IK-Nachspielzeit: Oerrels Holdhäuser im Elfmeter-Fokus / Pechvogel Schöbel

FCB rätselt nach Wembley-Kuriosum

Fassungslose Gesichter beim FC Brome: Schiedsrichter Michael Gedeck gab in einer anderen Szene auf eigenartige Art das Westerbecker Anschlusstor. 
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Fassungslose Gesichter beim FC Brome: Schiedsrichter Michael Gedeck gab in einer anderen Szene auf eigenartige Art das Westerbecker Anschlusstor.

Der (rote) Faden reißt einfach nicht ab bei Jan Schöbel. Eine Ewigkeit war der Mittelfeldspieler des VfL Wahrenholz außer Gefecht gesetzt gewesen, hatte eine Odyssee bei Ärzten hinter sich. Weil die Achillessehne immer wieder Probleme machte.

„Der Fuß war hinten immer entzündet. In der Hochschule Hannover waren sie sich dann auch nicht ganz sicher und meinten, sie müssten reingucken. Und dabei haben sie ein kleines Stück Faden von einer OP gefunden“, erklärte Trainer Thorsten Thielemann.

Kaum war der Fremdkörper entfernt, ging es bei Schöbel im Nu aufwärts. Fast schon tragisch, dass es den Unglücksraben nun an Ostern im Heimspiel gegen den MTV Isenbüttel nach nur sechs Saisoneinsätzen direkt wieder erwischte, weil er in ein Loch trat. Dieses Mal an der Achillesferse des anderen Fußes. . . „Durch ist sie wohl nicht, aber vielleicht angerissen“, seufzte Thielemann nach der neuerlichen Hiobsbotschaft.

Schöbel soll schnellstmöglich einen MRT-Termin erhalten, um Gewissheit zu haben. Ein dicker Wermutstropfen auf den 1:0-Sieg über den Primus. Der übrigens von einem äußerst souveränen Unparteiischen geleitet wurde. „Ich habe selten einen so überragenden Schiedsrichter gesehen“, lobte Thielemann den Auftritt des Braunschweigers Oliver Jakob. „Mit seiner ganzen Art und Weise kam überhaupt nichts auf. “ Und der Wahrenholzer Coach kann sich solch ein Urteil durchaus erlauben, hat schon einige Größen live erlebt. Zu Zeiten als Co-Trainer des damaligen Landesligisten FC Brome pfiffen die späteren Bundesliga-Referees Florian Meyer und Bibiana Steinhaus Spiele an der Steimker Straße.

.  Apropos FC Brome: Eine ganz andere Erfahrung der seltsamen Art machte derweil Thielemanns Heimatklub in seinem Match beim Anschlusstreffer des SV Westerbeck. Marco Saretzki hatte das Leder an die Unterkante der Latte genagelt – hinter der Linie oder nicht!? Die klassische Wembley-Tor-Frage. Referee Michael Gedeck (SV Barnstorf) ließ die Partie erst noch gut eine Minute weiterlaufen. Und gab dann den Treffer zum enormen Erstaunen der Bromer plötzlich doch! „Keine Ahnung, was dann in ihn gefahren ist!? Er muss ja sofort entscheiden: War er drin oder nicht? Total komisch“, konnte es FCB-Teammanager Hendrik Joswig nicht fassen. Vielleicht hatte Gedeck ja – als völliges Kreisliga-Novum – eine Torlinien-Technik oder den Videoschiedsrichter im Westerbecker Sportheim sitzen und niemand wusste davon...

.  Ausgerechnet im Endspurt um die Meisterschaft in der Kreisliga spitzt sich die Personallage beim VfL Knesebeck immer mehr zu. Wie an Ostern bekannt wurde, sind mittlerweile zwei weitere Säulen weggebrochen. Eine sogar für immer: Sven Marquardt musste seine Karriere an den Nagel hängen. Zysten in der Leiste zwingen ihn dazu. „Er kam zum Training und sagte, er könne gar nicht mehr spielen, weil er laut eines Arztes ansonsten vielleicht nicht mehr arbeiten könnte“, erklärte Trainer Detlef Weber. Absolut nachvollziehbare Gründe. Zu allem Überfluss zog sich Winter-Neuzugang Marius Heimlich beim Abschlusstraining vor der Partie beim FC Brome einen Teilbruch des Knöchels zu. Am Ostersamstag wurde er operiert. „Die Situation ist bescheiden“, seufzt Weber.

Der Knesebecker Übungsleiter sorgte übrigens beim Pokalsieg gegen den TuS Ehra-Lessien für einen Schmunzler bei den mitgereisten Anhängern. Nach 68 Minuten wollte er André Haven, vorher schon auf dem Feld, für dessen Bruder Steffen einwechseln. Und wurde vom Linienrichter eines Besseren belehrt. Was Weber so nicht auf dem Schirm hatte: „Im Pokal dürfen ab dem Viertelfinale Spieler, die schon ausgewechselt wurden, anders als in der Liga nicht wieder eingewechselt werden. Draußen haben sich natürlich alle kaputt gelacht. Ich meinte nur: Klar, dass ihr das alle wisst...“ Zumindest ist Weber nun für das Halbfinale gewappnet...

.  Das Scheinwerferlicht war einzig und allein auf Fabian Holdhaus gerichtet. Beim 6:4-Sieg nach Elfmeterschießen stand der Keeper des FC Oerrel im Blickpunkt. Zunächst verschuldete der eigentliche Spielmacher den ersten Treffer, machte seinen Fauxpas dann aber später wieder wett. Seine große Stunde schlug aus elf Metern. Gleich zwei Strafstöße parierte Holdhaus, setzte den Gegner SV Ettenbüttel mit dem letzten Elfer dann selbst endgültig Schach matt. Sein Bruder Henning unkte nach dem Abpfiff: „Den Elfer musste er auch versenken, sonst hätte er uns eine Kiste Bier ausgeben müssen für seinen Fehler.“ Wenn der Schlussmann im Halbfinale des NFV-Kreis-Gifhorn-Pokals wieder einen Sahnetag erwischt, scheint sogar der ganz große Coup möglich.

. Holdhaus, die Zweite: Während Fabian am Ostersamstag im Mittelpunkt stand, rückte zwei Tage später Henning Holdhaus in den Elfmeter-Fokus. Eigentlich war der Torjäger gegen den Spitzenreiter Hoitlinger SV schon ausgewechselt worden. Doch als der FC Oerrel mit der letzten Aktion des Spiels noch einen Strafstoß zugesprochen bekam, schickte ihn Coach Christian Axt wieder zurück aufs Feld und an den Punkt. „Es geht ja für ihn noch um die Torjäger-Kanone. Das wäre ganz cool für den FC Oerrel. Also habe ich mich beim anderen Schützen entschuldigt und ihn antreten lassen.“ Dank dieser Geste liegt der Goalgetter nun mit 26 Saisontreffern wieder ein Tor vor Rivale Niklas Bruchmann vom SV Eischott.

VON INGO BARRENSCHEEN UND JANNIS KLIMBURG

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