Tischtennis – Schiedsrichter Günter Höhe bei Olympia-Qualifikation in Luxemburg

Reizvolle Regie im Pulverfass

Mittendrin statt nur dabei: Der Hankensbütteler Tischtennis-Spitzenschiedsrichter Günter Höhne (hinten, rot eingerahmt) inmitten seiner internationalen Kollegen bei der Olympia-Qualifikation in Luxemburg. Fotos: privat

Hankensbüttel. Im Auftrag der kleinen Kugel kreuz und quer über die große Kugel: Kaum von der Mannschafts-WM im eigenen Land wieder zuhause, machte sich Tischtennis-Weltenbummler Günter Höhne auch schon wieder auf den Weg nach Luxemburg.

Dort wartete auf den Spitzen-Schiedsrichter vom TTC Hankensbüttel der nächste spannende Einsatz: die Olympia-Qualifikation 2012.

Für Höhne fast schon ein Heimspiel: Viermal hatte er vorab Spiele bei den Luxemburg Open geleitet, nun also die fünfte Fahrt „in diese total reizvolle Stadt“, um seiner Referee-Passion nachzugehen. Die letzte Station vor London hatte nicht nur für die Zelluloid-Cracks selbst, sondern auch den Hankensbütteler enormen Reiz: „Dieses Turnier gilt in Fachkreisen als das härteste der Welt“, erklärte Höhne. Spieler, die sich nicht direkt durch eine Weltranglistenplatzierung eine Fahrkarte für das größte Sportspektakel der Welt sichern konnten, hatten im kleinen Beneluxstaat die Möglichkeit, eines von elf Rest-Tickets zu lösen. Höhne: „Man kann sich also die emotionale Anspannung der Akteure vorstellen.“

Dieser Herkules-Aufgabe stellten sich auch die beiden Deutschen Irene Ivancan und Bastian Steger. Beide erfüllten sich ihren Traum von Olympia. Nach den Endspielen – der Hankensbütteler leitete zwei davon – prägten sowohl Freudentränen als auch zerbrochene Schläger die Szenerie. „Auch für uns Schiedsrichter war die Anspannung natürlich entsprechend“, so Höhne. Er empfahl sich mit seinen Leistungen wieder für kommende Top-Veranstaltungen und erhielt zwei positive Evaluierungen (Bewertungen).

Nachdem sich Höhne schon zuletzt bei der Team-WM in Dortmund von zwei Stars die Trikots sicherte, ergatterte er auch dieses Mal ein Souvenir: das Shirt der portugiesischen Nr. 2 Tiago Apolonia. Dieser ist den Tischtennisfans aus seiner Zeit in Deutschland ein Begriff. Mit dem TTF Liebherr Ochsenhausen wurde er 2009 und 2011 Vizemeister in der Bundesliga.

Die Olympia-Quali fand übrigens im nationalen Kultur- und Sportleistungszentrum de Coque statt. Die Leichtathletikhalle hätte mit zehn Tischen einen idealen Veranstaltungsort gebildet, meinte Höhne. Sein Fazit: „Es ist lohnenswert, Schiedsrichter zu sein.“ Das sahen seine Kollegen aus Belgien, Tschechien, Dänemark, England, Ungarn, Italien, Korea, Kosovo, Holland, Philippinen, Polen, Slowakei, Schweiz, Luxemburg, Kanada und Russland ebenso.

Von Ingo Barrenscheen

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