Fußball – Kreisliga: Fricke spielt mit 34 immer noch eine große Rolle in Ummern

Routinier mit Helfersyndrom

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Noch ist es keine Qual für Stefan Fricke, wenn er für den VfL Germania Ummern aufläuft, auch wenn sein Gesichtsausdruck anderes vermuten lässt. Der Routinier stellt sich voll in den Dienst der Mannschaft.

Ummern. Vom Standby- zum Full-Time-Spieler. Das offizielle Karriereende hat Stefan Fricke bereits vor einem Jahr verkündet. Jedoch mit dem Hinweis: Falls Not am Mann ist in der Kreisliga, ist er da.

Besonders in der Hinrunde spielte Fricke deshalb häufig für seinen VfL Germania Ummern, der lange Zeit auf Toptorjäger Vitalij Sterz verzichten musste. Und auch jetzt am Sonntag gegen den VfL Knesebeck (15 Uhr) wird der Routinier wieder seine Schuhe schnüren. Seinem Trainer Michael Alms, aber auch der Mannschaft zuliebe.

Als Alms vor drei Jahren erneut beim VfL anheuerte, war Fricke sofort dabei: „Da kam bei mir der zweite Frühling.“ Zuvor hat der Offensivspieler bei den Germanen viel mitgemacht, spielte nach dem Abstieg aus der Kreisliga lange in der 1. Kreisklasse und empfand den Wiederaufstieg vor zwei Jahren als Highlight seiner Karriere: „Das Relegationsspiel in Tappenbeck werde ich nie vergessen.“ Der Pokalsieg im Jahr darauf war dann das i-Tüpfelchen.

Davor reifte jedoch schon der Entschluss bei Fricke, kürzerzutreten. „Wenn ich etwas mache, dann muss ich auch mit 100 Prozent dabei sein.“ Und das kann der mittlerweile 34-Jährige derzeit nicht mehr garantieren: „Der Körper sagt irgendwann, jetzt ist Schluss.“

Und dabei ist Fricke noch fitter als so manch anderer Kreisliga-Spieler, spielt mit Michael Alms zusammen auch noch Tischtennis beim VfL in der Kreisliga. „Außerdem versuche ich, mich mit Joggen und Radfahren fit zu halten.“ Erst kürzlich fuhr er mit einem Kollegen wieder weit über 200 Kilometer mit dem Drahtesel. Nur die regelmäßige Verpflichtung zum Training kommen zu müssen, passt ihm nicht mehr: „Die Jungs kennen meine Situation und wissen aber genau, dass sie sich am Wochenende auf mich verlassen können.“ Als Ausgleich zu seinem Schreibtischjob als Computertechniker in Wolfsburg braucht der Germane den Sport, sieht beim Fußball aber nun die Gelegenheit, den jüngeren Spielern den Vortritt zu lassen: „Da haben wir richtig viele gute Leute, die jetzt auch mal liefern müssen, da trete ich gerne etwas kürzer.“

Festgelegt auf seine Stürmerrolle ist Fricke, der diese Saison in allen Wettbewerben auf 15 Einsätze kommt, schon lange nicht mehr. Alms kennt seinen Allrounder und weiß, wo er ihn überall einsetzen kann. „Ich spiele da, wo eine Lücke entsteht. Ich bin bereit auszuhelfen, wo immer es sein muss. Es macht immer noch Spaß.“ Gerade der Zusammenhalt in Ummern macht für Fricke den Unterschied: „Die Truppe ist intakt.“ Dass die Germanen auch auf ihren Torjäger Vitalij Sterz angewiesen sind, weiß Fricke: „Wir sind da in gewisser Weise abhängig. Aber alle arbeiten für ihn und helfen ihm. Alleine könnte er es auch nicht richten.“ Fricke selbst sieht sich selbst auch in der Helferrolle: „Es ist mein Job, die anderen zu unterstützen.“ Am Sonntag wird er das wieder zeigen...

Von Christian Thiemann

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