: Hendrik Joswig vereint als Teammanager viele – vor allem organisatorische – Arbeiten unter sich.

Brome – Zu viele Köche verderben den Brei, heißt es im Volksmund. Nicht so beim FC Brome! Denn an der Steimker Straße sorgen die vielen Zutaten an der Seitenlinie genau für die richtige Rezeptur.

Sportlich mag das Trainergespann Mark-Oliver Schmidt/Jörg Steckhan den Löffel schwingen – doch wie bei einer guten Sauce geht nichts ohne ein geeignetes Bindemittel. Und das verkörpert beim Neu-Bezirksligisten Hendrik Joswig.

Teammanager. So schimpft sich der offizielle Titel des gelernten Kochs. Doch dahinter verbirgt sich beim nächsten „Heimlichen Star“ im Zuge unserer neuen IK-Serie weitaus mehr. Seit der erst 29-Jährige den Posten von Michael Müller im Sommer 2017 übernommen hat, belegt er praktisch ein rein praktisches Sportmanagement-Studium ohne Uni. Für die urtypischen Betreuer-Aufgaben wie Getränke bereitstellen haben die Bromer die treue Seele Thomas „Turbo“ Otte. Joswig indes hält die komplette Woche über den Laden am Laufen. Er ist...

...der Organizer

Gerade in der eingebrochenen kalten Jahreszeit wird dem Mann für das Drumherum richtig warm. „Im Winter fällt doch ein bisschen mehr an“, bekräftigt Joswig. Etwa die komplette Ausarbeitung des Winter-Trainingslagers. An diesem Wochenende schlägt der FCB seine Zelte in Berlin auf. Aber auch tagesaktuell kann sein Organisationstalent gefragt sein. „Wenn wir plötzlich in die SoccaFive-Arena ausweichen müssen zum Trainieren, dann kümmere ich mich darum.“ Auch die Oberaufsicht der Whatsapp-Gruppe, der Kontakt mit Sponsoren oder die Beschaffung von Ausweichtrikots für die Spieltage: Alle Fäden laufen bei Joswig zusammen. „Das macht man alles so nebenbei“, sagt der FCB-Teammanager bescheiden trotz des nicht unerheblichen Zeitaufwands. „Aber es macht auch Spaß.“ Sonntags den Sportplatz ansteuern? Das gehört für ihn wie das Salz in die Suppe dazu. „Man fühlt sich halt wie zuhause. Es ist eine große Familie. Wie der Verein zusammenhält, ist echt Wahnsinn und faszinierend.“ Das zeigte sich bei der Aufstiegsparty im Sommer. „Es war sehr emotional, als wir nach Hause gekommen sind.“ Joswig ist aber gut und gerne auch einmal...

...der Sparringspartner

Trainingsabend und kein Keeper zur Hand? Kein Ding! „Dann stelle ich mich eben ins Tor, da habe ich auch keinen Klemmer mit.“ Als Fußballer selbst hat der Benitzer über einige Umwege (TSV Bergfeld, SV Tülau-Voitze) den Weg zurück nach Brome gefunden, kickte in der zweiten Herren – mit dem Einstieg ins Arbeitsleben war damit Schluss. Doch es bot sich eine Alternative. Joswig erinnert sich: „Ich wurde beim Schützenfest von Johannes van Ledden angesprochen – das habe ich bis heute nicht bereut.“ Und so macht er heute, wenn’s sein muss, auch klaglos die Handlanger-Arbeiten für Cheftrainer Schmidt, holt Hütchen „oder was er eben so braucht“. Schließlich bekommt er auch eine Menge Input zurück. „Oli kann alles so erklären, dass man wirklich Fußball-Sachverstand bekommt.“

Aber der FCB-Padawan hatte vorab noch einen anderen Lehrmeister. Denn angefangen hatte bei Joswig alles 2014 als Assistent im Jugendbereich unter Bernd Meyer. „Von ihm habe ich viel mitgenommen. In unserer ersten Saison sind wir gleich E-Jugend-Staffelmeister geworden.“ Dadurch sei der Mann für das Drumherum erst auf den Geschmack gekommen. „Ich habe entdeckt, dass das etwas für mich ist.“ Wobei er betont: „Die Kleinen sind einem schon ans Herz gewachsen, doch Erwachsenen-Fußball ist noch einmal ein anderes Geschäft.“ Denn dort fungiert er auch als...

...der Herr der Zahlen

Joswig überprüft und pflegt nicht nur die Rückennummern vor dem Anpfiff ins Internet-System ein und gibt sie frei, sondern notiert während der 90 Minuten fleißig mit und fungiert als Presse-Organ der Mannschaft. Oder aber er dient als Krankentransporter, wenn sich ein Spieler verletzt. „Das ist zum Glück nur zweimal vorgekommen.“ Nicht zu vergessen seine Rolle als...

...der Mittelsmann

Sein verlängerter Arm hätte „einen guten Draht“ zum Team, unterstreicht Cheftrainer Schmidt. „Er spricht ihre Sprache.“ Wenngleich viel über den Mannschaftsrat abgefangen wird, so dient Joswig ab und an auch mal in erster Instanz als Kummerkasten und Seelentröster. „Ich kann mich in die Jungs ganz gut reinversetzen.“ Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, legt er auch schon einmal Pulled Pork auf. Sprich: Der FCB hat mit ihm im wahrsten Sinne des Wortes Schwein gehabt...

VON INGO BARRENSCHEEN

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